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Die andere Seite des SportsBei der JSG Erft Euskirchen hat der Fußball eine eigene Sprache

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Das Bild zeigt den obgenannten Fußballer, der seinem Gegenspieler wieder auf die Beine hilft.

JSG-Stürmer Moustapha Thior (l.) hilft seinem Gegenspieler wieder auf die Beine.

Die JSG Erft muss sprachlich ein bisschen improvisieren. Bessenich holt einen Dreier gegen Frechen, Zülpich verliert, Dahlem mit hohem Auswärtssieg.

Drei Spiele, drei Tore, eine Vorlage. Rein sportlich betrachtet ist Moustapha Thior ziemlich gut angekommen bei der JSG Erft Euskirchen. Doch die Zahlen erzählen nur einen kleinen Teil seiner Geschichte. Denn Fußball – auch in der Bezirksliga – besteht nicht nur aus Toren, Vorlagen und drei Punkten.

Manchmal überwindet er Grenzen. Manchmal bringt er Menschen zusammen, die nicht einmal dieselbe Sprache sprechen. Und manchmal kann ein Fußballplatz für ein paar Stunden ein Ort sein, an dem andere Sorgen zumindest ein wenig in den Hintergrund rücken.

Das zeigt der 19-Jährige auch beim Heimspiel gegen den TuS Langerwehe. In der ersten Halbzeit läuft das Spiel zwar im strömenden Regen am Stürmer vorbei, dennoch ist zu erahnen, welches Talent da auf dem Platz steht.

Über persönlichen Kontakt zum Probetraining gekommen

Seit einigen Monaten gehört Moustapha Thior, den bei der JSG alle „Mousti“ nennen, zur Mannschaft von Trainer Chris Kockerols. Über einen Kontakt war der junge Senegalese zum Probetraining gekommen. Lange brauchte er offenbar nicht, um zu überzeugen. „Mousti ist ein ganz feiner Kerl, der super bei den Jungs Anschluss gefunden hat und sich sehr wohl fühlt“, sagt Kockerols.

Das gilt sportlich wie menschlich. Eine Herausforderung gab und gibt es allerdings: die Sprache. Moustapha spricht Französisch, die Verständigung auf Deutsch fällt ihm noch schwer. Auf dem Fußballplatz finden sich trotzdem Wege. Mal sind es Gesten, mal werden Übungen vorgemacht – und manchmal hilft eben das Schulfranzösisch des Trainers.

Kockerols hat deshalb angefangen, längst verschüttete Vokabeln wieder hervorzukramen. „Ich frische mein Schulfranzösisch wieder ein bisschen auf“, erzählt er. Mitunter lernt der Trainer vor einer Einheit ein paar Sätze, um Moustapha Thior auf dem Platz oder an der Taktiktafel etwas erklären und ihm ein Feedback geben zu können. Bei seinen Spielern sorgt das gelegentlich für ein Schmunzeln. Für Moustapha Thior aber ist es ein Zeichen: Du gehörst dazu.

Ein Pass in die Tiefe braucht kein Wörterbuch

Und längst funktioniert vieles auch ohne viele Worte. Fußball hat schließlich seine eigene Sprache. Ein Laufweg muss nicht übersetzt werden. Ein Pass in die Tiefe braucht kein Wörterbuch. Und nach einem Tor versteht ohnehin jeder, was gemeint ist.

Dass Thior auch sportlich eine Verstärkung ist, hat er schnell gezeigt. In seinen ersten beiden Spielen erzielte der Stürmer drei Treffer und bereitete einen weiteren vor. „Er ist ein recht ordentlicher Kicker, der sich sportlich sehr gut ins Gesamtkonstrukt einfügt“, sagt Kockerols beinahe zurückhaltend. Gemeinsam mit Luke Bungart und dem derzeit gut aufgelegten Ben Bungart sowie den erwarteten Rückkehrern Gian Luca Cardinale, Rafael Oliveira, Luke Duwe und Luc-Seal Roggendorf sieht der Trainer seine Mannschaft offensiv gut aufgestellt.

Der JSG-Stürmer rennt hinter seinem Gegenspieler her.

JSG-Stürmer Moustapha Thior (l.) kommt in dieser Szene einen Schritt zu spät.

Doch bei Thior gibt es auch jene andere Seite, die mit Fußball wenig zu tun hat und dennoch Einfluss darauf hat, wie unbeschwert er auf dem Platz stehen kann. Seine aufenthaltsrechtliche Situation beschäftigt ihn. Verfahren, Bescheide und die damit verbundene Unsicherheit über seine Zukunft belasten den jungen Mann nach Angaben seines Trainers mental.

