Euskirchen – Wieder versucht die Stadtverwaltung mit einer neuen Methode, die Unfallkreuzung Walramstraße/Mittelstraße in Euskirchen zu entschärfen. Nun soll der komplette Kreuzungsbereich in Asphaltbauweise um 8 bis 10 Zentimeter erhöht werden, um Autofahrer auf den Gefahrenpunkt aufmerksam zu machen. Dieses Konzept hat jetzt der Ausschuss für Tiefbau und Verkehr einstimmig abgesegnet. Nur die beiden FDP-Vertreter enthielten sich.
Allein von 2006 bis 2013 registrierte die Polizei an der Kreuzung, die eigentlich recht übersichtlich ist, 47 Verkehrsunfälle. Mittlerweile sind es insgesamt mehr als 50. Die Stadt hat in den zurückliegenden Jahren allerhand probiert, um die Situation zu verbessern. Zusätzliche Stoppschilder auf der Walramstraße, Tempo 30 auf der Mittelstraße, neongelbe Warnschilder, spezielle Markierungen – all das konnte nicht verhindern, dass immer wieder Fahrzeuge zusammenstießen.
Zusatzbeschilderung hat Wirkung gezeigt
Beim jüngsten Unfall, Anfang November, wurde ein Motorrollerfahrer schwer verletzt. Daraufhin forderte die Kölner Bezirksregierung die Stadt zum Handeln auf. Es war nicht das erste Mal, dass übergeordnete Behörden sich in die Angelegenheit einschalteten. 2013 etwa hatte die mit Experten besetzte Unfallkommission den Bau eines Mini-Kreisels ins Gespräch gebracht, doch die Euskirchener weigerten sich, diesem Vorschlag zu folgen. Die Verwaltung verwies jetzt darauf, dass die Zusatzbeschilderung durchaus Wirkung gezeigt habe. „Während es vorher, überspitzt gesagt, jede Woche gescheppert hat, gab es in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren nur noch einen schweren Unfall“, sagte Bürgermeister Dr. Uwe Friedl (CDU).
Die Erhöhung wird sich an allen vier Seiten der Kreuzung jeweils über die gesamten Fahrbahnbreite erstrecken. Die Asphaltrampen werden mit weißen Dreiecksmarkierungen versehen, damit sie besonders auffallen.
„Berliner Kissen“ abgelehnt
„Berliner Kissen“, wie die Stadt sie zur Verkehrsberuhigung zum Beispiel auf der Hochstraße angelegt hat, lehnt die Verwaltung ab. Der Grund: Gerade Zweiradfahrer, die auf der Walramstraße zuletzt häufiger in Unfälle verwickelt wurden, können an derartigen Erhöhungen problemlos vorbeifahren, ohne ihr Tempo zu reduzieren.
Die Kosten der Umgestaltung werden mit 18.000 Euro veranschlagt. Dieser Betrag soll im Haushalt 2016 bereitgestellt werden. Wenn die Stadt nicht aktiv werde, müsse man davon ausgehen, „dass die Aufsichtsbehörden Maßnahmen anordnen, die möglicherweise noch kostspieliger sind“, hatte der Technische Beigeordnete Oliver Knaup in der Sitzungsvorlage geschrieben.