Für die HSG-Frauen ist das Abenteuer Oberliga nach zwei Spielzeiten beendet. Auch die Euskirchener Männer und der TV Palmersheim verlieren.
HandballDer Abstieg der Euskirchener HSG-Frauen ist besiegelt

Der Abstieg ist besiegelt: Nach der Niederlage gegen Pulheim lassen die HSG-Frauen die Köpfe hängen.
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Oberliga Frauen: HSG Euskirchen – Pulheimer SC 19:22 (8:9). Was sich bereits seit Langem angedeutet hatte, ist seit diesem Wochenende Gewissheit: Die Frauen der HSG Euskirchen steigen nach der Heimniederlage gegen den Pulheimer SC in die Verbandsliga ab.
Dabei zeigten die Gastgeberinnen über weite Strecken eine ordentliche Leistung, doch waren es erneut die in dieser Saison bekannten Mängel, die den Unterschied machten – und damit sowohl den zweiten Saisonsieg als auch die ohnehin nur noch minimale Resthoffnung auf den Klassenerhalt verhinderten. Dass dieser kaum noch realistisch war, betonte auch Julian Meyer aus dem Trainerteam: „Der Abstieg war tatsächlich für uns schon ein bisschen geplant gewesen.“ So herrscht nun Klarheit, der Fokus kann vollständig auf die Planung der kommenden Spielzeit gelegt werden.
Nach der Pause ging Euskirchen sogar erstmals in Führung
Beide Teams taten sich zu Beginn schwer, in den Rhythmus zu finden. Während Euskirchen in den ersten zwölf Minuten lediglich ein Tor gelang, nutzten die Gäste ihre Chancen etwas konsequenter und setzten sich auf 4:1 ab. Doch die HSG kämpfte sich zurück, stabilisierte sich und kam bis zur Pause auf 8:9 heran.

Viele Chancen, aber kein Glück im Abschluss hatte Luca Stajenda .
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Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeberinnen sogar den besseren Start und gingen beim 10:9 erstmals in Führung. Doch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Ulrike Schmidt-Gogo nach 37 Minuten brachte die Wende für Pulheim. Zehn Minuten vor Schluss bot sich der HSG beim Stand von 15:16 die große Gelegenheit, das Spiel zu drehen. In Überzahl gelang jedoch kein Treffer – stattdessen leistete man sich hektische Abschlüsse, während Pulheim abgeklärter agierte und den Vorsprung auf vier Tore ausbaute. Damit war die Partie entschieden – und zugleich der Abstieg besiegelt.
Trainer Julian Meyer hat einige Gründe ausgemacht
„Heute wäre mehr möglich gewesen“, bilanzierte Meyer. „Es waren wieder individuelle kleine Fehler, wie die ganze Saison über. Am Ende sind es die Konzentration und die kleinere Bank, die so ein Spiel entscheiden.“ Und noch etwas hat er ausgemacht: „Die Mädels brauchen oft zu lange, um Entscheidungen zu treffen – das macht dann den Unterschied.“
Ylva Breuer war ein Lichtblick im Tor der HSG Euskirchen
Ein Lichtblick aufseiten der HSG war Torfrau Ylva Breuer. Mitte der ersten Halbzeit für Barbara Seipel eingewechselt, war sie sofort präsent und überzeugte mit zahlreichen Paraden. Sie hielt ihr Team im Spiel und sorgte dafür, dass der Rückstand vor allem in Halbzeit zwei nicht deutlicher ausfiel. In der stärkeren Phase der Euskirchenerinnen war sie ein wichtiger Rückhalt. Doch auch sie konnte die Niederlage nicht verhindern, da die Chancenverwertung ihrer Mitspielerinnen zu wünschen übrig ließ.
Luca Stajenda war das Sinnbild für die Euskirchener Offensivmängel
Sinnbildlich für die Problematik im Angriff stand Luca Stajenda. Die Außenspielerin war sehr aktiv, suchte den Abschluss und erspielte sich gute Möglichkeiten. Doch die Ausbeute blieb mit zwei Treffern gering. Mehrere Würfe landeten am Pfosten, zudem vergab sie einen Siebenmeter. In der ersten Halbzeit hätte sie ihr Team in Führung bringen können. An einem treffsicheren Tag wäre sie neben Torfrau Breuer wohl zur entscheidenden Spielerin geworden – so aber blieb sie ein Beispiel für den fehlenden Ertrag trotz großen Einsatzes.
HSG Euskirchen: Seipel, Breuer, Kurm - Esser (1), Arends, Bank (3), Lohmann (1), Schmitz (9/5), Schmidt-Gogo (3), Schnitzler, Stajenda (2), Viola.
