Kreis Euskirchen – Nach zweijähriger Corona-Pause findet in diesem Jahr wieder die beliebte Archäologietour Nordeifel von Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Nordeifel Tourismus statt – und zwar am Sonntag, 2. Oktober. Sechs Stationen können die Besucher ansteuern. Diejenigen, die die Tour bequem im Bus unternehmen möchten, sollten sich sputen: Drei der fünf zur Verfügung stehenden Busse sind schon ausgebucht.
Neben individueller und Bus-Tour gibt’s weitere Optionen: Der ADFC Bonn bietet eine Radrundfahrt an, der Eifelverein Bonn eine zwölf Kilometer lange Rundwanderung. Auf diese Zusatzangebote wies Projektleiterin Dr. Ulrike Müssemeier von der Außenstelle Nideggen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege hin. An allen sechs Stationen in der Nordeifel ist wie gewohnt für die Verköstigung der Besucher gesorgt.
Kalksteinabbau
Ausgewählt haben das LVR-Fachamt und die Kreiskommunen erstmals die Reste des einstigen Kalksteintagebaus am Ortsrand von Blankenheimerdorf. Eine Gesteinswand, die es aus Sicht des LVR-Paläontologen Stephan Helling in sich hat: Sie steckt voller 350 Millionen Jahre alter Korallen, Reste von Seeigeln, Schwämmen, Muscheln und anderen Fossilien.
Hierhin, hinter das kleine Vereinshaus der Pfadfinder unweit der B51, verirrt sich sonst kaum jemand. Am 2. Oktober wird das anders sein, denn, so Müssemeier: „Fossilien funktionieren bei Kindern mittlerweile genauso gut wie Dinosaurier.“ Am Stand des Naturzentrums Eifel, der auf dem Gelände aufgebaut sein wird, können die jungen Hobby-Paläontologen dann auch Fossilienfunde schleifen.
Römer-Heizung
Wie die Korallenwand in Blankenheimerdorf ist auch eine andere Station erstmals im Programm: In der Innenstadt von Zülpich baut die Manfred Vetter-Stiftung derzeit das Museum für den Maler Hubert Salentin um – eine Tiefbaustelle im Zentrum der 2000 Jahre alten Stadt.
Natürlich fanden die LVR-Archäologen, die die Baustelle begleitet haben, da allerlei: Reste einer römischen Heizung, eines spätmittelalterlichen Brunnens und anderes mehr. Einige der Funde werden nur an diesem Tag ausgestellt – in vier Vitrinen. Kinder können es bei archäologischen Sandkastengrabungen vor Ort den Experten gleichtun .
Römer-Fernstraße
Auch stehen einzelne archäologische Arbeitstechniken im Fokus. Ein heute unscheinbarer Feldweg war einst Teil der wichtigen römischen Fernstraßenverbindung von Trier nach Köln, der Agrippastraße. Luftbildarchäologie und geophysikalische Untersuchungen helfen knapp 2000 Jahre später, den Streckenverlauf zu rekonstruieren, am 2. Oktober am Beispiel des Feldweges, der heute die Gebiete von Kall und Mechernich trennt.
Hohlwege
Wie man Jahrhunderte alte Hohlwege im Wald heute per Scankartierung und Modellierung nachbilden kann und sichtbar macht, zeigen die LVR-Experten am Hang des Eicherscheider Berges bei Hellenthal. Die spezielle Geländeform ist zudem mit bloßem Auge gut erkennbar.
Römer-Marmor
Eine Station ist einmal mehr der Römerkanal, in diesem Jahr erstmals ein Aufschluss in Kreuzweingarten. Hier sind besonders mächtige Kalksinterablagerungen zu sehen. Dieser „Römerkanalmarmor“ war im Mittelalter – geschliffen und poliert – ein geschätzter dekorativer Baustoff, etwa im Altar der Abteikirche von Maria Laach. Was den Besuch in Kreuzweingarten besonders lohnt: Prof. Klaus Grewe, Kapazität in Sachen Römerkanal, steht Rede und Antwort.
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Kalkbrennerei
Erneut auf der Route steht die römische Kalkbrennerei bei Iversheim. In diesem Jahr als Anerkennung für die Aufwertung des Bodendenkmals als Teil des Unesco-Welterbes Niederrheinischer Limes und der Bemühungen des Fördervereins zum Erhalt des Denkmals.