Kockerols steht deshalb im Austausch mit Thiors Betreuern. Dabei geht es um Dinge, bei denen Tore und Trainingspläne plötzlich ziemlich nebensächlich werden. Der Trainer merkt, dass seinen Spieler die Frage umtreibt, wie es für ihn weitergeht. Details des laufenden Verfahrens gehören dabei nicht auf den Fußballplatz – die Sorgen, die daraus entstehen, lassen sich dort aber auch nicht einfach abstellen.

Wenn er da ist und sich entsprechend fühlt, dann auf jeden Fall.
Christopher Kockerols, Trainer der JSG Erft

Vielleicht bekommt die Geschichte von Moustapha Thior gerade deshalb auf dem Rasen eine besondere Bedeutung. Dort ist er zunächst einmal nicht der junge Mann, der sich mit Behörden, Bescheiden und seiner Zukunft beschäftigen muss. Dort ist er „Mousti“. Mitspieler. Stürmer. Einer von ihnen. „Wenn er da ist und sich entsprechend fühlt, dann auf jeden Fall“, sagt Kockerols mit Blick darauf, ob Moustapha spielen wird. Es ist ein Satz, in dem mehr Fürsorge steckt, als es zunächst scheint. Denn selbstverständlich ist derzeit nicht alles.

Was selbstverständlich geworden ist, ist dagegen sein Platz im Team. Seine Mitspieler haben ihn aufgenommen, der Trainer lernt Französisch, der 19-Jährige lernt Deutsch – und irgendwo dazwischen haben sie eine Sprache gefunden, die alle verstehen. Manchmal ist Fußball eben mehr als drei Tore in drei Spielen.


JSG Erft verliert gegen Langerwehe

Die JSG Erft Euskirchen hat gegen das ambitionierte Team aus Langerwehe eine deutliche Niederlage kassiert. Gegen die Gäste, die bisher alle ihre Saisonspiele erfolgreich gestaltet haben, setzte es für die Mannschaft von Chris Kockerols eine deutliche 0:4-Niederlage.

In der ersten Halbzeit hatte die JSG zwei gute Chance, die dem Spiel eine andere Richtung hätten geben können. Zunächst scheiterte Gian Luca Cardinale mit einem Heber aus 20 Metern an der Unterkante der Latte. Dann war es Bastian Rick, der in TuS-Schlussmann Tobias Werres seinen Meister fand. Die Gäste machten es besser. Zwar ließen auch sie zunächst eine gute Kopfballchance aus, die zweite Gelegenheit nutzte der Tabellenzweite dann aber.

Das Bild zeigt den Obengenannten im Zweikampf.

JSG-Spieler Fynn Wylegala (l.) setzt sich gegen einen Gegenspieler durch.

Nach einem sehenswerten Angriff über die linke Seite war es Sascha Schoenen, der den Ball über die Linie drückte. Nachdem Seitenwechsel, als der Regen etwas nachließ, kam es für die Gastgeber noch dicker. Die Gäste nutzten nicht nur in der Schlussphase zwei Konter zum Endstand, sondern auch in der 58. Minute eine Gelegenheit zum zwischenzeitlichen 2:0 aus ihrer Sicht.

Der Mann des Tages in Kuchenheim war eindeutig Sascha Schoenen. Der Angreifer des TuS erzielte drei der vier Gästetreffer. Für die JSG Erft geht es mit einem schweren Auswärtsspiel weiter. Am Sonntag ist man zu Gast beim Tabellenführer Lendersdorf. 


Eine ganz starke zweite Halbzeit sichert DaSch den Sieg

Viktoria Arnoldsweiler – SG Dahlem-Schmidtheim 1:5 (1:2). Mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel hat sich Aufsteiger Dahlem-Schmidtheim einen hochverdienten Erfolg gesichert. Zum entscheidenden Moment der Partie wurde laut Trainer Christian Hammes der Treffer von Niklas Hahn unmittelbar vor der Halbzeitpause.

In den ersten 45 Minuten entwickelte sich zunächst eine hart umkämpfte und intensive Begegnung. Der Gegner bewies dabei, dass er über mehrere erfahrene Fußballer verfügt, die bereits in höheren Spielklassen aktiv waren. Doch die SG DaSch nahm den Kampf jedoch an und hielt dagegen.

Das Bild zeigt den Trainer der SG Dahlem-Schmidtheim am Spielfeldrand. Er hat eine Taktiktafel in den Händen.

Christian Hammes, Trainer der SG Dahlem-Schmidtheim, an der Taktiktafel.

„Zur Halbzeit wäre ein Unentschieden leistungsgerecht gewesen“, sagte Hammes. Seine Mannschaft hatte zwischenzeitlich allerdings Glück, nicht mit 1:2 in Rückstand zu geraten. Nach einem Stellungsfehler kam ein gegnerischer Angreifer frei vor dem Torhüter zum Abschluss, konnte die Gelegenheit aber nicht nutzen.

