Auch gegen Birkesdorf gewann der Handball-Oberligist nicht. Gäste-Torwart Aaron Wilden zeigte eine starke Leistung bei seiner Rückkehr.
HandballDer TV Palmersheim verliert zum fünften Mal in Folge

Pariert hier den zweiten Siebenmeter von René Lönenbach (l.): Birkesdorfs Aaron Wilden.
Copyright: Rocco Bartsch
TV Palmersheim – TV Birkesdorf 24:30 (14:16). Der Negativlauf des TV Palmersheim geht weiter. Auch gegen den TV Birkesdorf feierte der Oberligist kein Erfolgserlebnis. Im Gegenteil: Es setzte die zweite Heimniederlage nacheinander. Damit summiert sich die Pleitenserie auf fünf Niederlagen in Folge.
Das Wichtigste zuerst: Palmersheims Spiel hatte zu viele Tiefen
Das erhoffte Erfolgserlebnis blieb aus. Dem Ligafünften aus Birkesdorf musste sich der TVP zum Rückrundenauftakt beugen. Es war eine Partie mit vielen Tiefen. Stand die Abwehr noch phasenweise gut, so krankte es über die gesamte Spieldauer in der Offensive. Palmersheim erlaubte sich zu viele technische Fehler und ließ im Abschluss mehr als ein Dutzend sehr gute Möglichkeiten aus. Oft wollte der TVP mit dem Kopf durch die Wand. Der Gegner zog indes das Spiel immer wieder in die Breite und spielte die Angriffe gekonnt aus. Dadurch kam Birkesdorf zu schön herausgespielten Toren aus nahezu allen Positionen.
Stimmung kam zum Erliegen, aber Aufbäumen nach den Wechseln
Beide Mannschaften begannen nervös. Es dauerte fast vier Minuten, ehe die Gäste das erste Tor des Spiels erzielten. Die Anfangsphase gehörte dem TV Birkesdorf, der sich einen Vorsprung von 12:7 erspielte. Die Stimmung in der Peter-Weber-Halle kam angesichts der Leistung des Heimteams früh zum Erliegen – zumindest zeitweise. Erst die Palmersheimer Wechsel sorgten dann für ein Aufbäumen. Der TVP arbeitete sich in die Partie zurück, ließ aber beim 11:12 die Chance aus, das Spiel auszugleichen. Dennoch wurde nun jede Aktion frenetisch gefeiert, egal ob in der Abwehr oder bei Torerfolgen. Birkesdorf ging, angetrieben vom starken Torhüterspiel, mit einer 16:14-Führung in die Kabine.
Schläfriger Start nach der Pause: Palmersheim trifft das Tor nicht
Die Vorentscheidung zum Auswärtssieg fiel in den ersten zehn Minuten nach der Pause. Palmersheims Offensive schaffte es sechs Minuten lang nicht, freie Würfe im gegnerischen Tor unterzubringen. Anders die Gäste, die das Ergebnis auf 18:14 erhöhten und später sogar einen Sieben-Tore-Vorsprung herausspielten. Diese Bürde war, nachdem Marco Mayer bereits in der 35. und in der 46. Minuten seine letzten Auszeiten nahm, am Ende zu hoch.

Machte aus seinen Möglichkeiten gegen Birkesdorf viel zu wenige Tore: Palmersheims Marius Schmitz.
Copyright: Rocco Bartsch

