Karnevalszug in HeckenEifeler Jecken lassen es zum Sessionsabschluss richtig krachen

Ihren Urlaub in der Karnevalshochburg Hecken verbringen diese Nonnen und Schotten aus Antwerpen, die am Zugweg feierten.
Copyright: Everling
Hecken – Wenn der Karneval in den Endspurt geht, legt er eine Station im Ländchen ein. Dann ziehen die Eifeler Jecken nach Hecken und lassen es noch einmal richtig krachen. Noch ein letztes Mal, bevor am Aschermittwoch den Gläubigen das Kreuz auf die Stirn gemalt wird, rollen die Prinzen- und Mottowagen, marschieren die Kapellen und die Fußgruppen.
Tiefenentspannt beobachteten die Zugleiter Guido Knips und Mario Lautwein, wie sich der Zug pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung setzte. Noch am Morgen hatte Schnee gelegen – und zum Zoch rissen die dichten Wolken auf und ließen die Sonne durch. Die Hauptarbeit der Zugleiter war getan: Der Zug hatte sich in diesem Jahr in Kreuzberg formiert und war über die Feldwege nach Hecken gefahren. „Hier ist immer Chaos“, begründete Knips die Änderung.
Rein theoretisch, so hatten sie ausgerechnet, sollte der Großteil des Zuges in die „Todeskurve“ passen. So wird die Schleife genannt, auf der der Zug sich auf 220 Metern zusammenknubbelt, damit Zuganfang und -ende unfallfrei aneinander vorbeikommen. Drei Wagen sollten an der Kreuzung stehenbleiben und diesen Teil des Zugwegs einfach abschneiden.
Garde bekam den Wagen
Warum biegt der ganze Zug nicht einfach an dieser Kreuzung links ab? „Das wäre unsportlich“, protestierte Knips empört. Schließlich ist die Kurve Kult. Dort zeigt sich, wer mit seinem Traktor umgehen kann. „Da ist schon so mancher hängengeblieben“, sagte Mike Schneider, Ex-Präsident der IG Ländchen, und machte den Fahrer der Udenbrether Kohlenmiene darauf aufmerksam, dass ein Stromkabel im Weg hing.
Mit Kakao und Kaffee gingen Schneider und seine Frau Edith dem Zug voran. „Solange ich Präsident war, bin ich mit dem Elferratswagen gefahren“, erinnerte er sich. Während der Elferrat und Präsident Dirk Lautwein zu Fuß unterwegs waren, fuhr diesmal die Tanzgarde der IG auf dem Wagen im Zug mit. Als Nonnen und Schotten stand eine Gruppe am Zugrand. „Wir sind aus Antwerpen und feiern seit sieben Jahren immer Karneval in Hecken“, sagte Luc Vlaeminckx. Aktuell seien Schulferien in Belgien, und dann mache die ganze Gruppe eine Woche Urlaub in Benenberg . „Erst kamen wir normal, jetzt kommen wir verkleidet“, so Vlaeminckx.
15 große Wagen und vier Musikvereine gingen in diesem Jahr im Heckener Zug mit. Aus Sieberath, Wahlen und Hellenthal hatten sich die dortigen Tollitäten angesagt. Mit guter Laune zogen die Gruppen mit ihren Wagen durch den Ort.
