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Wiederaufbau In Bad Münstereifel liegen jetzt Glasfaserleitungen

Mehrere Personen stehen vor einem Schild der Telekom. Dahinter ist die Stadtmauer zu sehen.

Stellten die Glasfaserpläne vor: Anja Wilhelm (v.l.), Sabine Preiser-Marian und Gerd Wolter.

Die Telekom hat in Bad Münstereifel den Glasfaserausbau vorangetrieben. Das alte Kupfernetz, das besonders in der Kernstadt zerstört wurde, wird nicht mehr erneuert. Doch die Nachfrage der Bürger ist gering.

Die Flutkatastrophe hat nicht nur sichtbare Schäden in Bad Münstereifel hinterlassen, sondern auch unterirdisch einiges an Zerstörung angerichtet. Betroffen sind davon auch die Kupferleitungen für die Internetverbindungen. Immer wieder kommt es aktuell in den Flutgebieten zu Ausfällen und schlechten Verbindungen. Wie die Telekom mitteilt, werden defekte Kupferstränge nicht mehr repariert – außer, es handelt sich um Anschlüsse von Menschen und Einrichtungen, die zur kritischen Infrastruktur zählen.

Die Schadenslage ist in den Flutgebieten unterschiedlich: Gerade in der Münstereifeler Kernstadt gab es kaum noch intaktes Kupfernetz. „In Iversheim, Arloff und dem Gewerbegebiet sah das anders aus“, sagte Gerd Wolter, der für Telekom Technik für den Breitbandausbau in der Region zuständig ist, bei einem Pressetermin am Orchheimer Tor in Bad Münstereifel.

Entscheidung fiel bald nach der Flut

Bad Münstereifel sei der am schlimmsten betroffene Bereich. Wolter muss es wissen, denn er ist auch in Eschweiler (gemeint ist die Stadt bei Aachen), in Schleiden und Gemünd, Kall, Flamersheim, Schweinheim und Heimerzheim zuständig. Bereits vier Wochen nach der Katastrophe gab die Telekom die Entscheidung bekannt, dass sie in Bad Münstereifel nicht mehr Kupfer-, sondern Glasfaserleitungen verlegen wird.

Ein offener Schaltkasten mit ganz vielen Kabeln und davor steht Rainer Braun.

Blick ins Innere: Rainer Braun vor einem geöffneten Schaltkasten.

„Das war für uns ein Hilfsanker“, sagte Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. Glasfaser sei zukunftsfähiger und erfülle den wiederkehrenden Wunsch vieler Münstereifeler nach mehr Bandbreite in der Stadt. Mindestens 180 Kilometer Glasfaser liegen laut Anja Wilhelm, Beauftragte des Konzernbevollmächtigten der Telekom Region West, im Münstereifeler Stadtgebiet.

Nachfrage nach Anschlüssen gering

Wolter geht sogar eher von 240 Kilometer aus. 1400 Häuser könnten aktuell davon profitieren. Doch die Nachfrage ist noch sehr gering. Nur etwas mehr als 200 Hausanschlüsse wurden bislang gelegt. „Aus Sicht der Stadt ist es wichtig, dass Glasfaser auch genutzt wird“, sagte Preiser-Marian. Derzeit, während des Wiederaufbaus, sei der Hausanschluss noch kostenlos, so das Stadtoberhaupt. „Aber irgendwann wird das nicht mehr kostenfrei sein, denn dann liegen alle Leitungen“, ergänzt Rainer Braun vom Bauunternehmen Franz Josef Braun aus Harzheim, das für die Verlegung aller Versorgungsleitungen in der Kernstadt zuständig ist.

Auf den Dörfern ist im Auftrag der Telekom-Dependance Leipzig ein Unternehmen aus Bayern tätig, das – so war es zuletzt in der Politik zu hören – auch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs fordert, weil sie die Arbeiten überwachen müssen. Anja Wilhelm schätzt, dass spätestens im Sommer 2023 keine Möglichkeit mehr besteht, einen Hausanschluss kostenlos zu erhalten.

Im Zentrum alle Häuser angeschlossen

In der Kernstadt sind sogar alle Häuser prophylaktisch angeschlossen worden, damit das neue Pflaster nicht mehr aufgerissen werden muss. Abgeschlossen sein sollen die gesamten Arbeiten Ende 2023. „Wir wollten eigentlich dieses Weihnachten fertig sein, aber in Bad Münstereifel ist alles etwas enger als anderswo“, sagte Wolter.

Wer auf Glasfaser umsteigen möchte, habe einen möglichst geringen Aufwand. Ein neuer Router müsse vermutlich gekauft oder gemietet werden. Aber man muss nicht zwingend zur Telekom wechseln, sondern kann bei seinem Anbieter bleiben, sofern der Glasfasertarife anbietet. Eine Bandbreite von einem GBit/s anstatt 250 MBit/s soll möglich sein.