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„Echsenmenschen“ waren die schnellsten

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Beim Schürreskarrenrennen geht es um Geschwindigkeit und darum, so wenig wie möglich Wasser zu verschütten.

  1. Die Sieger kamen beim traditionellen Schürreskarrenrennen allerdings ohne Wasser ins Ziel – Neuer König ermittelt

„Sieben Mannschaften treten dieses Mal gegeneinander an“, konnte Frank Albertz, Vorsitzender Geselligkeitsverein Germania 1880 Rheindorf kurz nach 11 Uhr am Sonntag bekanntgeben. „Den Fidelio Bürrig habe ich gestern Abend noch überredet“, fügte er augenzwinkernd hinzu. Ob die vier in Sporthemden erschienenen Herren aus dem Nachbarstadtteil, den aus einer Bierlaune beim Hahneköppen heraus getroffenen Entschluss nicht schon bereut haben, ist ihr Geheimnis. Jedenfalls standen sie nun sechs Teams gegenüber, die um den ersten Preis beim traditionellen Schürreskarrenrennen gegeneinander antraten.

Kein leichtes Unterfangen unter der prallen Sonne, die gegen Mittag „Ob dem Jeesbock“, wie die Unterstraße im Volksmund heißt, brannte. Zumal erschwerend hinzukam, dass am Wendepunkt, unter dem grünen Pavillon jeder Läufer oder jede Läuferin einen „Kurzen“ trinken musste. Gewinnen würde das Team, welches in kürzester Zeit mit dem geringsten Wasserverlust die Strecke viermal bewältigt hat. Eigentlich nichts Neues für die Bürriger. „Aber es ist über zehn Jahren her, dass der Fidelio mitgemacht hat“, erinnerte sich Minoru Nakanishi vom JGK Fidelio Bürrig lachend. Frank Albertz freute sich auf jeden Fall über die gute Beziehung zu den befreundeten Vereinen. So konnte er neben dem Team aus dem eigenen Verein traditionell auf den Geselligkeitsverein Hitdorf setzen, der in diesem Jahr wieder mit der Damenstaffel dabei war.

Ebenfalls mit an Bord waren die Gewinner aus dem Vorjahr, der Würfelclub „Schock aus“, die „Echsenmenschen“, die „Schwerverletzten“ und das Familienteam „Meyke“. Nicht angetreten sind die Sportler des TuS Rheindorf, die eigentlich zum Inventar des Rheindorfer Straßenspektakel gehören. Dieses wollten sich natürlich auch dieses Jahr die begeisterten Zuschauer, die auf Klappstühlen die Rennstrecke säumten, nicht entgehen lassen. Auch der frischgebackene Hahnenkönig Ralph Träger, zog es nach einer durchfeierten Nacht vor, im Schatten dem Treiben aus der Ferne zuzuschauen. Nach 24 Schlägen hatte am Abend zuvor die Königswürde erkämpft. „Seit vier Jahren bin ich nun im Verein“, erzählte der 51-jährige Zimmermann und Dachdecker, der wie er sagte, dem Geselligkeitsverein Germania 1880 Rheindorf seit vielen Jahren verbunden ist.

Kerstin Rennecke und Ralph Träger repräsentieren den Verein für ein Jahr als Hahnekönigpaar.

„Der Zusammenhalt unter den Rheindorfer Vereinen und die gute Atmosphäre waren Grund für mich, Mitglied zu werden. Ohne die Feuerwehr, die am Samstag ausgeholfen hat, und die Schützen, die heute aushelfen, wäre so ein Fest gar nicht möglich“, fügte er hinzu. „Nicht zu vergessen ist auch die Nachwuchsförderung, die in den Rheindorfer Vereinen sehr gut ist“, ergänzte seine Partnerin Kerstin Rennecke, die gemeinsam mit Träger nun ein Jahr lang den Verein als Hahnekönigpaar präsentieren möchte. Nach gut zwei Stunden stand schließlich das Gewinnerteam des Schürreskarrenrennen fest. Mit fünf Minuten und 13 Sekunden waren die „Echsenmenschen“ am schnellsten, gefolgt vom gastgebenden Verein „Germania 1880 Rheindorf“, die fünf Minuten 36 brauchten. „Allerdings beide mit leeren Wassereimern“, so Frank Albertz. „Die sind zusammengestoßen und die Eimer sind umgekippt. So was hatten wir auch noch nicht.“

Immerhin sind nach einem Achsenbruch im vorigen Jahr die Karren ganz geblieben. Platz Drei belegt das Team des JGK Fidelio Bürrig mit weit abgeschlagenen 13 Minuten 57. „Die hatten eine geheime Wette mit Team »Meyke« laufen“, erklärt Albertz. „Ziel war es möglichst wenig Wasser zu verschütten. Das ist auch gelungen, rund ein Zentimeter fehlte zum Schluss im Eimer.“