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„Kunst im Garten“-SchauTeilnehmerrekord mit großem Angebot in Blankenheim

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Aus dem Erfolg seiner Skulpturen hat Lukas Hellenthal eine Geschäftsidee entwickelt: Er ist der „Blechbaron“.

Blankenheim-Freilingen – 27 Aussteller stellten bei der siebten Auflage der „Kunst im Garten“-Schau am und im Bürgerhaus in Freilingen ihre Produkte aus. Damit konnten die Organisatoren einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnen. Auch wollten erfreulich viele Besucher das Angebot aus Kunst und Kunsthandwerk sehen.

„Weniger Gemaltes, dafür mehr Dekoratives zum Hinstellen in Haus und Garten.“ Michael Hellenthal vom Vereinskartell Freilingen hatte mit Blick auf die dicht an dicht stehenden Stände die neuesten Trends sofort im Blick. Dass die Schau deshalb ein Mini-„Country Homes“ nach dem Vorbild der tausende Besucher anlockenden Gartendekorationsschau auf Schloss Eicks werden könne, sei aber natürlich weit gefehlt, sagte er lachend.

Acht Monate Arbeit

Plastiken aus Eichenholz verkaufte Hans Murk aus Marmagen, unterstützt von den Enkeln.

Dennoch: Schon beim Aufbau machten einige Aussteller erste Kasse. Holzplastiken, Modeschmuck, Schönes aus Wolle, Tonkunst oder skandinavische Handarbeiten fanden Kaufinteressenten. Dazu las Inge Oehmichen aus Blankenheim aus ihren Büchern. Und im Pavillon auf der Wiese bereiteten Lothar Ströder und seine Familie unter anderem Elsässer Flammkuchen zu. Im Bürgerhaus gab es die eher süßen Speisen: Kuchen und Torten, frisch gebacken von Freilingerinnen. „Egal, wie oft und wie viele Torten wir brauchen: Wir finden immer genug Frauen, die sie backen!“, lobte Ortsvorsteherin Simone Böhm den Fleiß der Hausfrauen aus dem Dorf.

Im Saal neben der Kuchentheke versuchte zeitgleich Eva Göbel das Interesse der Besucher für 500 Jahre Leonardo da Vinci zu wecken. Das Universalgenie starb 1519. Göbel würdigt das mit einer Kopie des vor zwei Jahren für 450 Millionen US-Dollar an einen anonymen Bieter versteigerte Gemälde „Salvator Mundi“. Für die Replik benötigte sie acht Monate. Auf Holz hat sie mit Halbkreide den Untergrund aufgetragen, dann eine Vorzeichnung, eine Untermalung, schließlich die Farben in Schichtaufbau. Das Bild hat die Größe des Vorbilds, kostet aber verglichen mit dem Original einen Spottpreis.

Dafür aber ist es ein echter Göbel – wo hingegen das Original von einigen Leonardo-Kennern nur der Werkstatt des Meisters zugeschrieben wird. Lukas Hellenthal aus Freilingen musste, anders als Göbel im Bürgerhaus, auf der Wiese vermutlich nicht so lange auf Abnehmer warten wie die Kopistin. Er hatte vor einem Jahr bei „Kunst im Garten“ erstmals seine Blechskulpturen angeboten – und war vom Verkaufserfolg überrascht.

„Mein Steuerberater empfahl mir daraufhin, ein Gewerbe anzumelden“, so Hellenthal. Er nennt sich mittlerweile Blechbaron und lässt seine Entwürfe oder Auftragsarbeiten von einem Aachener Eisenverarbeiter zuschneiden. Von seinen Feuersäulen mit Petroleum für den Garten – zunächst eine Geschenkidee zum Muttertag – hat er bisher etwa 77 verkauft. So hat „Kunst im Garten“ mittlerweile sein erstes erfolgreiches Start-up-Unternehmen generiert – auf der grünen Wiese.