Abo

FußballDer SV Sötenich setzt bei den Transfers auf Nachhaltigkeit

5 min
Erfts Alexander Bellstädt mit dem Abschluss im Derby gegen Bessenich.

Offensivspieler Alex Bellstädt (l.) wechselt von den A-Junioren der JSG Erft Euskirchen zum SV Sötenich.

Zahlreiche Spielerwechsel sind bereits fix. Der VfL Niederelvenich-Mülheim-Wichternich bekommt praktisch eine komplette Mannschaft hinzu.

Die Saison ist auf der Zielgeraden angekommen. Und da während der Spielzeit vor der Spielzeit ist, feilen die Vereine fleißig an den kommenden Kadern. Das Transferkarussell dreht sich schon jetzt auf Hochtouren, dabei ist der 30. Juni – der Tag, an dem sich Fußballer abgemeldet haben müssen – noch mehr als einen Monat entfernt.

Die SG Ülpenich-Nemmenich-Elsig hat für die kommende Saison Torhüter Adam Naklicki (Inter Euskirchen), Arthur Eisfeld (TB-SV Füssenich-Geich), Mamadou Saliou Diaby (JSG Erft 01) und Temidayo Omorowa (TuS Zülpich) verpflichtet. Wer als Trainer fungiert, ist hingegen offen. Thomas Moga, der die Mannschaft in der Winterpause übernommen hatte, ist schon wieder weg. Derzeit steht Timo Eschweiler an der Seitenlinie – wahrscheinlich auch in der kommenden Saison. Ulas Önal, um den es Gerüchte gab, ist laut Teamchef Michael Kandel kein Trainerkandidat.

Die Verjüngung beim SV Sötenich geht weiter

Der SV Sötenich vermeldet ebenfalls schon einige Neuzugänge. So stößt mit Luca Schindler ein echtes Eigengewächs zum A-Ligisten. Der 18-Jährige hat alle Jugendmannschaften der JSG Golbach/Sötenich/Rinnen/Sistig-Krekel durchlaufen. Von der JSG Erft Euskirchen wechseln Magnus Heinen und Alex Bellstädt nach Sötenich. Beide sind talentierte junge Spieler. Bellstädt geht aktuell noch für die A-Junioren der JSG auf Torejagd, sammelte aber auch schon Spielminuten für die Senioren in der Bezirksliga. Zudem schließt sich Simon Liebertz dem SVS an. Der 17-Jährige ist nach Angaben des Sportlichen Leiters Uwe Metternich der erste Spieler der JSG, der den Sprung in die Mittelrheinauswahl geschafft hat.

„Nachhaltigkeit schlägt finanzielle Mittel“ – das ist beim SV Sötenich mittlerweile mehr als nur ein Schlagwort. Während andere Vereine versuchen, über Geld Spieler zu gewinnen, setzt der SVS bewusst auf die eigene Jugendarbeit und regionale Identität. „Im Kader der kommenden Saison stehen 14 Jungs aus der eigenen Jugend“, erklärt. Hinzu kämen Spieler wie Bellstädt oder Heinen, die zwar nicht aus der Sötenicher Jugend stammen, aber perfekt in das Konzept passen. „Die Jungs kennen sich untereinander, sind befreundet und identifizieren sich mit dem Weg, den wir hier eingeschlagen haben“, so Metternich.

Der Verein habe in den vergangenen Jahren gezielt auf Verjüngung gesetzt – ein Prozess, den Metternich selbst als Jugendtrainer mit aufgebaut hat. „Wenn man sich unseren Kader anschaut, dann bekommen wir ausnahmslos junge Leute dazu. Das war genau der Weg, den ich gehen wollte“, sagt der Sportliche Leiter. Entscheidend sei für ihn immer gewesen, den Fokus nicht auf kurzfristige finanzielle Anreize zu legen. „Die Jungs gehen nicht dahin, wo es vielleicht 150 Euro auf die Kralle gibt, sondern dahin, wo sie sich wohlfühlen und wo der regionale Bezug stimmt“, sagt er.

