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Volleyball-BezirksligaStotzheim und Marmagen-Nettersheim liefern sich ein packendes Derby

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Stotzheims Spielerin Anna Spenst springt hoch, um den Ball von Eba Niamke abzuwehren. Es war Spensts erstes Spiel nach der Babypause.

Zurück aus der Babypause ist Stotzheims frühere Spielertrainerin Anna Spenst (Nr. 6).

Der Bezirksliga-Spitzenreiter setzt sich nach vier knappen Sätzen durch. Marmagen-Nettersheims Anja Steib hat sich die Achillessehne gerissen.

TV Stotzheim – SG Marmagen-Nettersheim 1:3 (23:25, 23:25, 25:21, 22:25). Schon im Vorfeld war klar: Dieses Derby ist, tabellarisch gesehen, ein echtes Spitzenspiel. Nach dem Match in der Sporthalle an der Selmenstraße muss man konstatieren: Der drittplatzierte Gastgeber Stotzheim und der Spitzenreiter Marmagen-Nettersheim lieferten sich einen rund zweistündigen Volleyballkrimi.

Das Spiel hatte alles, was ein Derby braucht. Das einzige, auf das nicht nur Marmagen hätte verzichten können, war die schwere Verletzung, die sich Anja Steib im ersten Satz zugezogen hatte. Nach dem Versuch, einen Aufschlag der Stotzheimerinnen anzunehmen, blieb sie auf dem Hallenboden sitzen und deutete sofort an, dass sie ausgewechselt werden musste. Ein Rettungswagen wurde bestellt, noch bevor das Spiel zu Ende war, kam die niederschmetternde Diagnose aus dem Krankenhaus: Steib hat sich die Achillessehne gerissen. Sie ist im Team von Sandy Falkenstein neben Franziska Wimmer die zweite Langzeitverletzte, die in dieser Saison kein Spiel mehr bestreiten wird.

Beide Mannschaften gaben keinen Ball verloren

Unabhängig von der Verletzung sahen die Zuschauer auf den Bänken am Rand der Sporthalle ein spannendes Spiel mit vier knappen Sätzen. Die beiden Mannschaften schenkten sich nichts, die Spielerinnen gaben keinen Ball verloren und peitschten sich mit Gesängen permanent selbst an.

Marmagens Vanessa Mai bringt einen Ball übers Netz, Stotzhms Lisa Müller versucht zu blocken.

Zweikampf am Netz: Stotzheims Lisa Müller (l.) und Vanessa Mai.

„Es war knapper als erwartet“, sagte Stotzheims Trainerin Laura Borchers, die sich über die Rückkehr von Anna Spenst nach der Babypause freute. Borchers war grundsätzlich mit der Leistung ihres Teams zufrieden, hatte aber auch ein paar Schwachstellen ausgemacht, an denen im Training gearbeitet werden soll, darunter auch das Abstellen von „zu vielen Aufschlagfehlern“, so Borchers.

Kurze Marmagener Verunsicherung nach der schweren Verletzung

Ihr Gegenüber Sandy Falkenstein hatte mit einem schweren Spiel gerechnet. „Das hat sich bewahrheitet. Und es ist durch die Verletzung von Anja noch schlimmer geworden. Umso stolzer bin ich, dass wir uns mental gut gefangen haben. Das war eine tolle Teamleistung“, so Falkenstein.

Denn tatsächlich hatte die Verletzung die Gäste aus der Gemeinde Nettersheim kurz verunsichert. Im ersten Satz führten sie permanent, zeitweise sogar mit fünf Punkten Vorsprung (11:6). Vor der Herausnahme Steibs lag man mit 17:15 vorne, darin eingerechnet schon der Stotzheimer Punkt nach dem Aufschlag, den Steib abzuwehren versucht hatte. Stotzheim kämpfte sich in dem Satz nicht nur zum Ausgleich heran, sondern ging sogar mit 22:21 in Führung.

Im zweiten Satz lagen die Gastgeberinnen meist vorne, doch Marmagen behielt die Nerven und gewann auch den Durchgang. Der dritte Satz war von vielen Führungswechseln geprägt. Und selbst im vierten Satz wurde es noch einmal spannend. Zwar hingen die Köpfe der Stotzheimer, als sie 7:13 in Rückstand lagen. Doch dann gelangen drei Punkte in Folge und der Ehrgeiz war wieder da. Selbst beim Stand von 17:24 gaben sie den Satz nicht verloren und kämpften sich noch einmal auf 22:24 heran.

Stotzheim: Müller, Schaefer, Feuser, L. Borchers, Spenst, Marklein, A. Borchers, Olek.

Marmagen: Ehlen, Fuchs, Poensgen, Decker, Mai, Steffen, Steib, Diefenbach, Niamke, Maus, Theissen.