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Fußball-Kreispokal EuskirchenDie letzte Hürde vor dem Mittelrheinpokal

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Frauenbergs Fußballer Jan Tornow bläst nach einem Kopfball noch in der Luft die Backen auf.

Noch einmal die Backen aufblasen muss der SV Frauenberg, hier Jan Tornow, wie schon vor drei Wochen gegen Dahlem-Schmidtheim.

Die Viertelfinalspiele des Fußballkreispokals finden an Gründonnerstag und Karsamstag in Ripsdorf, Stotzheim, Frauenberg und Billig statt.

Es ist die letzte Hürde vor dem großen Wurf. Wer am Gründonnerstag oder Karsamstag sein Kreispokalspiel gewinnt, tritt in der kommenden Saison definitiv im Mittelrheinpokal an. Doch es sind vier Viertelfinalpartien mit drei Klassenunterschieden. Nur das Spiel von Frauenberg gegen Dahlem-Schmidtheim ist ein Kreisliga-A-internes Duell. Am größten ist die Diskrepanz zwischen der SG Billig/Veytal (Kreisliga B) und dem TuS Zülpich (Landesliga).

DoRi träumt vom Finale daheim, Stefan Storb vom Familienduell

FC Dollendorf-Ripsdorf – SV Rhenania Bessenich: Der Zweite der Kreisliga B2 empfängt am Donnerstag, 19.30 Uhr, auf dem Kunstrasenplatz in Ripsdorf den Elften der Bezirksliga, der in der Rückrunde bislang nur eine seiner sechs Partien gewonnen hat. DoRi hingegen hat alle vier Spiele gewonnen und war dabei vor allen Dingen eines: treffsicher. Bis auf das Spiel gegen Nierfeld II, das mit 2:0 gewertet wurde, hat man entweder sechs (gegen Schönau II) oder sogar sieben Tore (gegen Nöthen-Pesch-Harzheim und Houverath/Mutscheid) erzielt.

DoRi-Spielertrainer Alex Huth spricht von einem echten Pokalhighlight. „Wir würden unsere Pokalsaison natürlich gerne mit einem Halbfinaleinzug und einem Ticket zum FVM-Pokal krönen“, so Huth. Außerdem bestünde nur bei einem Sieg noch die Chance auf das Finale zu Hause. „Das wäre sicherlich ein Traum“, so Huth. Zwar sieht er Bessenich als zweitstärksten Gegner im Wettbewerb an. Die guten Ergebnisse der Rückrunde und besonders die Testspiele gegen höherklassige Gegner, in denen DoRi oftmals ebenbürtig war, stimmen ihn optimistisch. „Das Spiel ist ein Bonus. Wir haben nichts zu verlieren und sind in der krassen Außenseiterrolle. Aber in einem Spiel ist alles möglich“, so Huth.

Betreut wird Bessenich am Donnerstag von Stefan Storb, für den das Weiterkommen über allem steht, weil damit die Teilnahme am Mittelrheinpokal gewährleistet ist. „Du willst jährlich die Chance auf so ein Erlebnis wie im Sommer gegen den Bonner SC bekommen“, so Storb. Dementsprechend seien seine Spieler heiß. Besonders die Offensivpower des Gegners mit Mathias Diederichs, Alex Huth und Patrick Bühl, aber auch die Klasse eines Jeremy Eder ist den Bessenichern bekannt. Storb rechnet beim Flutlichtspiel am Abend vor Karfreitag mit einer tollen Kulisse. Er sieht aufgrund der Liga-Zugehörigkeit sein Team in der Favoritenrolle und würde sich aus persönlichen Gründen ein Finale gegen Zülpich wünschen: „Das letzte Spiel gegen meinen Bruder und Vater und gegen den alten Trainer Frank Müller und den Weggefährten David Sasse wäre ein Traum.“

Die TuS Mechenich will gegen Roitzheim endlich wieder Ruhe haben

SC 1928 Roitzheim – TuS Mechernich: Die Generalprobe für den B-Kreisligisten am Wochenende gegen Wüschheim-Büllesheim, die 6:2 endete, verlief für Roitzheim erfolgreich. Neun Punkte hat das Team von Marcel Krings in der Rückrunde geholt. Der A-Ligist vom Bleiberg hat nur vier Pünktchen erzielt und wurde vom Rücktritt von Trainer Nico Hohn überrascht.

Dennoch sieht Krings sein Team vor der Partie am Donnerstag, 20 Uhr, auf dem Kunstrasenplatz in Stotzheim als Underdog. „In der Rolle haben wir uns im Achtelfinale gegen Vernich aber wohlgefühlt“, sagt er. Eine Halbfinal- und Mittelrheinpokalteilnahme wäre ein absolutes Highlight. Man brauche zwar einen Sahnetag, aber: „Ich glaube an das kleine Fußballwunder von Roitzheim“, so Krings.

