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„Erlenhof“Wie funktioniert Haft mit Ausgang?

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Hölzerne Spardosen in Eulenform haben die Gefangenen im „Erlenhof“ gebastelt. Anstaltsleiterin Renate Gaddum wirbt dafür als Mitbringsel vom Tag der Offenen Tür, der im April stattfinden soll.

Euskirchen – Die Justizvollzugsanstalt „Erlenhof“ öffnet am Sonntag, 21. April, ihre Türen – aber nur für Besucher. Denn die derzeit 448 Häftlinge dürfen nach wie vor nur maximal 80 Stunden im Monat das Haus verlassen. Was die Menschen ausgefressen haben, die vor allem nachts einsitzen, tagsüber aber oft arbeiten und sogar Urlaub haben, erfahren die Besucher an diesem Tag. Es gibt für sie Führungen und auch ein etwa fünf bis zehn Minuten langes Video, das Anwärter aus dem Justizvollzugsdienst gedreht haben. Musik und vieles mehr steht von 9.45 bis 16 Uhr auf dem Programm für den „Tag der offenen Tür“. Die Landrats-Elf spielt um 14 Uhr gegen eine Gefangenenmannschaft.

„Wir haben so weit alles vorbereitet, dass die Häftlinge, die Lockerung genießen, also raus dürfen, nicht da sein müssen. Es wird aber genügend Freiwillige geben, die sich Fragen von Besuchern stellen werden“, sagt Anstaltsleiterin Renate Gaddum. Mit ihrer Stellvertreterin Ulrike Müller hat sie alles geplant. Ein Kollege tritt mit dem Chor „Blue Notes“ aus Rheinbach auf, in dem er singt. Jazz, Rock, Pop und Gospel gehören zum Repertoire. Um 13.30 Uhr wird die christliche Rock Band „Bright Light“ den ersten Auftritt haben. Führungen beginnen um 11 Uhr. Die Anstaltsküche gibt gegen einen Unkostenbeitrag Mittagessen aus. Zu sehen sind die gesicherte Zugangsabteilung, Hafthäuser, die Transportabteilung mit einem gesicherten Haftraum, die Sozialtherapeutische Abteilung, der Garten- und Landschaftsbau und der Metallbetrieb.

Seelsorger, Psychologen, Juristen, Vollzugsdienst – 135 Mitarbeiter hat die „Justizvollzugsanstalt Euskirchen“, wie die Einrichtung in der Kölner Straße 250 offiziell heißt. Es wird auch gezeigt, was mit Häftlingen passiert, die sich nicht an die Regeln halten.

„Wollen keinen Zoo-Effekt“

Auch Berufsbilder werden vorgestellt, denn gerade für den Justizvollzugsdienst sei es schwierig, geeignete Bewerber zu finden“, sagte Gaddum. Oft fehle es an der Schulbildung.

Der Tag der Offenen Tür soll die Bevölkerung informieren und ihr ein sicheres Gefühl geben. Dort sollen Fragen beantworten werden, die Gaddum immer wieder gehört hat. „Viele denken beim ,Erlenhof‘ nur an schwer erziehbare Jugendliche oder wollen wissen, ob die denn einen Fernseher haben dürfen“, sagt die Leiterin. Auch die Gefangenenzeitung wird ausliegen. Der Einblick in die geschlossene Zugangsabteilung, in der Neulinge einsitzen, die sich selbst gestellt haben und erst auf ihre Eignung zum Ausgang untersucht werden müssen, wird nicht allzu groß. „Die Abteilung ist recht klein, und wir wollen keinen Zoo-Effekt, dass die Gefangenen alle angestarrt werden“, erklärte Gaddum. Denn trotz aller Offenheit sei die Intimsphäre der Gefangenen zu achten. Die Besucher brauchen keine großen Kontrollen zu fürchten und auch nicht wie üblich einen Ausweis abgeben, um auf das Gelände zu dürfen. „Wir werden Besucher zählen und gewisse Bereiche absperren“, erklärte Gaddum. Eine besondere Sicherung sei nicht notwendig. Wer mag, kann sich ein Erinnerungsstück kaufen: zum Beispiel eine Spardose aus Holz in Eulenform, die von Gefangenen gefertigt wurde.