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Unwetter in SwisttalBürger müssen sich selbst gegen Starkregen schützen

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Symbolbild

Swisttal-Heimerzheim – Immer öfter kommt es zu Starkregen. Zuletzt Mitte August. Das Kanalsystem ist aber laut Gemeinde richtig dimensioniert. Die CDU wollte es nicht glauben, nachdem am 12. August in Heimerzheim in einer halben Stunde rund 32 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. Denn dabei floss das Wasser im unteren Bereich der Vorgebirgsstraße an der Ecke Pützgasse und Bachstraße nicht mehr in den Kanal ab, sondern ergoss sich über die Straße zur Swist und in Senken.

In einem Teil der Quellenstraße sei es ebenfalls zu einer Überflutung der Straße gekommen. Die CDU wollte darum wissen, ab welcher Regenmenge der Kanal nicht mehr das anfallende Wasser fasst. Auf das Ergebnis müssen die Kommunalpolitiker aber noch bis zum 2. Dezember warten. Dann sollen die Ergebnisse einer „hydrodynamischen Kanalnetzberechnung“ für einen Teilbereich von Heimerzheim im Bauausschuss vorgestellt werden.

Klare Angaben

CDU-Sprecher Manfred Lütz: „Wir erwarten, dass in verständlichen Worten dargestellt wird, wie die Vorgaben sind, was wir als Gemeinde und was die Bürger selbst tun können.“

Fachgebietsleiter David Henninghaus: „Der Kanal schafft dort mehr. Er hat auch an diesem Tag funktioniert.“ Ohnehin habe es bis auf eine kleine Fläche vor dem Restaurant „Zur Linde“ keine nennenswerte Überflutung gegeben. Dass einige Keller voll Wasser gelaufen seien, sei auf eine nicht vorschriftsmäßige Herstellung der Abwasserleitung auf dem betreffenden Grundstück zurückzuführen. Jedem Bauherrn werde nahegelegt, ein Rückschlagventil einzubauen, was aber nicht alle hätten.

Anwohner müssen sich selber schützen

Darüber hinaus müssten diese Rückschlagventile auch gewartet und nach gewisser Zeit erneuert werden. „Ein Starkregenereignis wie am 12. August wird auch in Zukunft nicht über den Kanal komplett abfließen können“, so Henninghaus. Die Anwohner müssten sich und ihr Anwesen auch selber schützen.

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner widersprach ausdrücklich dem Eindruck, die Gemeinde habe nicht genug getan. Aus dem Geschehen müsse jeder seine Lehren ziehen. Ohnehin schreibe die Gemeinde laufend das Abwasserbeseitigungskonzept fort, das auch die Leistungsfähigkeit des Kanalsystems nachweise.

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Es entspreche den geltenden Vorschriften, dass bei „intensivem Starkregen“ nicht nur ein Rückstau im Kanalsystem bis zu dessen Oberkante entstehe, sondern sogar ein zeitweiser Überlauf an die Oberfläche zulässig sei. Kalkbrenner: „Eine hundertprozentige Sicherheit wird es im Zusammenhang mit dem Klimawandel ohnehin nicht geben.“ (jst)