Der TV Palmersheim verliert das dritte Spiel in der Handball-Oberliga hintereinander. Robin Voiß wurde mit dem Rettungswagen abtransportiert.
Handball-OberligaTV Palmersheim bricht erneut in der zweiten Halbzeit ein

Ex-Palmersheimer: Der frühere TVP-Jugendspieler Jonathan Michel Kluß (l.) versucht, René Lönenbach zu stören.
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TV Palmersheim – TSV Bonn rrh. II 27:36 (11:15). Lange Gesichter beim TV Palmersheim. Nach der Heimpleite gegen Bonn II, die auch in dieser Deutlichkeit gerechtfertigt ist, muss man erst einmal kleinere Brötchen backen. Aktuell entfernt man sich immer mehr vom Saisonziel, konstant in der oberen Tabellenhälfte mitzuspielen. Vielmehr gilt es, den Blick nach unten zu richten. Mit nun negativem Punktekonto (11:13) und nur noch auf Rang acht liegend ist die Abstiegszone nicht mehr weit weg.
Das Wichtigste zuerst: Palmersheim hat einen Negativlauf
Der TVP befindet sich in einem Negativlauf mit 0:6 Punkten. In diesen Spielen, unter anderem gegen Spitzenreiter Königsdorf und Verfolger Siebengebirge-Thomasberg, gab es ein Torverhältnis von minus 35. Die Alarmglocken sollten schrillen. Palmersheim gestaltete gegen ein junges, dynamisch spielendes Team, das mit vier A-Jugendlichen antrat, nur 20 Minuten lang bis zum Stand von 9:9 die Partie offen. Danach gab es nur noch wenige Momente im Spiel, in denen der Gastgeber Normalform erreichte.
Die gravierende technische Fehlerquote und die Abschlussschwäche waren am Ende eine zu hohe Bürde. Bonn dominierte die Partie und siegte verdient. Defensiv offenbarte der TVP einige Schwächen und auch das Torhüterspiel war an diesem Abend nicht gut genug, um ein besseres Ergebnis zu erreichen. Die Gäste erzielten zudem fünf Treffer ins leere Tor. Zu viel, wenn man in der Offensive mit einem Spieler mehr angreift und dann haarsträubende Fehler verursacht.
Palmersheimer Damendreigestirn brachte Handballern kein Glück
Der TVP befindet sich in einer sehr schwierigen Phase. Vielleicht die schlimmste seit dem kometenhaften Aufstieg, der 2019 begann. Ja, es fehlen derzeit viele wichtige Spieler wie etwa Daniel Schüller, Nils Schouren, Tim Winter und Michael Schneider. Und ja, die Bonner U23 hat durchaus Qualität, besonders im Tempospiel.

Auch die Anwesenheit des Palmersheimer Damendreigestirns nütze gegen Bonn nichts.
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Schrecksekunde: Robin Voiß verletzt sich offenbar schwer.
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Sorgen macht allerdings, dass sich das gesamte Team davon anstecken lässt, wenn die Leistungsträger René Lönenbach und Marius Schmitz nicht performen. Insgesamt wirkt der TVP derzeit sehr blass. Da half es auch nichts, dass das Palmersheimer Damendreigestirn um Prinz Elli I. dem Spiel auf der Tribüne beiwohnte.
Früherer TVP-A-Junior Jonathan Michel Kluß ärgert Lönenbach
Beim Gegner lief mit Jonathan Michel Kluß ein ehemaliger Palmersheimer Jugendspieler auf. Kluß spielte auf der halbrechten Rückraumposition und erzielte in rund 30 Minuten Einsatzzeit drei Tore. Gerade zu Spielbeginn kreuzten seine Wege immer wieder die von Lönenbach, den er ein ums andere Mal im Spielaufbau störte. Spieler des Spiels war aber Bonns Torhüter Moritz Czerwinski, der überragend hielt und sogar einen Treffer ins leere Tor des TVP erzielte.
Verletzung überschattet Partie: Robin Voiß droht langfristiger Ausfall
In der 50. Minute wurde es sehr ruhig in der Peter-Weber-Halle. Palmersheims Robin Voiß sackte im Angriff nach Gegnerkontakt zusammen und hielt sich vor Schmerzen den rechten Fuß. Der große Rückraumspieler musste vom Rettungswagen abgeholt werden. Es droht ein langfristiger Ausfall.