HSG Euskirchen wird für mutige Aufstellung beinahe belohnt
Verbandsliga Männer: HSG Euskirchen – TuS Ehrenfeld 29:31 (17:14). Die HSG Euskirchen hat ihr Heimspiel gegen den TuS Ehrenfeld trotz einer starken ersten Halbzeit mit 29:31 (17:14) verloren. Vor allem personelle Engpässe machten den Hausherren im zweiten Durchgang zunehmend zu schaffen. „Wir mussten viel improvisieren, speziell im Rückraum“, erklärte Trainer Frank Rösgen.
Im ersten Spielabschnitt gelang es der HSG noch, die Lücken gut zu füllen. Beim Stand von 10:10 setzteRösgen auf einen mutigen Schritt und tauschte nahezu die komplette Mannschaft aus. Eine junge Formation aus der A-Jugend – lediglich Tobias Bünder blieb auf dem Feld – brachte neuen Schwung. Mit viel Tempo erspielten sich die Nachwuchskräfte einen Drei-Tore-Vorsprung zur Pause.
Nach dem Seitenwechsel wollte Euskirchen diesen Weg fortsetzen, doch „mehrere unnötige Zeitstrafen brachten den Rhythmus durcheinander.“ Der Vorsprung schmolz, und spätestens in der Schlussphase kippte die Partie. „Ab der 50. Minute haben die Ehrenfelder den Bock umgestoßen“, so Rösgen.
Wir mussten viel improvisieren, speziell im Rückraum.
In der Defensive fehlte zunehmend die Stabilität gegen die körperlich überlegenen Gäste. Zwar kämpften die jungen Spieler aufopferungsvoll, konnten aber nicht mehr an die Leistung der ersten Halbzeit anschließen. Auch eine offene Deckung und die Suche nach schnellen Ballgewinnen in der Schlussphase blieben ohne Erfolg.
Neben der eigenen Chancenverwertung, die Rösgen nach der Partie monierte sprach er ein Lob für Ehrenfelds Torhüter aus, der in den „letzten Minuten mehrere wichtige Würfe parierte“. Trotz der Niederlage zog der Trainer ein insgesamt positives Fazit mit Blick auf die Zukunft: „Ich hätte es den Jungs einfach gegönnt. Aber ich muss auch ganz klar sagen, die Jungs haben das gut gemacht und ihre Zeit kommt noch.“ Tabellenmäßig hat die Niederlage keine große Bedeutung, wichtiger für Rösgen sei letztlich die Entwicklung der jungen Spieler.
HSG Euskirchen: Gebertz – Schmidt (2), Bünder (5), Haufe (2/1), Berbuir (2), Gast (6/1), Metzen (1), Mueller, Schwarzbach (1), Schreiber (2), Drehsen (3), Schöndube (2), Maheswaran (1).
Der TV Palmersheim verliert trotz Halbzeitführung
Oberliga Männer: MTV Köln II – TV Palmersheim 31:28 (15:17). Der TV Palmersheim hat beim MTV Köln II eine starke erste Halbzeit nicht in Zählbares ummünzen können und am Ende mit 28:31 verloren. Nach einer 17:15-Führung zur Pause riss im zweiten Durchgang der Faden. Trainer Peter Trimborn war von der Leistung seiner Mannschaft in Halbzeit eins angetan: „Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht.“
Besonderen Lob erhielten vom Coach vier Akteure. Torhüter Lino Rübenbach erwischte einen starken Tag und hielt seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden im Spiel hielt. Auf dem Feld überzeugten Salih Simsek, Marius Schmitz, der auf insgesamt elf Treffer kam, und Robin Voiß. Letzterer habe im Mittelblock für Stabilität in der Palmersheimer Defensive gesorgt. Demnach sei die Halbzeitführung für seine Mannschaft folgerichtig gewesen. Dennoch kreidete Trimborn an: „Die hätte noch höher sein müssen, aber wir haben zu viele Chancen vergeben.“
Unterm Strich hätten wir mindestens einen Punkt, eher sogar zwei aufgrund der ersten Halbzeit verdient gehabt.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Das Team von Trimborn und Marco Mayer habe nicht mehr richtig ins Spiel gefunden und sich mit zunehmender Spielzeit vermehrt taktische Fehler geleistet. Der MTV Köln II sah seine Chance gekommen, zog das Tempo an und nutzte letztlich die Schwächephase, um die Partie zu drehen.
Palmersheim habe dem schnellen Spiel der Gastgeber nur noch wenig entgegensetzen können und lief zum Schluss einem Rückstand hinterher. Am Ende steht die 31:28-Niederlage, die für Trimborn zu hoch ausfällt, bitter ist und vermeidbar war: „Unterm Strich hätten wir mindestens einen Punkt, eher sogar zwei aufgrund der ersten Halbzeit verdient gehabt.“ TV Palmersheim: Roland, Rübenach – Fiedler, Schmitz (11/5), Schöller (1), Adolph (1), Schouren (1), Sinaci (3), Schneider (1), Nzoikanua Domingos, Voiß (3), Dennis Schüller (3), Daniel Schüller, Simsek (2), Königshoven (2).
