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HeimerzheimTempo 30 auf der Kölner Straße?

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Auf der Kölner Straße treffen schnelle Autos auf langsame Fußgänger.

Siwsttal – „Die Verkehrssituation in Heimerzheim ist bei weitem nicht so problematisch, wie das manche Bürger vielleicht sehen.“ So lautet das Ergebnis eines Verkehrsgutachtens für den größten Swisttaler Ort. Diplom-Geograph Norbert Schläger vom Kölner Ingenieurbüro Südstadt hat es erstellt. Dennoch gibt es eine Problemzone, und die heißt Kölner Straße.

Aufgrund der beengten Verhältnisse dort, findet der Gutachter, müssten Lösungen gefunden werden, die den schwächeren Verkehrsteilnehmern eine sichere Teilnahme am Verkehr ermöglichten. Um die Straße auch für den Fuß- und Radverkehr sicher nutzbar zu gestalten, empfiehlt Schläger Tempo 30.

Ausweichweg am Bach entlang vorgeschlagen

„Geringere Geschwindigkeiten erhöhen nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern führen auch zu einer deutlichen Lärmreduzierung und zu einer verträglichen Verkehrsabwicklung“, zählte er bei den Vorzügen auf. Bei einem Tempolimit sinke die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den Verkehrsteilnehmern, weshalb „auch Radfahrer im Mischverkehr auf der Straße unterwegs sein“ könnten. Dies wiederum vermeide Konflikte  zwischen Radfahrern und Fußgängern.

Die Fraktionen im Swisttaler Planung- und Verkehrsausschuss bezweifelten zwar, dass sie an der Kölner Straße viel ändern dürften, zumal es sich im eines Landesstraße handle, die der überörtlichen Verbindung diene. Aber es seien vielleicht andere Lösungen möglich. So schlug Tobias Leuning (SPD) vor, dem „nicht motorisierten Verkehr“  andere Verbindungen anzubieten, etwa entlang des Swistbachs.  

Darüber hinaus ist der Ausschuss einhellig der Meinung, dass trotz der wenigen Probleme, die der Gutachter fand, doch noch einiges an der  Verkehrssituation im Ort verbessert werden könnte.

Den Leuten nichts versprechen, was nachher nicht zu halten ist

Bevor jedoch die Öffentlichkeit beteiligt wird und die Bürger ihre Vorstellungen äußern können, soll Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) mit der Verkehrsbehörde bei der Kreisverwaltung abstimmen, was von den im Gutachten vorgeschlagenen Verbesserungen überhaupt machbar und realistisch ist.

Keine Luftschlösser bauen und den Leuten nichts versprechen, was nachher nicht zu halten ist, lautet die Vorgabe des Gremiums. Außerdem soll ein Arbeitskreis, in dem Heimerzheimer Vertreter aller Ratsfraktionen mitmachen sollen, Ideen sammeln, die bei dem Gespräch mit der Verkehrsbehörde ebenfalls einer Überprüfung unterzogen werden sollen.

Die Erhebung hatte gezeigt, dass das vorhandene Straßennetz in Heimerzheim leistungsfähig ist. Weder die Unfallauswertung noch die Verkehrsbeobachtung zeigten sicherheitsrelevante Defizite auf, und eine zu hohe Verkehrsbelastung konnte ebensowenig wie etwa zu hohe Geschwindigkeiten nachgewiesen werden. Beim Parkraum sei die  Auslastung zwar hoch, aber zu jeder Zeit seien noch Reserven vorhanden gewesen.

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Grundsätzlich empfiehlt Schläger, den Rad- und Fußverkehr im Ort zu stärken, denn beide Verkehrsarten hätten nicht den Stellenwert, der ihnen in der aktuellen Verkehrsplanung der Gemeinde zugesprochen werde. Ausschuss und Kalkbrenner bekräftigten:  Nahmobilität solle gefördert und der Anteil des Radverkehrs steigen.