Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt ist mit der Note der IHK zufrieden und erklärt, warum der Stadtbus ein Erfolgskonzept ist.
Tourismus boomtEuskirchens Bürgermeister gibt klare Empfehlung für Investion in die Zukunft

Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt (r.) äußerte sich zum IHK-Standortmonitoring.
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Eine 2,8 von der IHK war für Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt zunächst einmal ein Grund zur Freude. Das sei eine Note, von der er während seiner Schulzeit geträumt habe, scherzte er. Noch erfreulicher sei, dass die Kreisstadt damit im bisherigen Vergleich des IHK-Standortmonitors den ersten Platz belege. „Ich hoffe, dass das noch möglichst lange so bleibt“, sagte Reichelt.
Überraschungen enthielten die Ergebnisse für ihn und die städtische Wirtschaftsförderung nicht. Das sei auch gut so: Schließlich müssten Verwaltung und Politik diejenigen sein, die von den Erkenntnissen über den eigenen Wirtschaftsstandort am wenigsten überrascht würden. Die Untersuchung zeige aber detailliert auf, wo Euskirchen bereits gut aufgestellt sei und wo die Unternehmen noch Verbesserungsbedarf sähen.
100 Unternehmen aus Euskirchen befragt
Für den Standortmonitor wurden rund 100 Unternehmen befragt. Etwa 60 Prozent von ihnen gehören zum Dienstleistungssektor, jeweils rund 20 Prozent zu Handel und Industrie. Bewertet wurden 31 Standortfaktoren – jeweils danach, welche Bedeutung die Betriebe ihnen beimessen und wie zufrieden sie mit den Gegebenheiten vor Ort sind.
Euskirchen gehöre zu den Kommunen, bei denen kein Haushaltssicherungskonzept absehbar sei. Das verschaffe auch den Unternehmen Planungssicherheit. Umso wichtiger sei es, die noch vorhandenen Gewerbeflächen gezielt zu vergeben. Nicht jede Ansiedlung schaffe ausreichend Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Flächenintensive Betriebe mit hohem Verkehrsaufkommen, aber geringer Wertschöpfung könnten die Infrastruktur stark belasten, ohne den städtischen Haushalt entsprechend zu stärken.
„Wir dürfen nicht jedes erste Angebot nehmen“, sagte Reichelt. Andernfalls müssten womöglich später die Steuern für die bereits ansässigen Unternehmen erhöht werden. Dass Euskirchen als Wirtschaftsstandort gefragt sei, zeige nach Ansicht des Bürgermeisters die Ansiedlung von MM Flowers. Der britische Blumengroßhändler, der unter anderem Aldi beliefert, soll in Kürze seinen Betrieb aufnehmen.
Wenn Sie jemanden kennen, der ein Hotel betreiben will, empfehlen Sie ihm Euskirchen.
Weitere Perspektiven eröffnet das gemeinsam mit Weilerswist geplante interkommunale Gewerbegebiet. Auf rund 30 Hektar sollen dort neue Ansiedlungsmöglichkeiten entstehen.
Großes Potenzial sieht Reichelt zudem im Tourismus. Die Therme sei bereits heute einer der wichtigsten Besuchermagneten der Stadt. Sie solle weiter wachsen und sich stärker an großen Anlagen wie denen in Sinsheim und Erding orientieren. Welche wirtschaftliche Dynamik eine solche Entwicklung auslösen könne, zeige Erding: Dort hätten sich im Umfeld der Therme zahlreiche Hotels angesiedelt. „Wenn Sie jemanden kennen, der ein Hotel betreiben will, empfehlen Sie ihm Euskirchen“, appellierte Reichelt an die anwesenden Unternehmer.
Auch der stark vergünstigte Stadtbus hat sich nach Angaben des Bürgermeisters bewährt. Erwachsene zahlen zwei Euro, Kinder einen Euro. Jede Fahrt wird von der Stadt bezuschusst. Die zunächst befürchtete finanzielle Mehrbelastung sei jedoch geringer ausgefallen als erwartet, weil deutlich mehr Menschen das Angebot nutzten. Nach Angaben Reichelts wurden fast 50.000 zusätzliche Fahrten registriert.
„Das macht die Bezuschussung deutlich geringer, als wir gedacht haben“, sagte der Bürgermeister.
