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Hochbetrieb in der EifelAnsturm auf die Wintersportgebiete in Hellenthal war groß

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Ein Mädchen rodelt einen Hang hinunter und streckt die Arme zum Himmel.

Endlich Schnee! Tamina Wolf und die anderen Rodler genossen die guten Bedingungen am Weißen Stein in vollen Zügen.

Gut 20 Zentimeter Schnee und schönes Wetter sorgten für gute Bedingungen am Weißen Stein und einen Besucheransturm am Sonntag.

Mit Prognosen ist das bekanntlich so eine Sache. Das musste auch die Mitarbeiterin der Gemeinde Hellenthal erfahren, die am Samstagmittag die Zufahrt zum Parkplatz am Weißen Stein in Udenbreth regelte. „Jetzt wird es ruhiger“, sagte sie zuversichtlich mit der leisen Hoffnung auf Feierabend. Doch schon wenige Sekunden später gestand sie lachend ihren Irrtum ein: Auf einen Schlag bogen rund 15 Fahrzeuge um die Kurve der Bundesstraße, deren Fahrer alle auf der Suche nach einer Abstellmöglichkeit für ihr Gefährt waren. Bis gegen 16 Uhr sollte es dauern, bis die Mitarbeiter der Gemeinde, die sich um den Ansturm auf den Udenbrether Rodelhang kümmerten, auch das Wochenende genießen konnten.

Noch deutlich größer war der Ansturm am Sonntag: Am Mittag empfahl die Gemeinde, dass die Wintersportler den Weißen Stein nicht mehr ansteuern sollten. Es standen keinerlei Parkmöglichkeiten mehr zur Verfügung. Die Lage entspannte sich am späteren Nachmittag, als das Gros der Schneefreunde sich auf den teils recht langen Heimweg machte.

Langläufer mussten mangels gespurter Loipen nach Belgien fahren

Schnee und letztes Ferienwochenende waren dieses Mal die Zutaten, die die Menschen aus den Niederungen in die Eifel lockten. Wenn auf der Wetterkarte die Schneeflocken auftauchen, dann gilt für die Schneefans in frostfreien Gefilden die Devise: Auf nach Udenbreth! Doch die Hellenthaler wissen ohnehin, wie mit den Besucherströmen umzugehen ist, ganz besonders seit dem Corona-Lockdown im Winter 2020/21. Da tauchten plötzlich, wie Ex-Bürgermeister Rudolf Westerburg gern erinnert, auf Wiesen Schneemänner auf, wo noch nie einer gestanden hat – und der Ansturm sorgte für chaotische Zustände rund um Udenbreth.

Nun sorgte die Crew aus dem Rathaus wieder entspannt und routiniert dafür, dass alles in geordneten Bahnen verläuft. Wenn der Parkplatz voll ist, wird der Rand der Bundesstraße genutzt, aber eben immer nur auf einer Seite. Mit Erfolg, die Stimmung bleibt entspannt – meistens jedenfalls. „99 Prozent der Leute sind total nett“, so eine Mitarbeiterin, die am Samstag im Einsatz war. So sei ihr auch mal ein heißer Tee oder Kakao angeboten worden. Was sie bei den frostigen Temperaturen gern angenommen habe.

Lukas Tamalun und Maren Gaese ließen sich von ihrem Hund ziehen.

Mit dem Hundeantrieb von Findus waren Lukas Tamalun und Maren Gaese im Eifeler Schnee unterwegs.

Mutter und Tochter fahren gemeinsam auf einem Schlitten und strecken die Arme in die Höhe.

Die Schussfahrt bewältigten Tanja und Paulina Wolf locker.

Zu sehen sind einige Menschen mit Schlitten an einem Hang.

Entspannt war die Lage am Samstag, am Sonntag war viel los.

Ein Mann fährt auf einem Snowboard einen Hang hinunter.

Gekonnte Schwünge auf dem Snowboard zeigte Stephane Thiele.

Auch wenn der Rodellift in diesem Jahr nicht läuft, ist Schlittenfahren immer noch die Nummer eins am Weißen Stein. Da die Loipen nicht gespurt waren, mussten die Skilangläufer nach Losheimergraben fahren, wo auf der belgischen Seite hinter dem Hotel Schröder Loipen vorbereitet waren.

Die Rodler hatten Spaß am Weißen Stein – ebenso Stephane Thiele. Er war mit seinem Snowboard unterwegs und umkurvte   mit gekonnten Schwüngen die Schlittenfahrer. „Als ich heute Morgen Schuhe anziehen wollte und meine Snowboardschuhe nahm, sah ich mein Board danebenstehen, dass ich seit zehn Jahren nicht mehr benutzt hatte“, berichtete der Mann, der aus Sülz in die Eifel gekommen war. Da habe er sich gedacht, dass er mal testen wolle, ob er es noch könne. Immer besser fühle es sich an, sagte er, nachdem er mehrere Fahrten absolviert hatte.

Mit einem aufblasbaren Schlitten den Hang heruntergeschossen

Aus Kirspenich waren Harald und Tanja Wolf mit den Töchtern Tamina und Paulina da. Sie sei eine begeisterte Rodlerin, so Tanja Wolf: „Das habe ich meinen Töchtern vererbt.“ Die Möglichkeiten am Weißen Stein nutzten sie gern und oft, bei ihnen reiche der Schnee nicht. Wenn auch in den Niederungen Schnee liege, rodeln sie auch am Michelsberg. „Die Bedingungen hier in Udenbreth sind fantastisch“, schwärmte sie: „Länge und Breite des Hanges sind optimal.“ Und der Schnee war es auch, wie sie feststellte, als sie mit dem aufblasbaren Schlitten den Hang heruntergeschossen war. „Der ist richtig schnell“, sagte sie mit respektvollem Blick auf das kleine, rote Gefährt.

Aus Mönchengladbach war eine Familie mit ihren beiden Töchtern Lynn und Lea gekommen, um am letzten Ferienwochenende noch eine Rodelfahrt zu erleben. „Anderthalb Stunden waren wir unterwegs“, sagte die Mutter. Sie seien schon ein paar Mal am Weißen Stein gewesen, so dass sie wussten, was sie erwartet: „Aber es hat sich absolut gelohnt.“ Nicht nur die Schwerkraft, sondern auch die Stärke von Hund Findus sorgte bei Lukas Tamalun für Tempo bei der Abfahrt. Mit Maren Gaese war er aus Rösrath gekommen, um den Schnee zu genießen. „Wir waren in meiner Kindheit oft hier.“

Die Fahrt habe sich gelohnt, sie seien sehr zufrieden. Außer dem zweijährigen Deutsch-Drahthaar Findus, der   zum Jagdhund ausgebildet wird und nach Tamaluns Aussage als Schlittenhund zweckentfremdet wurde, hatten sie auch den drei Monate alten Heideterrier Eddi mitgebracht. Doch der genoss die Abfahrten in Sicherheit auf Gaeses Schoß.