Der Handball-Oberligist schlug den Tabellennachbarn Longerich II. Wegen zahlreicher Ausfälle musste das Trainer-Duo improvisieren.
HandballEin Sieg wie Balsam für die Seele des TV Palmersheim

Agierte auf der Spielmacherposition: Salih Simsek.
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Oberliga Männer: TV Palmersheim – Longericher SC II 30:22 (16:10). Der TV Palmersheim ist zurück in der Spur. Auf den Auswärtssieg in Pulheim folgte der erste Heimsieg in diesem Jahr. Im Duell mit dem Tabellennachbarn gewann Palmersheim hochverdient. Grundstein des Erfolgs war eine sehr starke Defensivarbeit, an der sich Longerich die Zähne ausbiss.
Dabei musste Palmersheim die Ausfälle von René Lönenbach, Nils Schouren, Daniel Schüller, Ali Umut Sinaci, Tim Winter und Niklas Grevelding kompensieren. Das Trainerduo wusste, besonders was den Rückraum anging, erfolgreich zu improvisieren. So wurde Salih Simsek die Spielmacherposition zuteil, der er vollauf gerecht wurde. Neben ihm agierten ein selbstbewusst auftretender Dennis Schüller und ein wieder erstarkter Marius Schmitz. Die drei spielten von Beginn an gut auf und hatten großen Anteil an der 5:0-Führung nach neun Minuten. „Schon da hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel heute gewinnen werden“, sagte Peter Trimborn aus dem Palmersheimer Trainerteam.
Am bärenstarken Mittelblock rieb sich Longerich immer wieder auf
Er und Marco Mayer hatten ihre Jungs unter der Woche gut auf Longerich eingestellt. Es ist nie einfach, eine solide 6-0-Deckung auseinanderzureißen und Lücken zu finden. Während die Gastgeber vorne zwar einige freie Würfe ausließen, arbeiteten sie hinten kompakt und solide. Mit Robin Voiß und Lukas Königshoven agierte ein bärenstarker Mittelblock, an dem sich Longerich immer wieder aufrieb.

Beschwor den Handballgott: TVP-Torwart Jonas Roland.
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Kam dann doch einmal ein Ball durch, zeigte Torwart Jonas Roland was er konnte. Er machte mit seinen Psychospielchen den Gegner nicht nur mürbe, sondern hatte offenbar auch einen Pakt mit dem Handballgott abgeschlossen, denn mindestens sieben Mal landete ein gegnerischer Ball am Torgebälk. Rausgeguckt möchte man meinen.
Palmersheim verteidigte hoch und zwang den Gegner zu Fehlern
„Wir hatten heute auch endlich mal das Quäntchen Glück auf unserer Seite“, fand Trimborn. Vor allem das von Marco Mayer ausgegebene hohe Verteidigen verstand die Mannschaft und zwang den Gegner immer wieder zu Fehlern.
Bis zur Pause hielt Palmersheim den Abstand von sechs Toren Unterschied, und auch danach gelang es Longerich nie, in Schlagdistanz zu kommen. Hinten stand der TVP weiterhin stabil, vorne nutzten die Gastgeber ihre Chancen, wenn auch nicht immer in letzter Konsequenz. Aber die Spielfreude war der Mannschaft anzumerken. Mit zunehmender Spieldauer kehrte die Leichtigkeit zurück und so schraubten die Palmersheimer das Ergebnis auf zwischenzeitlich zehn Tore Vorsprung hoch.
Standing Ovations nach dem Sieg für die Palmersheimer Spieler
„Die Mannschaft hat das umgesetzt, was Marco vorgegeben hat, und durch die Bank überzeugt“, sagte ein zufriedener Peter Trimborn. Der Sieg sei Balsam für die Seele und Genugtuung. In den letzten zehn Minuten, das Spiel war da bereits entschieden, konnte Palmersheim munter durchwechseln. Nach dem Spiel gab es verdiente Standing Ovations vom Großteil der 200 Zuschauer auf der Tribüne, die einen wiedererstarkten TVP zu sehen bekamen.