Stattdessen schlugen die Eifeler auf der anderen Seite zu. Niklas Hahn traf mit einem Distanzschuss zum 2:1. Unmittelbar danach ertönte der Halbzeitpfiff. „Das war für uns der Wendepunkt“, so Hammes. Das 1:0 für die SG hatte Silvio Ferjani erzielt. Durch die Führung boten sich den Gastgebern nach dem Seitenwechsel zunehmend Räume. Defensiv stand die Mannschaft stabil, während sie ihre Umschaltmöglichkeiten konsequent nutzte. Mehrere Konter wurden sauber ausgespielt und eiskalt verwertet. Die Treffer erzielten: Dominik Vilz (2) und noch einmal Ferjani. „Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg hochverdient – auch in dieser Höhe“, bilanzierte der Coach.

Kreuzauer SC – TuS Zülpich II 2:0 (1:0). Trotz der nach eigener Einschätzung besten Saisonleistung blieb die TuS-Reserve ohne Punkte. Die 0:2-Niederlage sei angesichts des Spielverlaufs kaum zu erklären, sagte Trainer Marius Schinke: „Wir hätten mindestens einen Punkt, eigentlich sogar drei Punkte verdient gehabt.“

Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte sein Team eine konzentrierte Leistung. Die größte Möglichkeit hatte Marcel Blum, dessen Abschluss der gegnerische Torhüter jedoch parierte. Darüber hinaus erarbeitete sich die Mannschaft zahlreiche Eckbälle, Einwürfe und weitere Standardsituationen, konnte daraus aber kein Kapital schlagen.

Kreuzau bestraft Zülpichs Fehler konsequent

Der Gegner kam dagegen zunächst kaum gefährlich vor das Tor. Kurz vor der Pause wurde ein eigener Ballverlust im Spielaufbau jedoch konsequent bestraft. Nach einem vermeidbaren Fehler fiel die 1:0-Führung für die Gäste. Auch der zweite Durchgang begann aus Sicht der Gäste denkbar ungünstig. Nach einem weiteren Ballverlust erhöhte der Gegner früh auf 2:0. „Der Gegner hat aus seinen Möglichkeiten alles herausgeholt“, bilanzierte Schinke.

Seine Mannschaft ließ sich von dem Rückstand allerdings nicht entmutigen. Sie spielte weiter nach vorne, steigerte sich in der zweiten Halbzeit sogar noch einmal und erarbeitete sich mehrere hochkarätige Chancen. Unter anderem ging ein Abschluss aus rund fünf Metern über das Tor. Bei einer weiteren Aktion traf die Mannschaft zunächst den einen und unmittelbar danach den anderen Pfosten. „Wir hätten heute vier oder fünf Tore machen können“, sagte der Coach.

Bessenichs Valentin Ivanov ist der Mann des Tages

SV Bessenich – Frechen 20 II 1:0 (1:0). Der Mann des Tages hieß Valentin Ivanov, der in der 29. Minute das goldene Tor erzielte. „Die erste Halbzeit war für mich eine unserer besten in dieser frühen Saison. Wir waren sehr präsent, haben viel in der Hälfte von Frechen gespielt, uns viele Chancen und Standards erarbeitet und defensiv so gut wie nichts zugelassen“, sagte Bessenichs Trainer Can Celik.

Eine wichtige Szene sei natürlich der Strafstoß gewesen: Manuel Macherey wurde im Strafraum gefoult, Ilah Muhaj traf im direkten Anschluss noch ins Tor. Allerdings hatte der Schiedsrichter bereits auf Strafstoß entschieden, sodass der Treffer nicht zählen konnte. Ivanov übernahm die Verantwortung und brachte die Gastgeber mit 1:0 in Führung.

Wir haben als Team zusammengehalten, den Kampf angenommen und daher war der Sieg verdient.
Can Celik, Trainer des SV Bessenich

„Auch nach der Pause sind wir zunächst gut im Spiel geblieben. Danach ist das Spiel aber immer mehr in Richtung Frechen gekippt“, so Celik: „In dieser Phase haben wir als Mannschaft sehr gut verteidigt. Kuss Kunzika und Fabian Bentata haben in der Innenverteidigung ein richtig starkes Spiel gemacht, unser Zentrum hat sehr gut gearbeitet und Torwart Eamonn Klein hat uns in wichtigen Situationen mit starken Paraden die nötige Stabilität gegeben.“

Spielerisch sei die zweite Halbzeit nicht das gewesen, was man sich vorgestellt habe, so der Coach. Kämpferisch sei es aber eine richtig starke Leistung gewesen. Celik: „Wir haben als Team zusammengehalten, den Kampf angenommen und daher war der Sieg verdient.“