Abo

Sportlerwahl 2025Felix Kortholt vom SSV Weilerswist ist häufiger Genie als Wahnsinn

3 min
Weilerswists Felix Kortholt zieht mit Ball am Fuß an Sötenichs Simon Züll vorbei.

Gewohntes Bild: Felix Kortholt (r.) hat den Ball, dem Gegner bleibt häufig das Nachsehen.

Der Fußballer Felix Kortholt vom SSV Weilerswist gibt immer 100 Prozent, ist ein echter Unterschiedsspieler, aber auch ein Grenzgänger.

Felix Kortholt ist ein Grenzgänger. Einer, der immer 100 Prozent gibt – manchmal auch etwas mehr. Wenn das der Fall ist, wird es kritisch. Für ihn, für den Gegner, für die eigene Mannschaft. Felix Kortholt wandelt gerne an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn – im Fußballjahr 2025 war der 28-jährige Allrounder des SSV Weilerswist viel häufiger Genie als Wahnsinniger und deshalb für den A-Ligist von so großer Bedeutung. Allein in dieser Spielzeit kommt Kortholt in elf Spielen auf zehn Treffer und sechs Vorlagen – eine überragende Bilanz.

Und auch wenn Kortholt nach Meinung vieler Gegenspieler und auch schon mal neutraler Zuschauer am Rande des Platzverweises wandelt, spricht die nicht offizielle Vereinsstatistik eine andere Sprache. Der Grenzgänger hat den schmalen Grat bisher nur einmal überschritten. In 162 Spielen sah Kortholt 27-mal die Gelbe Karte. Mit Gelb-Rot ist der 28-Jährige aber noch nie vom Platz geflogen. Lediglich einmal musste Kortholt nach einer Roten Karte frühzeitig zum Duschen.

Trainer Frederik Ziburske lobt technische und physische Qualitäten

Trainer Frederik Ziburske vom SSV Weilerswist findet deutliche Worte der Anerkennung für seinen Offensivspieler. „Felix ist einer der wichtigsten Spieler in unserer Mannschaft“, betont Ziburske: „Gerade im Offensivbereich merkt man immer sofort, ob er dabei ist oder nicht – er ist einfach ein Unterschiedsspieler.“

Der Coach lobt vor allem Kortholts technische und physische Qualitäten: „Er hat eine brutale Eins-gegen-eins-Qualität und nimmt ein unglaubliches Tempo mit Ball auf. Diese Kombination führt zu einer Torgefährlichkeit, die in unserer Liga kaum einer hat. Er kann aus der Tiefe kommen, aus der zweiten Reihe abschließen und geht kompromisslos in die Zweikämpfe.“

Felix Kortholt ist ein Teamplayer ohne Starallüren und spricht Dinge an

Trotz seiner herausragenden Fähigkeiten bleibe Kortholt bodenständig: „Felix ist absolut geerdet, ein echter Teamplayer ohne Starallüren. Er haut sich immer voll rein, steckt auch mal ein, bleibt dabei aber immer fair – ein Sportsmann durch und durch.“ Auch abseits des Platzes schätzt Ziburske den Austausch mit seinem Spieler: „Er macht den Mund auf, wenn etwas nicht gut läuft, spricht Dinge kritisch, aber immer konstruktiv an. Taktisch ist er sehr interessiert und reflektiert – das Gespräch mit ihm läuft auf einem wirklich hohen Niveau.“

Für den Trainer steht fest: „Felix ist seit Jahren ein Garant für unsere Offensivstärke. Seine Konstanz und sein Niveau über so lange Zeit sind beeindruckend. Ein absolut vorbildlicher Sportler – auf und neben dem Platz.“

Für den SSV aufzulaufen, ist für Kortholt auch ein Stück Heimat. Schließlich erlernte der 28-Jährige dort das Fußballspielen. Vater Jörg war wohl einer der besten Fußballer, der je für den SSV aufgelaufen ist. Relativ früh ging es für Felix Kortholt in der Jugend aber zum FC Rheinsüd und dann zum Euskirchener TSC. In der B-Jugend spielte Kortholt mit den Kreisstädtern sogar in der Bundesliga – und markierte dabei zwei Tore. Nach der Jugendzeit ging es dann zum SSV Bornheim in die Bezirksliga, einige Spielzeiten später nach Merten, ehe der Weg 2021 zurück zum SSV Weilerswist führte.