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„Adieu Asche – Hallo Rasen!“SC Villip weiht modernisierten Platz ein

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Anstoß für eine neue Ära in Villip: Werner Faßbender und Renate Offergeld.

Wachtberg – „Damit sind 42 Jahre Fußball auf Asche Geschichte“, freuten sich Vorsitzender Werner Faßbender und die Aktiven der drei Jugendmannschaften, der 1. Mannschaft und der Alten Herren. Generationen von Fußballern haben erlebt, dass der Aschenplatz am „Beckers Kreuz“ in Villiprott bei Regen einer Schlammlandschaft und bei Trockenheit einer staubigen Wüste glich, auf der sich die Spieler unzählige Schürfwunden einfingen.

Doch jetzt beginnt eine neue Ära: Nach neun Monaten Bauzeit ist der Kunstrasenplatz des SC Villip fertig, der auf dem Unterbau des Tennenplatzes entstand. Nur die Deckschicht musste erneuert werden. Der Kunstrasenplatz besitzt eine Spielfläche von 90 mal 60 Metern und ist komplett eingezäunt.

An der Nordseite, in Richtung Villiprott, entstand zudem außerhalb des Zaunes ein öffentlicher Bolzplatz von 43 mal 29 Metern. Faßbender bedankte sich bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, ohne die der Verein dieses Projekt niemals hätte stemmen können. „Wir sind stolz darauf, einen so tollen Sportplatz in Villip zu haben“, freute er sich über das gelungene Projekt. Allerdings habe man einen langen Weg zurücklegen müssen, und nur wenige hätten sich vor ein paar Jahren noch vorstellen können, dass es ihn wirklich geben werde.

„Jede Sekunde, jede Minute und jede Stunde, die auf diesen Platz gespielt wird, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft“, war Faßbender überzeugt. Gerade in einer Zeit von zunehmender Ausgrenzung entstehe ein Treffpunkt des Sports für alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten. Der SC Villip wolle den Jugendbereich mit den neuen Möglichkeiten ausbauen.

Partner ist der SC Ließem, der den Platz ebenfalls für Spiele und Trainingseinheiten nutzt. Doch nicht nur Fußball soll auf dem Platz gespielt werden, seit neuestem gibt es auch jeden Montagabend um 19 Uhr einen „Open-Air-Samba-Aerobic-Kurs“. Zudem ist geplant, eine Boule-Anlage zu bauen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 450 000 Euro, so Faßbender. Der Verein hat sich dazu verpflichtet, eine jährliche Platzmiete von 8000 Euro an die Gemeinde zu zahlen und sich darüber hinaus um die Pflege von Platz und Gelände zu kümmern. Weil die Finanzierung für den Verein allerdings eine Herausforderung ist, wurde unter dem Motto „Ein Dorf gibt G(r)as“ ein Förderkreis etabliert. „Wir haben überall offene Türen eingelaufen, unendlich viele Leute waren bereit, Mitglied im Förderkreis zu werden.“

Das besondere Lob des Vorsitzenden galt einigen unentwegten Helfern, die mit einer Rose geehrt wurden. So habe Stefan Engel den Titel des „Ehrenbaggerführers“ verdient, denn er habe 798 Stunden mit dem Bagger gearbeitet. Peter Schröder und Hugo Propp seien fast jeden Samstag vor Ort gewesen, und auch Dirk Stratmann gebühre ein großes Lob. Doch alles wäre möglicherweise in einem Desaster geendet, wenn nicht „Ehrenbauleiter“ Bernd Fischer alles zusammengehalten hätte. Dann schritt Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) zur offiziellen Eröffnung des Platzes, den sie unter dem Beifall des Publikums zum „schönsten Platz im ganzen Rhein-Sieg-Kreis“ erklärte. Sie sagte voraus, dass der Verein damit viel Erfolg in der Jugendarbeit haben werde und bat alle Anwesenden: „Unterstützen Sie diesen Verein.“

Schließlich stellte sie zum Erstaunen aller Anwesenden auch noch ihr fußballerisches Talent unter Beweis, als sie ganz souverän drei Elfmeter verwandelte. Im Anschluss spielte die Gruppe „Krageknöpp“ aus Köln auf.