Sorgenfalten bei Marco Mayer (l.) und Peter Trimborn.
Copyright: Rocco Bartsch
Alle taktischen Umstellungen sorgten nur kurzzeitig für ein Aufbäumen. In der Abwehr spielte der TVP die letzten zwölf Minuten offensiver und stahl dem Gegner einige Bälle, die aber nicht alle den Weg in das Tor fanden. Näher als auf vier Tore Abstand kam Palmersheim aber nicht mehr heran. Birkesdorf erzielte seine Treffer jeweils zum richtigen Zeitpunkt, sodass der Sieg nie ernsthaft in Gefahr geriet.
Spieler im Fokus: Gäste-Torhüter Aaron Wilden zeigte 16 Paraden
Aaron Wildens Rückkehr in die Peter-Weber-Halle war von Erfolg gekrönt. Der ehemalige Torhüter der HSG Euskirchen und früherer Jugendspieler des TVP zeigte eine Glanzleistung zwischen den Pfosten. Wilden parierte spektakulär. Vor allem bei den vielen freien Palmersheimer Würfen war Birkesdorfs Torhüter ein starker Rückhalt für sein Team. 41 Prozent gehaltene Bälle (16 Paraden, darunter zwei Siebenmeter) sprechen für Wildens starke Leistung.
Die Stimmen zum Spiel: „Wir haben das Torhüterduell verloren“
Peter Trimborn aus dem Palmersheimer Trainerteam: „Wir haben heute das Torhüterduell verloren. Aaron hat das wirklich gut gemacht, sodass 50 Prozent des Sieges ihm gehören. Bei uns hat man nicht nur heute gesehen, woran es liegt. Wir machen vorne die Dinger nicht rein. Das sah man zuletzt nicht nur in den Spielen, sondern auch in den Trainingseinheiten. Die Abwehrarbeit fand ich gut, und in einigen Phasen des Spiels habe ich uns als das bessere Team wahrgenommen. Unser Manko ist und bleibt aber die schlechte Wurfquote. Wir arbeiten weiter daran, das abzustellen. Einsatz und Willen haben gepasst“.
Aaron Wilden: „Ich habe mich auf die Rückkehr gefreut. Die Stimmung und die Kulisse sind ligaweit bekannt, dafür spielt man Handball. Das war heute ein selbstbewusster, gemeinschaftlicher Auftritt von uns. Wir wachsen von Spiel zu Spiel immer weiter zusammen, gerade auswärts wird das immer besser. Ich freue mich sehr, dass ich den Jungs heute ein guter Rückhalt war.“
TV Palmersheim: Delschen, Roland, Rübenach – Fiedler (4), Schmitz (9/2), Schöller, Lönenbach (6/4), Adolph, Schouren (2), Sinaci, Nzoikanua Domingos (1), De. Schüller, Da. Schüller, Johnen, Simsek (1), L. Königshoven (1).
Schlusslicht Euskirchen ärgert Tabellenführer Aachen
Oberliga Frauen: BTB Aachen – HSG Euskirchen 30:24 (12:13). Wenn der Tabellenerste auf den Tabellenletzten trifft, dann dürfte die Sache klar sein. Nicht so am späten Samstagnachmittag in Aachen. Dort hat Schlusslicht HSG Euskirchen einen couragierten Auswärtsauftritt hingelegt, der den Trainer begeistert hat. „Das war ein sehr, sehr, sehr gutes Spiel von uns. Ich bin mit den kompletten 60 Minuten hochzufrieden“, sagt Kajeepan Maheswaran.
Dass es nicht zu Zählbaren reichte, lag an der zu hohen Anzahl an technischen Fehlern. Dadurch machte man den Spitzenreiter unnötigerweise stark. Für Maheswaran war es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung. „Die Mädels haben sämtlichen negativen Ballast heute in der Heimat gelassen und völlig befreit aufgespielt“, so der HSG-Trainer. In den letzten Wochen sei viel Kritik auf die Mannschaft eingeprasselt und es machten sich Selbstzweifel im Team breit. „Heute war das der Handball, den ich mir wünsche, und ich glaube, wenn wir kommende Woche so gegen Bonn II auftreten, dann wird etwas drin sein“, sagt Maheswaran.
Auch im dritten Spiel in sieben Tagen wird Euskirchen nicht bezwungen
Verbandsliga: BTB Aachen II – HSG Euskirchen 29:29 (17:15). Mit einem Punkt im Gepäck kehrt die HSG Euskirchen aus Aachen zurück. Das Unentschieden beim punktgleichen Tabellennachbarn geht durchaus in Ordnung, weil beide Mannschaften sich auf Augenhöhe begegneten. Von Beginn an war Euskirchen präsent und hielt die Partie das gesamte Spiel über offen, auch wenn man beim 9:13 und 13:17 jeweils mit vier Toren im Hintertreffen war. „Unsere Marschrichtung zur Pause ging auf: Wir wollten in Schlagdistanz bleiben und in der Crunchtime zuschlagen“, sagt Trainer Frank Rösgen.
Seine Mannschaft hielt die Partie bis zum Ende offen und spielte in den letzten fünf Minuten mit sieben Feldspielern im Angriff, was aus Rösgens Sicht zur großen Verunsicherung beim Gegner führte. Euskirchen glich aus und hatte in den Schlusssekunden über den bereits gestarteten Till Schöndube sogar die Möglichkeit auf den Sieg. „Leider ging uns die Zeit aus, als Till mit dem Ball die Mittellinie überschritten hatte und in dem Moment die Schlusssirene ertönte“, so der HSG-Trainer, der dennoch sehr zufrieden mit dem Punktgewinn ist.
„Wir haben drei Spiele in sieben Tagen gehabt und dabei 5:1 Punkte geholt, sodass wir von einer sehr erfolgreichen Woche für uns sprechen dürfen“, sagt Rösgen. Der Euskirchener Übungsleiter hob die Leistung von Tobias Schmitz in der Offensive hervor. „Nach 13 Toren am Mittwoch, hat Tobi heute neunmal getroffen und man sieht deutlich, wie sehr er dieser Mannschaft zuletzt gefehlt hat“, so Rösgen.
HSG Euskirchen: Gebertz, Jonas – Bünder (5), Klocker, Gast (5/1), Schöndube (1), Drehsen, Schwarzbach (1), Schreiber, Jansen (1), Schmitz (9/1), Schramm (6), Klein (1), Maheswaran.