Palmersheim: Roland, Rübenach – Fiedler (4/3), Schmitz (10/2), Schöller (1), Adolph (2), Schneider (2), Nzoikanua Domingos, Voiß, Dennis Schüller (1), Johnen (1), Simsek (4), L. Königshoven (5).
In Halbzeit zwei wurde Euskirchen vom Spitzenteam aus Köln dominiert
Oberliga Frauen: Polizei SV Köln – HSG Euskirchen 34:14 (14:9). Ordentlich Lehrgeld bezahlt haben die Handballerinnen der HSG Euskirchen in Köln. Die deutliche Niederlage mit 20 Toren Unterschied gegen das Spitzenteam war so nicht eingeplant. Hauptursache ist die fehlende Durchschlagkraft in der Offensive. „Wir sind überhaupt nicht gut in das Spiel gekommen, haben uns aber zum Ende der ersten Halbzeit noch einmal zusammengerissen“, sagte Kajeepan Maheswaran. Nach 30 Minuten betrug der Rückstand lediglich fünf Tore.
In Durchgang zwei stand Svenja Bank nicht mehr zur Verfügung, die sich an der Schulter verletzt hatte. Bei der HSG ging kaum noch etwas zusammen. „Im Rückraum ist uns der Spielfluss weggebrochen und Köln hat das zu einer Vielzahl von erfolgreichen Tempogegenstößen genutzt“, so der HSG-Trainer. Seine Mannschaft fand vorne keine Lösungen mehr und hinten wurde man immer löchriger. „Solche Spiele, wo du mal drei, vier Tore in Folge kassierst und dann die Köpfe runtergehen, gibt es leider immer wieder, von daher gilt für uns, dass wir das schnell abhaken müssen“, so Maheswarans Resümee, der sich aufgrund der guten ersten Halbzeit seiner Mannschaft ein besseres Ergebnis gewünscht hätte.
HSG Euskirchen: Breuer, Kurm, Seipel – Esser (1), Bank, Lohmann (1), Lea Schmitz (2), Schmidt-Gogo (1), Schnitzler (1), Bücker, Müsch (2), Stajenda (6/4), Schlipp.
Personalprobleme bei Euskirchen: Fünf A-Jugendliche halfen aus
Verbandsliga Männer: HSG Merkstein – HSG Euskirchen 39:22 (20:8). Ebenfalls deutlich unter die Räder kamen die HSG-Männer in Merkstein. Bei ihnen lief speziell im ersten Durchgang so gut wie gar nichts zusammen. Nur acht Tore sind sicherlich zu wenig und wiegen umso mehr, wenn man dann auch noch 20 Gegentore hinnehmen muss. Nach der Pause stemmte sich die Mannschaft gegen die praktisch feststehende Niederlage und steigerte sich in der Offensive etwas.
„Ich habe nichts anderes erwartet, als dass es ein sehr schwieriges Spiel werden sollte, weil wir personell bedingt fast das ganze Spiel über mit fünf A-Jugendlichen gespielt haben“, sagte Euskirchens Trainer Frank Rösgen. Aus seiner Sicht habe Merkstein seinen Stiefel konsequent runtergespielt und verdient gewonnen. Sein Rumpfteam, das in dieser Konstellation noch nicht einmal zusammen trainiert hatte, konnte körperlich wie auch spielerisch nicht mithalten.
„Am Ende bin ich froh, dass sich keiner meiner Jungs verletzt hat, und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es in den kommenden Wochen personell wieder besser wird“, so Rösgen. Mit der dritten Niederlage in Folge tritt Euskirchen auf der Stelle, hat aber punktemäßig ein gutes Polster nach unten.
HSG Euskirchen: Gebertz, Jonas – Jankowski (2), Metzen (3), Gast (1), Schöndube (6/1), Schwarzbach, Schreiber (2), Jansen (1/1), Schramm (5), Klein, Timm (2).

