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Empfang beim BundespräsidentenArm in Arm mit Joachim Gauck

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Euskirchen – Zum dritten Mal hatte Bundespräsident Joachim Gauck zum Bürgerfest in den Park und das Schloss Bellevue eingeladen. Am vergangenen Freitag war der Amtssitz des ersten Mannes im Staat nur geladenen Gästen geöffnet: 4000 Menschen aus ganz Deutschland, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, wurden mit einer persönlichen Einladung des Bundespräsidenten gewürdigt.

Auch Nevin Sezgin flatterte vor einigen Wochen eine solche ins Haus. „Ich war total überrascht und habe mich riesig gefreut, dass ich auch noch Begleitung mitnehmen durfte“, so die 39-jährige Euskirchenerin, die sich vor allem durch ihr großes Engagement bei der Organisation des alle zwei Jahre stattfindenden Friedensfestes einen Namen gemacht hat. Gemeinsam mit ihrem Mann Murat, Tochter Zeynep (neun Jahre) und Sohn Yasin (sechs Jahre) fuhr die 39-Jährige am vergangenen Wochenende also nach Berlin, um Joachim Gaucks Dankesworten zu lauschen und ein Programm mit Musik- und Theateraufführungen zu genießen.

Der eigentliche Höhepunkt für Nevin Sezgin, die für ein friedliches, tolerantes Miteinander aller Menschen eintritt, war jedoch etwas anderes: „Ich hatte versprochen, den Bundespräsidenten im Namen der Bürger der Stadt Euskirchen zu umarmen und ein Foto davon mitzubringen.“ Womit die energievolle Frau nicht gerechnet hatte: Scharen von Journalisten belagerten das Oberhaupt fortwährend und machten ein Durchkommen nahezu unmöglich.

Zudem war der Bundespräsident nicht ohne Aufsicht: Ein halbes Dutzend Bodyguards sorgte dafür, dass ihm niemand zu nahe kam. „Aber dann war da dieser Moment“, erzählt Nevin Sezgin lachend und versichert, dass sie erst gehandelt und dann nachgedacht habe. Sie huschte zwischen den Männern hindurch, strahlte Joachim Gauck an und nahm ihn mit den Worten „Das habe ich meiner Heimatstadt Euskirchen versprochen!“ fest in den Arm. Die Sicherheitskräfte hätten ihren Auftritt zwar mit Argusaugen beobachtet, letztlich aber nicht eingegriffen, „und so sind der Präsident und ich ein ganzes Stück Arm in Arm gelaufen, beinahe bis ins Schloss hinein“.

Nachdem ihr Mann ein Foto von ihr und dem Staatsoberhaupt geschossen hatte, verabschiedete sich Joachim Gauck freundlich. „Als ich mich dann umdrehte, haben plötzlich alle Menschen, die das Ganze beobachtet hatten, applaudiert“, erzählt die Euskirchenerin. Ihr sei erst im Nachhinein klar geworden, dass sie offenbar gegen die Etikette verstoßen habe. Aber Gauck habe ihr das nicht verübelt: „Ein sehr sympathischer, warmherziger Mensch, er hat mich die ganze Zeit angestrahlt.“

Auch für die restliche Familie sei der Tag auf Schloss Bellevue etwas ganz Besonderes gewesen, man habe den Aufenthalt sehr genossen. Alle vier hatten sich übrigens eigens für den Tag in Schale geschmissen: „Während unseres Urlaubs in der Türkei einige Wochen zuvor haben wir uns alle ausstaffiert. Drei Tage lang habe ich in den Geschäften dort nach einem passenden Kleid gesucht“, erzählt Nevin Sezgin. Vor allem Tochter Zeynep habe mit ihrem knallroten Prinzessinnenkleid ganz wunderbar in das Ambiente des Berliner Schlosses gepasst.