Als ein Unbekannter in den Friseurladen von Michaela Monschau in Swisttal-Ollheim kam und Geld verlangte, verjagte sie den Räuber.
Unbekannter forderte in Swisttal-Ollheim GeldFriseurin verjagte Räuber aus ihrem Laden

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf der Straße.
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Solche „Kunden“ hat Michaela Monschau gar nicht gerne in ihrem Geschäft. Am Donnerstagnachmittag stand auf einmal ein maskierter Mann in ihrem Friseurladen an der Breite Straße in Ollheim und forderte Geld. Doch die Betreiberin vertrieb ihn mit energischen Worten. Am Morgen danach mache sie sich schon Gedanken darüber, was hätte passieren können, sagt die 58-Jährige. „Ich habe mich in Ollheim nie unwohl gefühlt, jetzt habe ich ein mulmiges Gefühl.“ Es war etwa 17:15 Uhr, als der Unbekannte in ihren Laden kam. „Er trug eine Skimaske mit Öffnungen an den Augen. In der Hand hielt er eine Waffe, die er aber nicht auf uns gerichtet hat. Er war überhaupt nicht aggressiv, sondern ganz entspannt. Und er forderte Geld“, schildert Monschau. „Ich habe gedacht, das ist nur ein Scherz.“
Ich habe dann gesagt: Hier gibt es kein Geld, geh arbeiten
Ihre Mitarbeiterin, die gerade an der Rezeption stand, habe sie mit großen Augen angesehen. „Ich habe dann gesagt: Hier gibt es kein Geld, geh arbeiten“, so Monschau. Und als sie den Räuber aufforderte zu gehen, sei er tatsächlich gegangen. „Er brauchte wohl wirklich Geld und muss sich gedacht haben: Ich probiere das jetzt mal. Aber ich habe mich überhaupt nicht bedroht gefühlt, er kam nicht konsequent genug rüber“, schildert Monschau ihren Eindruck. Völlig perplex hätten sie und ihre Kollegin die Polizei gerufen, die auch rund zehn Minuten später eingetroffen sei. „Es gab das volle Programm mit Spurensicherung, DNA-Abgleich und Kripo“, berichtet die 58-Jährige.
Fahndung bislang ohne Erfolg
„Die Polizei hat uns auch psychologische Hilfe angeboten. Wir haben die Tür erst mal wieder abgeschlossen, die Leute müssen klingeln.“ Auch über eine Kamera im Kassenbereich denke sie nun nach. „Es wird sich erst auf Dauer zeigen, wie man damit umgeht. Ich möchte dem Vorfall aber auch nicht zu viel Platz einräumen.“ Die Fahndung der Polizei blieb indes ohne Erfolg. Sie sucht nach dem Tatverdächtigen, der etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß war und zwischen 20 und 25 Jahre alt ist. Er war schlank, hatte eine dunkle Sturmhaube auf und trug eine schwarze Softshell-Jacke. Außerdem hatte er eine blaue Hose und helle Sportschuhe an. Er flüchtete nach Monschaus Angaben zu Fuß in Richtung Kanalstraße. Die Polizei ermittelt wegen räuberischer Erpressung.