Mechernichs Trainer Mirco Mertens wünscht sich vor allen Dingen ein wenig mehr Ruhe. „Es waren phasenweise relativ wilde Spiele“, so Mertens, der exemplarisch das 4:4 gegen Lommersum nennt. Der Fußball müsse in den Vordergrund rücken, die Defensive stehe im Fokus, denn die eigene Offensive sei immer für Tore gut. Mertens weiß, dass Roitzheim mit Spieler wie Dominik Brausch, Sandro Braun und Dominik Rang gute erfahrene Spieler vorzuweisen hat und stark bei Standardsituationen ist. „Das wird kein Selbstläufer. Aber wir wollen sie als geschlossene Einheit niederringen“, so Mertens.

Unterschiedliche Vorhersagen über Frauenbergs Personal

SV Frauenberg – SG Dahlem-Schmidtheim: Nur drei Wochen muss man zurückblicken auf das letzte Aufeinandertreffen. In Frauenberg endete die Partie 4:2 für die Gäste.

Laut SVF-Trainer Marcel Timm ist fraglich, ob alle Verletzten der letzten Wochen bis Karsamstag (16 Uhr im Frauenberger Loch) einsatzbereit sind. „Wir haben einige angeschlagene Spieler und Langzeitverletzte“, so Timm. Wegen dieser Situation könne man gegen einen Gegner wie Dahlem nur im Verbund bestehen und fighten. Die Platzverhältnisse könnten allerdings ein Vorteil sein. Man dürfe Dahlem nicht die Räume geben, sich zu entfalten. „Aber es wird schwer“, sagt der Trainer, der sein Ex-Team ganz klar in der Favoritenrolle sieht.

SG-Trainer Christian Hammes blickt ebenfalls einem schweren Spiel entgegen, in dem es zunächst darum gehe, körperlich zu bestehen. „Gegen Frauenberg sind es immer enge und hart geführte Spiele, das wird ein klassischer Pokalfight“, so Hammes. Es winke die Teilnahme am Mittelrheinpokal, die für beide Teams ein Riesenerfolg sei. Hammes rechnet entgegen der Aussage seines Kumpels Marcel Timm damit, dass die zuletzt angeschlagenen Frauenberger spielen können. „Ich denke, dass die Kaiser-Brüder und Wesley Schleicher einsatzfähig sind, deshalb erwarte ich eine gut besetzte Frauenberger Mannschaft.“ Sein Team werde bis auf zwei Verletzte komplett sein.

Für Lewin, Wiedenau und Sasse ist es ein Wiedersehen unter Freunden

SG Billig/Veytal – TuS Chlodwig Zülpich: Vor allem für das Trainerteam der Heimmannschaft ist das Aufeinandertreffen mit dem Landesligisten am Samstag, 16 Uhr, auf dem Rasenplatz in Billig etwas Besonderes. Trainer Thorsten Lewin war vier Jahre Co- und ein halbes Jahr Cheftrainer beim damaligen Bezirksligisten, Benjamin Wiedenau kommt auf viereinhalb Spielzeit als Aktiver. „Für mich und Benny ist das ein Spiel, bei dem man viele Freunde noch mal wiedersehen wird“, so Lewin.

Bei aller Nostalgie vergisst er aber nicht, dass sein Team das schwerste Los im Wettbewerb bekommen hat. „Der TuS ist ganz oben in der Landesliga und hat eine sehr große Möglichkeit, in die Mittelrheinliga aufzusteigen, da der zweite Platz direkt hochgeht“, analysiert er. Deshalb sei es für seine Mannschaft ein Bonusspiel – ein vorgezogenes Mittelrheinpokalspiel sozusagen. Lewin wünscht sich vor allen Dingen eines: „Die Jungs haben sich ein geiles Spiel mit vollen Rängen verdient.“

Zülpichs Trainer David Sasse freut sich ebenfalls auf das Wiedersehen mit Wiedenau und Lewin, zu denen er noch Kontakt habe. Sportlich gesehen sei es kein besonderes Spiel, man wolle das Ticket für den Mittelrheinpokal ziehen. Sasse rechnet mit einem tief stehenden Gegner und einer tollen Kulisse auf der „total schönen Anlage“. Die Rolle seines Teams sei klar: „Wo Favorit draufsteht, sollte auch Favorit drin sein“, so Sasse. Eine B-Elf wird er wohl nicht aufstellen, denn er sagt: „Wir nehmen das Spiel schon ernst.“