Die Mechernicherin Lisa Reinecke wurde als Landessiegerin der Unparteiischen vom Deutschen Fußball Bund geehrt – und bleibt ganz bescheiden.
Sportlerwahl 2025Lisa Reinecke wurde als Schiedsrichterin vom DFB ausgezeichnet

Nicht nur die Zeit im Blick hat Lisa Reinecke.
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„Der Ton macht die Musik“, findet Lisa Reinecke. Sie muss es wissen, zumindest auf dem Fußballplatz. Denn die Mechernicherin wurde 2025 als Landessiegerin bei den Schiedsrichterinnen vom Fußballverband Mittelrhein (FVM) und dem DFB im Rahmen der Aktion „Danke, Schiedsrichter“ ausgewählt und ausgezeichnet.
Was sie im Vergleich zu ihren Kolleginnen so besonders ausgezeichnet hat, dass sie zur Ehrung nach Frankfurt am Main reisen durfte, wisse sie nicht, sagt sie im Gespräch. Auf Verbandsebene sei sie vorgeschlagen worden mit einem Schreiben, das sie allerdings nie zu Gesicht bekommen habe. Vielleicht aber habe es neben ihren Leistungen auf dem Fußballplatz auch an ihrem vielfältigen Engagement gelegen. „Ich bin im Lehrstab auf Kreisebene und seit dem letzten Jahr im Verbandslehrerstab und bei der Ausbildung der neuen Schiedsrichter tätig.“ Ebenso sei sie als Jurorin bei den Leistungsprüfungen und bei Weiterbildungen tätig.
Respekt gewinnt Lisa Reinecke durch Know-how und Ruhe
„Es ist nicht einfach, gerade als Frau, sich Respekt zu verschaffen“, sagt sie. Mit dem entsprechenden Know-how und der nötigen Ruhe gelinge es ihr aber. Doch sie wisse auch: „Man kann es nicht allen recht machen.“
Seit sie drei oder vier Jahre alt sei, spiele sie Fußball, berichtet sie. Bereits mit 13 Jahren hat sie den Schiedsrichterschein gemacht, nachdem sie mangels eines Unparteiischen bei ihrem Heimatverein, der TuS Mechernich, ein Bambiniturnier gepfiffen habe. „Das gefiel mir“, sagt sie.
Lisa Reinecke kennt das Geschehen auf dem Platz auch als Spielerin
Was Lisa Reinecke auszeichnet: Sie kennt das Spielgeschehen nicht nur aus der Perspektive als Schiedsrichterin, sondern auch als Spielerin. Auch wenn die 26-Jährige aufgrund einer Verletzung, die sie vor zwei Jahren erlitten hat, derzeit ausschließlich als Referee unterwegs ist, ist ihr auch bewusst, wie die Spieler ticken. „Das sind zwei Welten, als Spielerin habe ich ein anderes Temperament“, verrät sie. Sie habe das gut unterscheiden können, aber bei den Schiedsrichterkollegen auch einen Bonus gehabt.
Bis zu dem Kreuzbandriss, der sie vor zwei Jahren außer Gefecht setzte, spielte sie bei der SG Erfthöhen. Als Schiedsrichterin kämpfte sie sich wieder auf den Platz zurück, wo sie erst einmal eine Liga tiefer wieder anfangen musste. Aktuell werde sie in der Bezirksliga der Herren, der Regionalliga der Damen und als Linienrichterin bis zur Mittelrheinliga der Herren eingesetzt.

