Der Bezirksligist Rhenania Bessenich setzte sich trotz Personalsorgen mit 6:3 gegen den B-Kreisligisten FC Dollendorf-Ripsdorf durch.
Kreispokal-ViertelfinaleBessenich nutzte Dollendorf-Ripsdorfs Fehler eiskalt aus

Bessenichs Kaloyan Petrov, hier gegen DoRi-Kapitän Felix Graff, erzielte das 1:0.
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Dollendorf-Ripsdorf – SV Rhenania Bessenich 3:6 (0:1). Unter Flutlicht auf dem Kunstrasen in Ripsdorf hat der FC Dollendorf-Ripsdorf am Donnerstagabend dem favorisierten Bezirksligisten SV Rhenania Bessenich im Kreispokal-Viertelfinale einen großen Kampf geliefert, musste sich am Ende aber mit 3:6 (0:1) geschlagen geben. Der Kreisliga-B-Vertreter verkaufte sich gegen den zwei Klassen höher spielenden Gast teuer und schnupperte trotz des deutlichen Resultats zwischenzeitlich sogar an einer Verlängerung.
Die Partie begann zerfahren. Beide Mannschaften suchten zwar früh den Weg nach vorne, leisteten sich im Aufbau aber einfache Ballverluste. Dollendorf-Ripsdorf stand kompakt, verschob diszipliniert und ließ dem Bezirksligisten zunächst kaum Räume im letzten Drittel. Gleichzeitig setzte die Heimelf immer wieder Nadelstiche über schnelle Umschaltsituationen und kam zu ersten gefährlichen Abschlüssen.
Eine chancenarme erste Halbzeit in einer intensiven Partie
Dennoch war es die Rhenania, die in der 17. Minute ihre erste wirklich sauber ausgespielte Offensivaktion direkt zur Führung nutzte. Kaloyan Petrov entwischte nach einem präzisen Zuspiel der Defensive und schob zum 1:0 ein. Danach blieb die Begegnung intensiv, aber chancenarm. Viel spielte sich zwischen den Strafräumen ab, beide Teams begegneten sich mit hoher Laufbereitschaft und körperlicher Präsenz.

Trainer unter sich: Alexander Huth (l.) und Stefan Storb.
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Kurz nach Wiederbeginn erwischte Bessenich dann den perfekten Start. Nach einem Foul im Strafraum verwandelte Emrah Fikaj den fälligen Elfmeter in der 48. Minute sicher zum 2:0. Nur acht Minuten später erhöhte Jehon Vatovci nach einem schnell vorgetragenen Konter auf 3:0. Die Gäste schienen nun alles im Griff zu haben.
Dollendorf-Ripsdorf gab sich nicht auf, sondern erhöhte den Druck
Doch Dollendorf-Ripsdorf gab sich keineswegs auf. Im Gegenteil: Die Gastgeber erhöhten den Druck, spielten mutiger nach vorne und wurden belohnt. In der 61. Minute traf Mathias Diederichs nach einer starken Kombination zum 1:3. Die Hoffnung auf eine Wende lebte, hielt jedoch nur kurz. Denn erneut schlug Bessenich eiskalt zurück. Deniz Can Isitmen nutzte in der 66. Minute einen Ballverlust im Spielaufbau der Heimelf und stellte den alten Drei-Tore-Abstand wieder her.
Als Spielertrainer Alexander Huth in der 75. Minute nach einem ruhenden Ball auf 2:4 verkürzte, war die Partie wieder offen. Dollendorf-Ripsdorf drängte, spielte mit viel Risiko und kam zu weiteren guten Möglichkeiten. Doch mitten in diese Drangphase hinein sorgte der eingewechselte Manuel Macherey in der 82. Minute für das 5:2. Patrick Bühl antwortete drei Minuten später zwar noch mit dem 3:5, ehe Vatovci in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Treffer den 6:3-Endstand markierte.
DoRi-Trainer Huth sieht Effizienz des Bezirksligisten als Hauptgrund
„Da war mehr drin“, sagte Dollendorf-Ripsdorfs Spielertrainer Alexander Huth nach der Partie. Trotz des deutlichen Ergebnisses habe seine Mannschaft zahlreiche hochkarätige Chancen gehabt und sei nicht weit davon entfernt gewesen, Bessenich in die Verlängerung zu zwingen. Ausschlaggebend sei letztlich die Effizienz des Bezirksligisten gewesen. „Sie haben uns für Ballverluste in der Vorwärtsbewegung eiskalt mit schnellen und sauberen Kontern bestraft“, erklärte Huth, der besonders die kompakte erste Halbzeit und den mutigen Auftritt nach dem Seitenwechsel lobte.
Auch Bessenichs Trainer Stefan Storb sprach von einem verdienten, aber hart erarbeiteten Erfolg. Wegen personeller Probleme und kurzfristiger Ausfälle habe seine Mannschaft improvisieren müssen. Nach einer fehlerbehafteten ersten Hälfte sei sein Team nach der Pause zielstrebiger geworden. „Wir wollten unbedingt wieder in den Mittelrheinpokal, und das haben wir uns verdient erspielt“, sagte Storb. Trotz der drei Gegentore war er mit der Moral und der Effektivität seiner Elf zufrieden.

