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Hochwasserschutz in KronenburgKronenbruger See wird im Herbst wieder geleert

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Kronenburg – Gut zwei Jahre ist es her, da glich der Kronenburger See einer gigantischen Matschwüste. Das gesamte Wasser war im Oktober 2013 abgelassen worden, um die Staumauer untersuchen zu können. Als Folge dieser gründlichen Inspektion wird der See im kommenden Jahr erneut komplett geleert. Dieses Mal jedoch können Spaziergänger zwei, drei Monate lang den leeren See betrachten, und nicht nur wenige Tage: Denn die Reparaturarbeiten sind aufwendig und teuer. Der Zweckverband vergab dieser Tage in nicht-öffentlicher Sitzung den entsprechenden Auftrag.

Intensive Sonnenbestrahlung

„Die Arbeiten haben sich leider wegen Auflagen der Bezirksregierung verteuert. Aus diesem Grund müssen wir auch den See anders als bislang geplant komplett entleeren“, berichtete auf Nachfrage dieser Zeitung Verbandsvorsteher Jan Lembach, der Dahlemer Bürgermeister. Denn Schäden wurden nur im oberen Bereich der Staumauer entdeckt, dort hat die oberste Schutzschicht durch die intensive Sonnenbestrahlung Blasen geworfen. Im unteren Bereich der Staumauer, die von Wasser bedeckt und deshalb vor Sonnenstrahlen geschützt ist, müssen keine Reparaturen durchgeführt werden.

„Eigentlich hätte es deshalb ausgereicht, für die Bauarbeiten nur ein bisschen Wasser abzulassen“, so Lembach. Doch die Bezirksregierung habe gefordert, dass am Fuße des Damms während der Bauarbeiten eine Rinne errichtet wird. Darin soll der Asphalt gesammelt werden, der während der Sanierung vom Damm herunterrieselt.

Auch Regenwasser wird in dieser Rinne gesammelt und zunächst durch eine Filteranlage geführt, bevor es in die Kyll laufen darf. Durch diese Vorrichtung soll verhindert werden, dass Schadstoffe in den Wasserkreislauf gelangen. „Die Dammsanierung wird rund 1,5 Millionen Euro kosten“, berichtete der Verbandsvorsteher. Rund zehn Prozent dieser Summe müssten für die Rinne und die Reinigungsanlage ausgegeben werden. Zuschüsse gebe es in NRW nicht, nur die rheinland-pfälzischen Mitglieder des Zweckverbandes bekämen Fördermittel. Die Landesregierung in Mainz übernehme rund 70 Prozent.

Der Auftrag für die Sanierung wurde aufgrund entsprechender Vorschriften europaweit ausgeschrieben, obwohl es nur zwei Firmen gibt, die Staudämme bauen oder sanieren. Genau diese beiden Unternehmen gaben auch ein Angebot ab, das preiswertere erhielt den Zuschlag. Ab Mitte August 2016, also direkt nach den Sommerferien, soll das Wasser aus dem Kronenburger See abgelassen werden. Anschließend wird zunächst die alte Asphaltschicht abgefräst und dann eine neue aufgetragen. Die besondere Herausforderung dieser Arbeiten ist die steile Lage der Dammoberfläche.

Wenn der See leergelaufen ist, wird gleichzeitig noch eine weitere dringende Maßnahme in Angriff genommen: Der Vorstau soll leer gebaggert werden. Denn die Ablagerungen aus den Zuflüssen haben diesen zu einem Großteil gefüllt.

Auch diese Arbeiten stellen eine Herausforderung dar. Denn seitdem an dem flachen Uferabschnitt der Campingplatz in Betrieb genommen wurde, können Bagger und Lastwagen nicht mehr in den See fahren. Deshalb muss in Richtung Hallschlag eine Rampe gebaut werden, die in den See führt. Es ist auch noch nicht geklärt, was mit den riesigen Schlammmengen passieren soll, die aus dem Vorstau gebaggert werden.

Schlammproben gezogen

„Von einem Boot aus wurden bereits Schlammproben gezogen. Diese sind, wie nicht anders zu erwarten war, unbedenklich“, so Lembach. Trotzdem dürfe man den Schlamm nicht einfach auf Feldern verteilen. „Vielleicht können wir den Schlamm auf Forstflächen ausbringen.“

Egal wie die Angelegenheit ausgehe, die Entschlammung werde mehrere Hunderttausend Euro kosten. Sämtliche Arbeiten sollen nach spätestens drei Monaten abgeschlossen sein. Zum Winter soll der See wieder als Hochwasserschutz für die Anlieger der Kyll dienen.