Vier Chöre gestalteten im Casino Euskirchen einen Konzertabend voll musikalischer Vielfalt. Imvula brachte einen Hauch von Afrika in den Saal.
Casino ausverkauftNacht der Chöre begeistert das Euskirchener Publikum

Eine beeindruckende Anzahl von Sängerinnen und Sängern, hier beim Schlussapplaus, machte die Nacht der Chöre im Casino zu einem Erlebnis.
Copyright: Frank Neuenhausen
Das Euskirchener Casino war zur „Nacht der Chöre“ ausverkauft. Michael Luke, Moderator des Abends, musste mit Bedauern feststellen, dass viele Interessenten sich vergeblich um Eintrittskarten bemüht hatten, derart groß war der Andrang. Zum dritten Mal fand die Veranstaltung im Casino statt. Für Liebhaber schöner Harmonien waren vier Gruppen am Start.
In Rot und Schwarz gekleidet, machte „SoundAround“, der Frauenchor der Musikschule Euskirchen, unter Leitung von Uli Schneider den Anfang. Mit und ohne Klavierbegleitung sangen die Damen präzise und engagiert Popsongs wie „Time After Time“, „Das Haus am See“ oder Elton Johns „Your Song“. Der Klang war durchweg soft und gerade, das verlieh den Stücken eine besonders eindringliche Note. Durch die deutliche Aussprache der Sängerinnen wurde keine Silbe verschlabbert, die Texte konnten ihre Wirkung entfalten.
„Kein schöner Land“ wurde eingebettet in „Sounds of Africa“
Die Leiterin des Chors Imvula aus Großbüllesheim, Monika Thönnessen, hatte sich einen anderen Sound ausgesucht: „Normalerweise singen wir viele Popsongs und Lieder in kölscher Mundart.“ Aber weil schon die anderen Gruppen Lieder aus diesen Bereichen sängen, wolle man etwas Abwechslung in den Abend bringen. Der Name Imvula komme aus einer südafrikanischen Sprache und heiße „Regen“, erklärt sie: „Der Regen ist dort ein Segensbringer und schützt die Menschen.“
Und so hörten die erstaunten Gäste afrikanische Klänge und Rhythmen in Mischung mit deutschen Texten. Wie klingt wohl „Kein schöner Land“ eingebettet in „Sounds of Africa“? Im Casino konnte man es live hören.

Die mitreißende Energie der Chorleiterin Barbara Luke übertrug sich von der ersten Minute an auf ihren Projektchor Mary's Mixed.
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Unter der Leitung von Uli Schneider zeigten die Sängerinnen von „SoundAround“, wie man Popmusik in schöne Chorklänge gießen kann.
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Mit dem Chor Imvula brachte Monika Thönnessen ein Stück Afrika in die Nacht der Chöre.
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Thönnessen ist schon seit 40 Jahren mit verschiedenen Chören unterwegs. Es ist ihr gelungen, die Sängerinnen und Sänger für die schwierigen rhythmischen Passagen und ungewöhnliche Klangwechsel fit zu machen. „Es sind sehr komplexe Stücke“, ergänzt sie, „und es sind entsprechend langwierige Proben, bis alles sitzt.“
Beim Auftritt im Casino schienen die Stücke ganz leicht singbar, schaute man in die entspannten Gesichter der Sänger. Thönnessen: „Ich möchte, dass die Sänger die Stücke verinnerlichen und sie wirklich meinen, wenn sie vorne stehen.“ Auch ihr Mann ist im Chor und singt manchmal Solopassagen; immer sicher und mit deutlich erkennbarer Hingabe.
Monika Thönnessen ermunterte das Publikum, zur Chorprobe zu kommen
„Wir proben jeden Donnerstag um 19.30 Uhr im Pfarrheim“, ermunterte die Chorleiterin das Publikum, auch einmal selbst zu singen und beim Chor vorbeizuschauen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer beklatschten den auch optisch schönen Auftritt lautstark.
Fünf junge Studenten und Studentinnen aus Köln waren durch Michael Luke ins Casino gelockt worden. Weil sie ein kleiner Teil des großen Studentenchors Vocal Journey sind, nennen sie sich Inner Circle, als kleiner Teil des Ganzen. Alle studieren auf Lehramt in unterschiedlichen Fachbereichen und Musik mit verschiedenen Schwerpunkten: Jazz, Pop, Klassik. Einer der Sänger war früher Schüler an der Euskirchener Marienschule. Daher der Kontakt.
John Miles' „Music Was My First Love“ klang beeindruckend
Das Quintett bezauberte mit einer Vielfalt an poppigen und jazzigen Sounds. Die Sängerinnen und Sänger schafften es, trotz fehlender Monitorbox, so gut aufeinander zu achten, dass sie gesanglich immer zusammenblieben und nie aus den schwierigen Harmonien fielen.
Schon beim Hören konnte man ahnen, wie viel Übung hinter den Klängen stand. Die Gruppe hat es in wenigen Monaten geschafft, die schrägen Sounds und stolpernden Einsätze mancher Stücke sicher zu harmonisieren. Das Orchesterstück „Music Was My First Love“ von John Miles klang aus den jungen Stimmen gewaltig und mindestens so beeindruckend wie das Original. Auch für sie gab es im Casino frenetischen Applaus.
Zum Finale kam der 80-köpfige Chor Mary's Mixed auf die Bühne
Das Finale bestritt Mary's Mixed, der Projektchor der Marienschule. Wie auch ein Teil der anderen Chöre war er durch die Erkältungswelle ausgedünnt. Dennoch standen rund 80 Sängerinnen und Sänger in Schwarz und Weiß auf der Bühne, sie füllten den Raum mit Stimme und Engagement.
Unter der Leitung von Barbara Luke hat es der Chor aus Jung und Alt, Mann und Frau geschafft, auch mit schwierigen Rhythmen zurechtzukommen.
Die Darbietungen dieses Chores waren ebenfalls ein Genuss, wie das Publikum klatschend und jubelnd feststellte. Mit einem Stück von Carsten Gerlitz und Oliver Gies beendete der Projektchor den musikalisch vielseitigen Abend passend: „Alles das kann nur Musik“, heißt es im Refrain.
Zum Schluss kamen noch einmal alle Akteure gemeinsam auf die Bühne. Ein beeindruckendes Bild. Im Raum schaute man in lauter glückliche Gesichter. Die Chormusik hatte augenscheinlich ihre wohltuende Wirkung entfaltet, auch bei den Mitwirkenden.