Die Stimme zum Spiel: „Eine sehr schlechte zweite Halbzeit.“
Peter Trimborn aus dem Palmersheimer Trainerteam: „Wieder einmal haben wir eine schlechte, teilweise sehr schlechte zweite Halbzeit gespielt. Woran es momentan hakt, kann ich nicht sagen, aber darüber werden wir sprechen. Wir haben strukturlos agiert, defensiv keinen Zugriff bekommen und vorne zu viele technische Fehler gemacht und auch keine freien Würfe verwertet. Wir haben die komplette Fehlerpalette des Handballsports gezeigt.“
TV Palmersheim: Delschen, Rübenach – Fiedler (1), Schmitz (6), Schöller, Lönenbach (5/1), Adolph, Sinaci (2), Nzoikanua Domingos (4), Voiß (2), De. Schüller (5), Simsek, L. Königshoven (2).
Die zweite Hälfte ist ein Mutmacher für die HSG Euskirchen
Oberliga Frauen: HSG Merkstein/Bardenberg – HSG Euskirchen 34:23 (22:10). Das Oberligaschlusslicht zeigte in Herzogenrath zwei Gesichter. In der ersten Halbzeit lief nur wenig zusammen, sodass die HSG bereits nach 30 Minuten auf der Verliererseite stand. Nach der Pause war Euskirchen wie ausgewechselt und „spielte endlich Handball“, so ihr Trainer Kajeepan Maheswaran. Seine Mannschaft steigerte sich in allen Mannschaftsteilen und gewann als Mutmacher für die folgenden Wochen diese Halbzeit mit 13:12.
Maheswaran sah in der ersten Hälfte kein gutes Spiel seiner Mannschaft, die sowohl vorne als auch hinten vieles von dem vermissen ließ, was man sich vorgenommen hatte. In Durchgang zwei änderte sich dies schlagartig. „Da haben wir angefangen, das umzusetzen, was wir trainiert haben, und dann lief es halt auch“, sagt Euskirchens Trainer. Die HSG hatte in der Defensive mehr Zugriff und auch in der Offensive gelang deutlich mehr als im ersten Abschnitt.
HSG Euskirchen: Kurm, Seipel – Esser (7), Arends, Bank, Bung, Lohmann (3), Lea Schmitz (2), Schmidt-Gogo (1), Bücker (2), Stajenda (8/6), Viola.
HSG Euskirchen gewinnt knapp gegen clevere Wölfe Voreifel II
Verbandsliga Männer: Wölfe Voreifel II – HSG Euskirchen 31:32 (14:17). In einem engen Spiel behielt die HSG Euskirchen knapp die Oberhand. Dabei kamen die Gäste zu Beginn nicht mit der offensiven Abwehr der Wölfe klar und lagen früh 1:5 hinten. Davon unbeeindruckt arbeitete sich die HSG, die auf einige Leistungsträger verzichten musste, sukzessive in das Spiel zurück. In der Folge war die Partie eng, umkämpft und spannend. „Wir sind das gesamte Spiel über nicht mit dem schleppenden Angriffsspiel der Wölfe zurechtgekommen“, sagt Frank Rösgen, der von „clever spielenden Gastgebern“ spricht, die seiner Mannschaft das Leben schwer machten und einige Aufmerksamkeitsdefizite offenbarten.
Stolz ist Rösgen über den Zusammenhalt in der Mannschaft, in der sich auch sechs A-Jugendliche wiederfanden. Neben den erfahrenen Kräften und „Stützen der Mannschaft“, Julian Gast und Jarl Schramm, verdienten sich vor allem Eric Schreiber und Til Schöndube ein Extralob ihres Trainers. Schreiber, der das komplette Spiel absolvierte, zeigte vor allem in der ersten Halbzeit offensiv wie auch defensiv seine Fähigkeiten. „Til hat auf der Rechtsaußenposition ein richtig starkes Spiel gemacht und sich mit sieben Toren belohnt“, sagt Rösgen. Das Team hatte die gesamte Woche über noch mit der deutlichen Niederlage gegen Frechen zu kämpfen und zeigte mit dem Erfolg in Heimerzheim die gewünschte Reaktion.
HSG Euskirchen: Bolender, Jonas – Bünder (4), Berbuir, Gast (8/4), Schöndube (7), Metzen, Schwarzbach (1), Schreiber (4), Jansen, Drehsen, Schramm (7), Klein (1), Klocker.

