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Beweisaufnahme abgeschlossenZweifel an der Aussage des Opfers

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Das Opfer kommt aus dem Euskirchener Stadtgebiet.

Aachen/Schleiden – Abgeschlossen hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen jetzt die Beweisaufnahme im Prozess um versuchten Mord und Körperverletzung an einem 40-jährigen Mann aus dem Euskirchener Stadtgebiet. Er soll laut Anklage der Staatsanwaltschaft nach einem Trinkgelage mit einem Euskirchener und einem Meckenheimer Handwerker russischer Herkunft (36 und 37 Jahre alt) nach einem massiven Streit in einem Gartenhaus in Euskirchen mitten in der Nacht an die Urfttalsperre verschleppt worden sein.

Brutal verprügelt?

Dort hätten ihn seine zwei Saufkumpane brutal verprügelt und zweimal an einem Seil hinter einem Transporter hergezogen. Dann habe das Duo den Schwerverletzten hilflos mitten in der Nacht im Wald zurückgelassen. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt von Joggern einige Hundert Meter von der Stelle entfernt gefunden, wo er mit Fußtritten, Stockschlägen und Fausthieben malträtiert worden sein soll.

Geschichte ausgedacht?

Doch die vom Opfer vor Gericht getätigte Aussage über das Geschehen an jenem Tag wich in einigen Details von früheren Einlassungen bei ermittelnden Polizeibeamten ab. Daher zweifelte der Vorsitzende Richter Roland Klösges die Richtigkeit der Aussage des arbeitslosen Handwerkers an. Am Donnerstag erging vom Gericht ein rechtlicher Hinweis an alle Prozessbeteiligten. Es könnte sein, so die Richter, dass das Opfer sich Teile seiner Geschichte ausgedacht habe. Möglicherweise habe es die Körperverletzung im Gartenhaus in Euskirchen und die Verschleppung des 40-Jährigen an die Urfttalsperre gar nicht gegeben.

Versuchter Totschlag?

Wenn es nur an der Talsperre ein strafbares Tatgeschehen gab, würde das Schwurgericht nicht von versuchtem Mord, sondern von versuchtem Totschlag ausgehen. Es wäre nicht mehr von Verschleppung die Rede, sondern von Körperverletzung und Aussetzung. Der brutale Streit an der Urfttalsperre könnte sich auch, so das Gericht in seinem rechtlichen Hinweis, vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung um ein kriminelles Geschäft abgespielt haben. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag mit den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger fortgesetzt. An diesem Tag wird das Urteil erwartet, so ein Gerichtssprecher.