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Gänsegeier im WildparkUmzug für Hanni und Nanni

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Im neuen Käfig: Die beiden Gänsegeier des Wildparks.

Leverkusen – Hanni und Nanni haben ein neues Heim. Am Freitagmorgen zogen sie in ihre neue, 150 Quadratmeter große Voliere um. Sabine Honnef, Leiterin des Wildparks Reuschenberg, veranlasste die Verlegung vor Öffnung des Parks, denn: „Die Zwei sind durch den Käfigtransport ziemlich aufgewühlt, da wollten wir sie nicht noch neugierigen Augen aussetzen.“ Hanni und Nannin sind das Gänsegeier-Geschwisterpärchen, das seit Ende 2018 im Wildpark lebt. Bislang waren die beiden Vögel in einem Freiluftkäfig neben dem Karpatenluchs untergebracht. „Für den Luchs war die zwischenzeitige Unterbringung eher eine angespannt Angelegenheit. Die Geier sind ziemlich interessiert und neugierig, was manche Tiere nervös machen kann“, erklärte Honnef.

Die aus dem Tierpark „Tripsdrill“ stammenden Geier waren im Mai 2018 geschlüpft und in dem Baden-Württembergischen Park von einem Falkner aufgezogen worden. Laut Sabine Honnef seien die Tiere ziemlich begehrt. Jedoch: „Ich schrieb als erste eine E-Mail an den Park und bekam die beiden für insgesamt Zehntausend Euro.“ Das geld stellte der Förderkreis des Wildparks Leverkusen bereit.

Altes Bussardgehe umgebaut

Weil der letzte lebende Bussard des Bürriger Tierparks früher in diesem Jahr verstorben war, konnte sein ehemaliges Gehege umgebaut und an die neuen Bewohner angepasst werden. Der sechs Meter hohe Dachgiebel der Voliere sorgte dabei für Gesprächsbedarf, denn für Außenstehende erscheint der „Vogelkäfig“ etwas zu ungeräumig. Honnef verweist diesbezüglich auf die Lebensgewohnheiten der in Gewahrsam aufgewachsenen Geier: „Für Vögel bedeuten Fliegen und Jagen Energieverbrauch, sprich: Wenn sie nicht auf die Nahrung angewiesen wären, würden sie ihre Kräfte sparen und anderweitig nutzen.“ Und da die Gänsegeier gefüttert würden, falle das Jagen weg. Ob das Fliegen wirklich keinen Mehrwert für die freiheitsliebenden Tiere hat, ist allerdings ein Aspekt, der von Experten gegensätzlich bewertet wird.

Eine gute Sache bringt die Aufzucht in Gefangenschaft auf jeden Fall mit sich: Die beiden Weibchen sollen im Wildpark männliche Unterstützung bekommen und sich fortpflanzen. „Da Geier monogam leben, wird das entsprechende Männchen sich aber nur eine Dame aussuchen.“ Das andere weibliche Tier werde dann an einen anderen Tierpark verkauft, erklärte Honnef. Da sich der Wildpark an einem Auswilderungsprojekt beteiligt, werden die Nachkommen der Greifvögel – ebenso wie die des Luchses – zudem in die Freiheit entlassen. Für die Leiterin ist das nach eigener Aussage eine Herzensangelegenheit.

Schwierige Annäherung

Für die Tierwärter gestalteten sich die anfänglichen Annäherungsversuche an Hanni und Nanni übrigens schwer, denn der Transport erforderte das kurzzeitige Verweilen der beiden Tiere in einer engen Kiste. Um sie dort hineinzubekommen, waren drei Mitarbeiter nötig, denn: „Die je 15 Kilo schweren Tiere haben gewisse Vorlieben“, sagte Honnef. „Der Transport in einer Box gehört nicht dazu.“