Sebastian Reisenauer kehrt zur SG Rotbachtal/Strempt zurück

Dass Familien am Spielfeldrand stehen und sich viele Menschen mit dem Verein identifizieren, sei für Metternich ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses nachhaltigen Weges. „Ich glaube, genau deshalb geht es uns momentan ganz gut“, so Metternich.

Sebastian Reisenauer als Trainer von Lommersum bei einem Time-out.

Nach seinem Intermezzo beim SSV Lommersum kehrt Sebastian Reisenauer (r.) zur SG Rotbachtal/Strempt zurück.

Sebastian Reisenauer kehrt zur SG Rotbachtal/Strempt zurück. „Reisi“ war vor der noch laufenden Spielzeit zum SSV Lommersum gewechselt, dort aber vor wenigen Wochen entlassen worden. Nun geht es also wieder zurück zur SG. Apropos neuer Trainer: Auch der SC Roitzheim vermeldet einen neuen Coach. Kurt Krüger (zuletzt beim SV Frauenberg) wird in der kommenden Spielzeit den B-Ligisten trainieren. Der bisherige Spielertrainer Marcel Krings steht weiter als Kicker zur Verfügung.

Torsten Lewin wird Nachfolger von Stefan Storb in Bessenich

Apropos neuer Trainer 2.0: Dass Stefan Storb ab Sommer nicht mehr Trainer von Rhenania Bessenich sein wird und seinen Posten neben Can Celik abgeben wird, steht schon einige Monate fest. Nun ist klar, wer Storbs Nachfolger werden wird. Von der SG Billig/Veytal wechselt Torsten Lewin zum Bezirksligisten und wird dort künftig als Co-Trainer von Celik fungieren. Lewin bringt außerdem Benjamin Wiedenau mit: Anders als in Billig wird er aber nicht als Spielertrainer fungieren, sondern lediglich als Kicker in der Bezirksliga auflaufen. Derweil wird sich auch Moritz Hoch (Birkesdorf) dem SVB anschließen.

Zülpichs Nico Berekoven im Duell mit Billigs Benni Wiedenau (l.).

Spielt in der kommenden Saison für Bessenich: Benjamin Wiedenau (l.), der aktuell noch Spielertrainer bei der SG Billig/Veytal ist.

Auch die SG25 setzt in der kommenden Saison auf einen neuen Trainer, genauer gesagt ein Trainerduo. Thomas Müller und Julian Weiler übernehmen den Posten von Frank Pärschgen.

Fast die komplette Reserve aus Ahrem wechselt nach Niederelvenich

Wer Nachfolger von Michael Nelles bei der SG Keldenich/Scheven wird, ist offen. Am häufigsten genannt als mögliche Trainer werden Kevin Mießeler und Chris Bandur. In diesem Zusammenhang ist auch die Zukunft von Tim Winter wohl offen. Dass man das Interesse von anderen Vereinen auf sich zieht, wenn man mit 20 Jahren in 21 Partien 23 Treffer erzielt und 13 weitere vorbereitet, dürfte außer Frage stehen.

Während andere Vereine sich punktuell verstärken, wird beim VfL Niederelvenich-Mülheim-Wichterich das ganz große Rad gedreht. Mit Florian Hirsch, Patrick Krüger, Marc Amfaldern, Ramon Weyer, Maik Stanitzek, Sven Schmidt, Ben Meurer, Gian Luca Hirsch, Tim Hildebrand, Maximilian Fetten, Berkan Eldes, Jannis Bogutzki und Niklas Hoffmann kommt praktisch die komplette Reserve von RW Ahrem zum C-Ligisten.

Auch bei Germania Erftstadt-Lechenich tut sich einiges. Ricco Frohn, Frederic Krahforst (beide VfL Erp), Paul Alberty (DHO), Murat Oruc, Alexander Kochs, Moritz Siegmeyer, Niklas Sümmer, Sascha Mäder (alle Horremer SV II), Hasan Sim und Ömer Sim (beide SV Bessenich III) sowie Justin Olligschläger (Dom-Esch) schließen sich dem künftigen A-Ligisten an. Genau wie Christoph Hemmersbach als Trainer.