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Ex-Leitender Pfarrer von EuskirchenGeneralvikar Tobias Hopmann will Kirche neu öffnen

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Das Bild zeigt Tobias Hopmann an einem Tisch. Vor ihm liegt ein Aktenordner.

Neuer Arbeitsplatz: Der ehemalige Leitende Pfarrer von Euskirchen, Tobias Hopmann, ist nun Generalvikar.

Der ehemalige Leitende Pfarrer von Euskirchen, Tobias Hopmann, ist seit Juni Generalvikar in Köln. Im Gespräch berichtet er über sein Amt und seine Ziele.

Kaum zwei Monate ist er im Amt, doch für den neuen Generalvikar des Erzbistums Köln, Tobias Hopmann, ist klar, wohin der Weg führen soll: Die Kirche müsse wieder stärker auf Menschen zugehen, Schwellen abbauen und den Glauben verständlich und einladend vermitteln. „Unser Auftrag ist es, Menschen mit Christus in Berührung zu bringen“, sagt der ehemalige Leitende Pfarrer von Euskirchen, der seit dem 1. Juni als Generalvikar die Verwaltung des Erzbistums leitet.

Der Wechsel vom Pfarramt in eine der wichtigsten Führungspositionen des Erzbistums bedeutet einen tiefgreifenden Rollenwechsel. Statt Gottesdiensten und Seelsorge bestimmen heute Leitungskonferenzen, Personalfragen, Rechtsangelegenheiten und Verwaltungsentscheidungen den Alltag. Rund 940 Mitarbeitende gehören inzwischen zum Generalvikariat. Trotz der Vielzahl an Besprechungen und Akten legt der Generalvikar Wert darauf, den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren.

Kleine Dinge sollen den Kontakt zur Basis halten

Regelmäßige Mitarbeiterfrühstücke in kleinen Gruppen sollen den Austausch fördern und verhindern, dass sich die Verwaltung von den Gemeinden entfernt.

Seine Erfahrungen aus der langjährigen Arbeit in Euskirchen prägen dabei weiterhin seine Sichtweise. Entscheidungen müssten auch in der Praxis funktionieren, betont er. Gleichzeitig sei ihm wichtig, sich auch außerhalb kirchlicher Strukturen zu bewegen – etwa im Karneval oder durch Begegnungen mit Menschen, die der Kirche fernstehen.

Weiterentwicklungen der kirchlichen Angebote liegen Hopmann am Herzen

Auch über Soziale Netzwerke möchte er künftig persönliche Einblicke in seinen Alltag geben. Besonders am Herzen liegt ihm die Weiterentwicklung pastoraler Angebote. Als Beispiel nennt er die Familienkirche in Stotzheim. Dort sollen Gottesdienste bewusst familienfreundlich gestaltet werden – mit Spielmöglichkeiten für Kinder und einer Atmosphäre, in der sich Eltern willkommen fühlen. Es gehe nicht um eine reine Kinderkirche, sondern um ein Angebot für die ganze Familie.

„Wir müssen uns fragen, wie wir Menschen erreichen, die bislang keinen Bezug zur Kirche haben“, sagt der Generalvikar. Die Haltung „Das haben wir schon immer so gemacht“ führe nicht weiter. Stattdessen brauche es niedrigschwellige Angebote, die Neugier wecken und den Einstieg erleichtern. Impulse dafür holte sich das Erzbistum unter anderem auf Reisen nach London, Breda und Chicago.

Wir müssen uns fragen, wie wir Menschen erreichen, die bislang keinen Bezug zur Kirche haben.
Tobias Hopmann, Generalvikar

Besonders beeindruckt habe ihn die ausgeprägte Willkommenskultur in englischen Gemeinden. Dort würden Besucher bereits vor der Kirche begrüßt, bekämen Plätze gezeigt oder ein Getränk angeboten. Gerade Menschen, die zum ersten Mal einen Gottesdienst besuchen, fühlten sich dadurch angenommen. Diese Erfahrungen fließen nun in das Projekt „Church Planting“ ein.

In Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Brühl entstehen neue Gemeindeformen, die gezielt Menschen ohne kirchliche Vorerfahrung ansprechen sollen. Teams aus Priestern, Musikern und pastoralen Mitarbeitenden entwickeln Angebote, bei denen liturgische Texte auf Leinwänden eingeblendet werden und kein Vorwissen vorausgesetzt wird. Nach Angaben des Generalvikars entwickeln sich die Pilotprojekte besser als erwartet.

Reichelt (r.) geht auf Hopmann zu und nimmt ihn in den Arm.

Pfarrer Tobias Hopmann erhielt von Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt auf der Kirmes in Stadtorden verliehen.

Auch die Einführung eines Eintrittsgeldes für touristische Besuche im Kölner Dom verteidigt der Generalvikar. Gottesdienste und das persönliche Gebet blieben selbstverständlich kostenlos. Die Regelung betreffe ausschließlich Besichtigungen und solle insbesondere an stark frequentierten Tagen für eine ruhigere Atmosphäre sorgen. Andere große Dome in Deutschland hätten ähnliche Modelle bereits seit Jahren.

Um den neuen Job in Köln hat sich Hopmann nie beworben

Dass er heute Generalvikar ist, war für ihn selbst keineswegs absehbar. Während eines Aufenthalts in Tschechien erhielt er den Anruf von Kardinal Rainer Maria Woelki. Die Anfrage erreichte ihn in einer persönlich schwierigen Zeit – rund um den Geburtstag seiner verstorbenen Mutter. Nach einem Gespräch mit dem Kardinal nahm er die Berufung an. Beworben habe er sich nie.

Die Nachfolge in Euskirchen übernimmt Tobias Schwaderlapp, mit dem er bereits über viele Jahre verbunden ist. Beide kennen sich seit dem Studium und wurden am selben Tag zum Priester geweiht. Der Wechsel sei deshalb von großem Vertrauen geprägt.

Trotz der steilen Lernkurve blickt der Generalvikar optimistisch auf seine Aufgabe. Kirche stehe vor tiefgreifenden Veränderungen, sagt er. Entscheidend sei jedoch nicht, möglichst viele Strukturen zu erhalten, sondern Menschen Orientierung, Halt und Hoffnung zu geben. „Auch wenn sich die Rahmenbedingungen verändern - unser ursprünglicher Wachstumsauftrag bleibt derselbe“.


Der Nachfolger für Tobias Hopmann als Leitender Pfarrer

„Es ist mein absoluter Wunschnachfolger“, sagt Tobias Hopmann über seinen Nachfolger als Leitender Pfarrer in Euskirchen.Tobias Schwaderlapp bringe nicht nur umfangreiche Leitungserfahrung mit, sondern zeichne sich insbesondere durch sein großes Engagement in der Jugendpastoral aus.

Der künftige Leitende Pfarrer ist noch als Jugendseelsorger im Erzbistum Köln, Rektor von Haus Altenberg, Leiter des Bereichs Jugend-, Hochschul- und Berufungspastoral sowie stellvertretender Generalvikar. Damit verfüge er über umfassende Erfahrungen in Seelsorge, Verwaltung und Personalführung. Zwischen dem bisherigen Leitenden Pfarrer und Schwaderlapp besteht eine langjährige persönliche Verbindung.

Sie wurden im Jahr 2008 im Kölner Dom zu Priestern geweiht und absolvierten ihre Ausbildung miteinander. „Wir sind seitdem befreundet. Deshalb weiß ich sehr genau, von wem ich spreche“, sagt Hopmann. Er ist überzeugt, dass die Gemeinden in Euskirchen einen hervorragenden Seelsorger erhalten. Seinen Dienst als Leitender Pfarrer wird Schwaderlapp zum 1. November antreten. Bis dahin wird die Pfarrei von Pastor José Pérez Pérez als Pfarrverweser geleitet.