Ehe die ehemalige Grundschule in Udenbreth für viel Geld saniert wird, soll erst ein Nutzungskonzept für die Zukunft erstellt werden.
Ehemalige Schule UdenbrethModernisierung würde bis zu 1,7 Millionen Euro kosten

Vor allem das Dach der Udenbrether Schule muss dringend saniert werden.
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Das Thema „Schule“ ist in Hellenthal ein Dauerbrenner. Während immer noch über den Neubau der Grundschule diskutiert wird, steht schon das nächste Problem an. Denn nicht nur das Schulgebäude in Reifferscheid ist ein kostenintensiver Sanierungsfall, auch bei der schon länger nicht mehr zu Unterrichtszwecken genutzte Schule in Udenbreth gibt es Handlungsbedarf.
Bis zum Ende des Schuljahres 2014/15 war der Grundschulbetrieb in der Gemeinde Hellenthal dreigeteilt. In Udenbreth wurden die Kinder aus dem Hellenthaler Höhengebiet unterrichtet, bis die Anmeldezahlen derart zurückgingen, dass der Betrieb hier eingestellt und der Schulbetrieb auf die Standorte Reifferscheid und Hellenthal konzentriert wurde.
In den Anbau zog damals der aus Rescheid umgesiedelte Kindergarten ein, der bis heute dort ansässig ist. Für den Altbau gab es immer wieder verschiedene Nutzungen. In der letzten Zeit wurde das Gebäude vor allem als Unterkunft für Geflüchtete genutzt.
Dach muss wegen Wassereinbrüchen saniert werden
Vor allem das Dach ist ein Sorgenkind und sorgte bereits vor 13 Jahren für Unruhe bei Statikern, nachdem in einem schneereichen Winter in Bad Reichenhall das Dach einer Turnhalle eingestürzt war. Diesmal allerdings waren es andere Probleme, die Rat und Verwaltung dazu veranlassten, Architekten und Energieberater mit einem strengen Blick auf das Gebäude zu beauftragen. So gab es mehrere Undichtigkeiten am Dachanschluss zum Kindergarten sowie an den Dachgauben. Auch stellte sich die vorhandene Dämmung als nicht ausreichend dar. Zudem sollte geprüft werden, ob die Statik für eine Dach-PV-Anlage ausreichend sei.
Im Zuge der Untersuchungen wurde allerdings deutlich, dass es sinnvoll wäre, auf das gesamte Gebäude zu schauen. Denn das ist in die Jahre gekommen und von daher energetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Doch die Zahlen, die die Architekten von den beauftragten Büros ermittelten, waren wenig erfreulich.
Die Dachsanierung, die aufgrund der Wassereinbrüche notwendig ist, würde aufgrund der Schätzung Kosten in Höhe von 385.560 Euro verursachen, teilte die Verwaltung dem Ausschuss für Bauen und Planen in seiner jüngsten Sitzung mit. Dazu kämen noch Planungskosten. Anders sähe es allerdings aus, wenn die Sanierung auch das Gebäude umfassen würde.
Kosten liegen zwischen einer Million und fast 1,7 Millionen Euro
Dann wäre nicht nur die energetische Ertüchtigung der Dachflächen, sondern der gesamten Gebäudehülle mit Kellerdecke und Außenwänden notwendig inklusive einer neuen Heizung sowie neuen Fenstern und Türen. Mit Hilfe der Baukostendatenbank wurden dabei Gesamtkosten ermittelt, die zwischen einer Million und fast 1,7 Millionen Euro liegen würden.
Angesichts der Haushaltssituation der Gemeinde war das eine Nachricht, die bei den Ratsvertretern keine Begeisterung auslöste. Vor allem, da zurzeit noch unklar ist, wie das Gebäude nach einer Sanierung in Zukunft genutzt werden könnte. Aus diesem Grund, so teilte der Allgemeine Vertreter Wilfried Knips mit, habe der Ausschuss die Beratung über das Thema vertagt, um weitere Informationen abzuwarten. So sei auch die Frage aufgekommen, welche Kosten ein Abriss des alten Gebäudeteils verursachen würde. „Das bedeutet nicht, dass der Abriss beschlossen worden wäre“, betonte Knips.
Es sei natürlich auch möglich, dass die ehemalige Schule eine Verwendung für das Dorf finden könne. Doch die Gemeindevertreter hätten deutlich gemacht, dass eine Sanierung ohne ein Konzept für eine künftige Nutzung keinen Sinn mache.
