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Integration in EuskirchenEuskirchener Servicehaus-Verein feierte 25-jähriges Bestehen

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Euskirchen – Die Geschichte des Servicehauses in Euskirchen beginnt mit Ursula Schmitz und Renate Schumacher-Blobel. Im März 1990 taten sich die beiden Frauen zusammen mit dem Plan, ein Haus bauen zu lassen, in dem Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung zusammen leben. „Wir waren nur zwei Frauen und hatten kein Geld“, erinnerte sich Renate Schumacher-Blobel beim Jubiläumsfest zum 25-jährigen Bestehen des Vereins am vergangenen Samstag.

Fast zehn Jahre lang mussten die beiden Frauen kämpfen, um ihr Projekt zu realisieren. Immer wenn eine den Mut verlor, so erzählte Schumacher-Blobel, habe die andere sie wieder aufgebaut. Denn der Bedarf für das Haus war von Anfang an ersichtlich. „Schon bei der Gründung des Vereins hatten wir 30 Leute, die Interesse anmeldeten“, sagte Schumacher-Blobel.

Einzug ins neue Haus

1999 war es endlich soweit: An der Bendenstraße war das Servicehaus fertiggestellt worden. Die Bewohner konnten in die 28 Wohnungen einziehen. Weil es bis dahin keinen guten Wohnplatz für Menschen mit Behinderungen gab, habe es junge Leute gegeben, die ihre Unterbringung im Altenheim beendeten und ins Service-Haus umzogen, so Schumacher-Blobel. Der Umzug in das neue Haus habe eine Verbesserung der Lebensqualität für diese Menschen bedeutet.

Mit ihrem Fokus auf Barrierefreiheit und Integration waren die beiden Damen vom Service-Haus-Verein ihrer Zeit sicherlich voraus. Nachahmer haben sie in der Region bisher allerdings nicht gefunden. Weder in Euskirchen noch in den nahen Großstädten Köln und Bonn gebe es weitere Häuser, in denen Menschen mit und ohne Behinderung so zusammenlebten wie im Euskirchener Service-Haus, hieß es. Deshalb sind die Wartelisten lang, und es dauert gerne drei bis vier Jahre, bis jemand einziehen kann. „Ich kann dabei auch nicht einfach nach der Position auf der Liste gehen“, erklärte Schumacher-Blobel, die für die Zuteilung der Wohnungen zuständig ist.

Jede Wohnung, so die Vorsitzende des Service-Haus-Vereins, sei anders konzipiert – beispielsweise sei sie so gebaut, dass man sich gut mit einem Rollstuhl darin bewegen kann.

Keine große Fluktuation

Deshalb dauert es teilweise sehr lange, bis eine passende Wohnung frei wird. Hinzu kommt, dass die Fluktuation nicht besonders groß ist, da eigentlich niemand ausziehen möchte. Tragischerweise erlebte Ursula Schmitz das von ihr mitgeplante Service-Haus nur kurze Zeit. Sie verstarb im Jahr 2000. „Sie durfte noch erleben, dass die Integration hier funktioniert“, sagte Schumacher-Blobel.

Für die Bewohner und die Mitglieder veranstaltete der Verein am Samstag ein Jubiläumsfest. Im Hof des Hauses an der Bendenstraße wurde gemeinsam gegessen, getrunken und erzählt – so wie es sich für eine lebendige Wohngemeinschaft gehört.