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Düttlinger KöhlerKohlenmeiler im Nationalpark Eifel raucht wieder

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Mit einer aus einem Kinoscheinwerfer gebauten künstlichen Sonne wurde die Verbrennung in Gang gesetzt.

Heimbach-Düttling – Nun glüht er wieder, der Meiler am Nationalpark Eifel. Für die nächsten neun Tage zieht der gelblich-graue Rauch durch den Heimbacher Forst, der dem Köhlermeister Gerd Linden zeigt, dass es dem Meiler gutgeht.

„Blauer Rauch ist schlecht“, verriet Linden, während er zufrieden die ersten Lebenszeichen aus dem Inneren des mehrere Meter hohen Holzhaufens studierte und seine „Köhlerbuben“ anleitete, die schubkarrenweise Buchenholz in das Zündloch an der Spitze des Meilers warfen. Denn blauer Rauch bedeutet, dass es im Meiler brennt und die vielen Fans der hier produzierten Holzkohle während der Grillsaison auf die von ihnen verachtete Industrieware zurückgreifen müssten.

Es bleibt abzuwarten, wie viele Jahre es noch dauern wird, bis die Heimbacher Köhler-Crew den Meiler einmal ganz profan mit dem Feuerzeug anzünden wird. Auch in diesem Jahr ist es ihr gelungen, eine Zündmethode zu finden, die publikumstauglich genug ist, um über 100 Zuschauer in den Wald bei Düttling zu locken. Nach der traditionellen Methode des Feuermachens mit Hölzern und Drillbogen vor zwei Jahren ging es diesmal in den futuristischen Bereich. Eine künstliche Sonne lieferte die Energie für den ersten Funken.

Vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich hatte sich ein Team unter der Leitung von Dr. Kai Wieghardt auf den Weg in die Eifel gemacht. In Jülich betreibt die DLR ein 60 Meter hohes Sonnenkraftwerk, bei dem über 2000 Spiegel Energie erzeugt wird.

Ein weiteres Forschungsprojekt mit dem Namen „Synlight“ soll in Kürze an den Start gehen. „Dabei handelt es sich um einen hochflussdichten Sonnensimulator, bei dem mit 150 Elementen sonnenähnliche Temperaturen erzeugt werden sollen“, erläuterte Wieghardt. Dazu werden handelsübliche Kinoscheinwerfer in ellipsenförmige Spiegel montiert.

Das helle Licht der Scheinwerfer wird auf den zweiten Brennpunkt der Ellipse in acht Meter Entfernung geleitet, wo, so hofft Wieghardt, Temperaturen von 3000 bis 4000 Grad Celsius entstehen sollen.

Zur Demonstration hatten die Forscher aus Jülich eines dieser Elemente in einen Lkw gebaut und auf dem Meilerplatz in Stellung gebracht.

Zuschauer mussten Augen mit Spezialbrillen schützen

Um die Augen der Zuschauer vor der grellen Helligkeit zu schützen, wurden Restbestände an Sonnenfinsternis-Brillen verteilt und der Bereich weiträumig abgesperrt. Eindringlich wurden die Zuschauer gebeten, auf keinen Fall in das Licht des Scheinwerfers zu sehen. Ein erster Test am Vorabend hatte ergeben, dass das Holz durch die etwa 1000 Grad Celsius, die im konzentrierten Licht des Scheinwerfers entstehen, Holz innerhalb weniger Minuten in Flammen aufging.

Also hatte Dmitrij Laaber, der den technischen Teil des Zündvorgangs abwickelte, damit der Vorgang etwas länger dauern würde, größere Scheite genommen und diese noch angefeuchtet.

Das hatte zur Folge, dass zunächst einmal gar nichts passierte. Schnell stieg Rauch auf, doch brennen wollten die dicken Buchenklötze nicht.

Erst, als beim zweiten Versuch dünne Späne und Reisig zwischen die Hölzer gemischt wurden, entwickelte sich das Feuer, mit dem genügend Glut erzeugt wurde, um den Meiler zu entzünden. Henning Walter, jüngst in Rente gegangener Leiter der Nationalpark-Forstverwaltung, stieg mit Moderator Michael Lammertz und Gert Linden auf den von dem Heimbacher Pfarrer Hans Donks gesegneten Meiler, um die Glut in das Zündloch zu werfen und das Feuer im Inneren des Holzhaufens in Gang zu setzen.

Über neun Tage werden nun ständig zwei Köhler am Meiler Wache halten und – je nach Farbe des Rauches – Luftlöcher in die Erdhülle des Holzhaufens stechen, mit denen die Sauerstoffzufuhr für den Verkohlungsvorgang geregelt wird. Dann wird es wieder anstrengend: Wenn der Meiler geöffnet wird, werden 10 bis 15 Leute nötig sein, um das Feuer zu löschen.

„Wir nehmen so wenig Wasser wie möglich“, versprach Linden. Mit Schwämmen würden die einzelnen Glutnester betupft und gelöscht.

Bis dahin sorgen die Düttlinger Köhler mit einem reichhaltigen Programm für Unterhaltung am Meiler. Im Wald haben sie auf einem Pfad alles Wissenswerte über das alte Köhlerhandwerk zusammengetragen und auch eine „Rheumahütte“ gebaut, ein einfacher, grasbedeckter Unterschlupf, der den Köhlern früher als Nachtquartier diente.