Die Auszubildende der Goldschmiede Palm aus Bad Münstereifel hat einen Karnevalsorden gefertigt, der aus 18 Puzzleteilen besteht.
„Fest in Gold“Hannah Homberg aus Bad Münstereifel belegt Platz drei beim Ordenswettbewerb

Hannah Homberg, hier bei der Preisverleihung in der Kreissparkasse Köln, hat den dritten Platz beim Ordenswettbewerb „Fest in Gold“ erzielt.
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Viel besser kann ein Ausbildungsjahr nicht beginnen. Mitte des Jahres hat Hannah Homberg ihre Lehre bei der Goldschmiede Palm in Bad Münstereifel begonnen. Jüngst stand sie mit ihrem ersten Großprojekt auf dem Treppchen in Köln: Bei der 46. Auflage des Ordenswettbewerbs „Fest in Gold“ belegte sie den dritten Platz. Insgesamt 16 Nachwuchsgoldschmiede aus dem Bezirk der Handwerkskammer zu Köln hatten Karnevalsorden eingereicht, über die eine Jury entscheiden musste.
Der Orden von Hannah Homberg überzeugte – und ist ein filigranes Meisterwerk. Er zeigt nicht nur die Skyline von Köln mit den markanten Zwillingstürmen des Doms, dem Fernsehturm oder Groß St. Martin. Der Clou: Der Orden besteht aus 18 bunten Puzzleteilen, die sich tatsächlich abnehmen und neu zusammensetzen lassen. Denn der Orden besteht im Grunde genommen aus einer Eisenplatte. In die Puzzleteile aus Messing, Kupfer und Silber hat sie Minimagnete eingesetzt, die sich mit der Eisenplatte verbinden.
Orden orientiert sich am Kölner Sessionmotto
Die meisten Puzzleteile haben exakt die gleiche Form, sodass man im unteren Bereich variieren kann. Anders als bei Puzzle-Spielen gibt es also mehr als eine Lösung. „Das Schwierigste war das Aussägen der Puzzleteile“, sagt Hannah Homberg. Ihre Chefin Ursula Palm-Zumbé unterstellt ihrer Auszubildenden allerdings auch eine gewisse Pingeligkeit. Wenn auch nur ein bisschen Luft zwischen den Puzzleteilen vorhanden gewesen sei, habe die 20-Jährige nachgebessert. Aber warum überhaupt ein Puzzle? Das hat mit dem Kölner Sessionsmotto zu tun, an dem sich viele Teilnehmer des Wettbewerbs orientieren. Das lautet in dieser Session „Alaaf – Mer dun et för Kölle“.

Aus 18 magnetischen Puzzleteilen besteht der von Hannah Homberg gefertigte Orden.
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Homberg gibt zu, dass sie das Motto, das sie mit dem Thema „Ehrenamt“ verbindet, zunächst kreativ nicht ansprach. Doch dann begann sie zu überlegen. Ihr war von Anfang an klar, dass der Dom im Orden vorkommen soll. „Der wurde ja auch von Menschen gebaut“, sagt sie. Mit ihrer Mutter Kirsten begab sie sich auf eine Exkursion durch Köln. Dort holte sie sich Inspiration. Sie wurde auf die Kölner Skyline aufmerksam – und ihr Gedanken-Puzzlespiel nahm Gestalt an. „Ich habe sogar überlegt, noch kleine Elemente einzufügen, aber das war dann zu klein“, erzählt sie. So verwarf sie die Idee, auf die Puzzle-Teile noch das Kölner Grundgesetz zu gravieren. Aber ganz verzichtet hat sie nicht auf ein paar kleinere Hingucker wie ein Herz, eine Narrenkappe und zwei Menschen, die das Puzzle halten oder zusammenfügen.
Hannah Hombergs Chefin hat den Wettbewerb 1986 gewonnen
Und dann ging es los. Sechs bis acht Wochen habe es gedauert, bis der Orden fertig war. „Nirgendwo lernt man so so viel, als wenn man selbstständig etwas entwirft und herstellt“, sagt dann auch Hannah Hombergs Chefin Ursula Palm-Zumbé. Sie muss es wissen, denn sie selbst hat 1986 beim Wettbewerb mitgemacht – und ihn gewonnen. Ihr Vater sei 1966 beim „Fest in Gold“ siegreich gewesen. „Alle meine Lehrlinge haben Orden gemacht, und wir waren immer platziert“, sagt Palm-Zumbé. So gewann 1999 Lehrling Verena Metzen den Wettbewerb. Heute hat die frühere Auszubildende aus Bad Münstereifel eine Goldschmiede in der Domstadt – und darf sich über den Sieg ihres Lehrlings freuen. So ein bisschen hat also auch die Goldschmiede Palm in diesem Jahr gewonnen.
„Für die Preisträgerin ist der kölsche Gedanke ein Puzzle aus Vielfalt und buntem Treiben, wobei beides gemeinsam Kölns Stärke und Zusammenhalt ausmacht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer zur Entscheidung für den dritten Platz von Hannah Homberg.
Der Orden wird in Köln an eine Honoration verliehen
Der 20-Jährigen bereitet die Ausbildung in ihrer Heimstadt Bad Münstereifel viel Freude. Dort hat sie 2024 am St.-Michael-Gymnasium ihr Abitur abgelegt. Weil sie damals noch unschlüssig gewesen sei, was sie beruflich machen wollte, habe sie als Assistentin von Ursula Palm-Zumbé angefangen. „Wir haben toll zusammengearbeitet“, sagt die Chefin und ergänzt: „Und auch jetzt macht die Arbeit mit ihr Spaß.“ Gefragt, was ihre Auszubildende denn bisher gelernt habe, beginnt die Goldschmiedemeisterin zu lachen: „Sägen, sägen, sägen, feilen, feilen, feilen, dann löten. Und jetzt kommt ziselieren und schmieden dazu.“
Von ihrem Orden musste sich Hannah Homberg verabschieden. Er musste in Köln bleiben, wo er an eine Honoration verliehen wird – allerdings gegen einen kleinen Obolus. „Ein Teil der Prämie kommt den Gewinnern zugute“, so die Firmeninhaberin Ursula Palm-Zumbé.
