Der TuS Zülpich hatte nicht den Hauch einer Chance gegen Bad Münstereifel, aber trotzdem etwas zu feiern: Der Klassenerhalt ist sicher.
Basketball-DerbyDer Erftbaskets-Sieg gegen Zülpich war nie gefährdet

Spieler des Spiels: Jan Züll.
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TuS Zülpich – Erftbaskets Bad Münstereifel 53:72 (12:18, 27:39, 41:55). Es war Derby-Zeit in der Dieter-Pritzsche-Halle in Zülpich. Der TuS empfing die Erftbaskets. Gut 100 Zuschauer unterstützten die beiden Teams lautstark – und sahen einen Start-Ziel-Sieg des Tabellenführers aus der Kurstadt.
Entscheidung vor dem Spiel
Weil die Troisdorfer LG am Nachmittag gegen Future Sports Meckenheim II verloren hatte, hatte Zülpich schon vor dem Spiel gegen Bad Münstereifel etwas zu feiern: Die Mannschaft von Christian Antons hat den Klassenerhalt sicher. Eine Sorge weniger – und man konnte etwas entspannter ins Spiel gehen. Aber nicht zu entspannt.
Rivalen und Freunde
Ein Derby ist ja doch immer etwas Besonderes: Die Spieler beider Teams kennen sich teilweise schon seit Duellen in der Jugend. Und natürlich wollen beide Mannschaften gewinnen. Dementsprechend war besonders im ersten Viertel auch Feuer im Spiel. Exemplarisch sei Zülpichs Simon Benentreu genannt, der sich fürchterlich aufregte und auch beim Schiedsrichtergespann beschwerte, weil er beleidigt worden sei.

Geht vorbei an Zülpichs Spielertrainer Christian Antons: Nuno Fragueira.
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Mit Trommeln unterstützten Fans den TuS Zülpich.
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Dass man sich aber gegenseitig respektiert, zeigte nicht nur die Tatsache, dass Christian Antons nach dem Spiel seinem Kontrahenten Florian Hammes ein Bier in die Hand drückte. Auch auf dem Platz gab es freundschaftliche Szenen. Als Zülpichs Tobias Kehren, gerade erst nach einer Verletzung wieder zurückgekehrt, von Chris Beier unglücklich am Fuß getroffen worden war und sich angeschlagen hinter die Ersatzbank gelegt hatte, ging Beier zu ihm und entschuldigte sich. „Wir kennen uns gut“, sagte Kehren, der in den letzten Minuten wieder aufs Feld konnte.
Die lustigste Szene des Spiels
In einer Ecke der Halle spielten die Knirpse von Erftbasket Nuno Fragueira selbst Basketball. Als der eigentliche Spielball zu ihnen rollte, bat Christian Antons mit einem Handzeichen darum, diesen zugeworfen zu bekommen. Einer der Jungs verstand die Geste – einen ausgestreckten Arm – falsch, ließ den Ball Ball sein und rannte zu Antons, um ihn abzuklatschen. Der nahm es mit Humor. In Anspielung auf das Trikot von Mini-Fragueira sagte er: „Wenn man die Chance hat, Kobe Bryant abzuklatschen, dann macht man das.“
Die eigentliche Szene des Spiels
Es stand 62:42 für die Erftbaskets, es waren weniger als sieben Minuten zu spielen, Zülpich hatte sich spürbar mit der Niederlage abgefunden, die Kraft ließ nach. Und Jan Züll gab einen Ball nicht verloren, setzte nach, sprang in einen Pass der Gastgeber hinein, eroberte den Ball zurück und traf zum 64:42. War das nötig? Vermutlich nicht. Aber es zeigte den unbedingten Siegeswillen der Erftbaskets.
Der Spieler des Spiels
Eben jener Jan Züll war nicht nur mit 23 Punkten Topscorer auf dem Feld, er war auch für beide Trainer der Garant für den Erftbaskets-Sieg. „Jan war herausragend“, fand sein eigener Trainer und auch Christian Antons lobte ihn. Zurecht.
Das sagen die Trainer
„Vorne war es ein Auf und Ab, wir müssten uns öfter belohnen, dafür waren wir in der Defense konsequent“, resümierte Florian Hammes. Ein Vorteil seines Teams: Er hatte mehr Optionen auf der Bank. Von seinen zwölf Akteuren erhielt nur Mike Kepka keine Spielzeit.
Christian Antons hat auch noch einen anderen Grund ausgemacht: Bad Münstereifel habe konsequent jede Schwächephase Zülpichs ausgenutzt. Dafür habe sein Team aus der einzigen Schwächephase der Gäste, wie Antons sagte, zu wenig gemacht. „Die Erftbaskets sind aktuell fitter und nicht unsere Kragenweite. Sie stehen verdient oben.“
Das sagen wir
Wenn man bis auf zweimal Gleichstand ganz am Anfang permanent vorne liegt, hat man verdient gewonnen. Die Erftbaskets waren überlegen und insgesamt aggressiver und präsenter, besonders bei den Rebounds unter beiden Körben. Es war kein Klassenunterschied, aber doch ein Leistungsunterschied zwischen den beiden Mannschaften zu bemerken. Aber das verrät auch ein Blick in die Tabelle.
Zülpich: Gier (13), Dahmen (2), Virnich (12), Assandei (2), Kinzig (2), Kehren (3), Benentreu (7), Stein (3), Antons (9).
Bad Münstereifel: Theilig (3), Kuric (16), Zalfen (10), Kessel (5), Züll (23), Schöpfer (2), Zens (6), Marquez Valasek, Beier (4), Kepka, Fleck, Fragueira (3).

