Heimbach – Er ist einer der bekanntesten Pop-Art-Künstler Amerikas. Charles Fazzino gilt (neben dem 2011 verstorbenen James Rizzi) als Gründer und Star der zeitgenössischen 3D-Pop-Art-Szene. Seine Werke werden weltweit in Hunderten Galerien und Museen gezeigt. Stolz verrieten nun die Verantwortlichen der „Kulturinitiative im Kreis Düren“: Fazzino kommt nach Heimbach – mit einer Frühjahrsausstellung auf Burg Hengebach.
Größte Schau
„Es wird die größte Ausstellung des Künstlers sein, die außerhalb Amerikas stattfindet“, verkündet Landrat Wolfgang Spelthahn, Vorsitzender des Trägervereins und Schirmherr der Ausstellung: „Wir freuen uns, damit Köln zuvorgekommen zu sein.“
Die Internationale Kunstakademie auf Burg Hengebach wird zum dritten Mal Träger einer großen Ausstellung. So wollen die Verantwortlichen an die Erfolge der Rizzi- und Janosch-Ausstellung anknüpfen, zu denen über 10000 Besucher kamen. „Wir können behaupten: Die Kunstakademie hat sich als Ausstellungsort überregional und sogar international etabliert“, freut sich Akademiedirektor Prof. Dr. Frank Günter Zehnder. Etwa 100 bis 150 Exponate plane Fazzino „über den Teich“ zu schicken.
Werk für Heimbach
Bis zur Ausstellungseröffnung will der New Yorker auch sein jüngstes Werk fertig haben: Es soll die Region entlang der Rur in 3D-Pop-Art zeigen und die Umgebung der Burg Hengebach in bisher nicht gekannter Art porträtieren. Seine 3D-Bilder, die Fazzino in Heimbach zeigen möchte, decken ein breites Spektrum ab. Stadtpanoramen von Paris oder New York baue er auf, aber auch spirituelle Welten, Szenen des Volkslebens und tempogeladene Sportszenen.
Viel zu entdecken
„Er hat die Fähigkeit, in einem Bild den Spirit einer Stadt einzufangen“, so Zehnder. In den Bildern sei immer Tempo: „Das pralle Leben erfasst er in seinen Werken.“ Dabei beschränke sich Fazzino nicht, wie viele seiner Kollegen, auf helle Farben: „Auch seine dunklen Farben leuchten“, so Zehnder.
„Wir rechnen damit, dass wir unsere Öffnungszeiten deutlich überschreiten“, befürchtet Zehnder und schmunzelt – denn: Fazzino bereichere seine Bilder mit unendlich vielen Details. Zehnder ist überzeugt, es werde den Besuchern schwerfallen sich loszureißen: „Man will bei den Bildern Fazzinos immer noch mehr entdecken.“
Spezial-Kleber
Das Geheimnis des Künstlers sei ein spezieller Silikon-Kleber, verrät Zehnder: Damit könne er Elemente nicht nur horizontal oder vertikal, sondern auch diagonal ins Bild stellen und damit verschiedenen Bildebenen aufbauen. Das eröffne völlig neue Perspektiven für den Betrachter. „Man schaut auf das Bild, in das Bild und durch das Bild.“
Besuch zum Wettbewerb
Der New Yorker Künstler wird eigens für die Ausstellung aus seiner Heimat anreisen. Allerdings nicht zur Vernissage, sondern „etwas später“, verkündete Zehnder. Mit der Ausstellung verbindet Zehnder noch ein weiteres Projekt: „Wir wollen einen Schülerwettbewerb ausrufen.“ Der Künstler habe bereits seine Zusage gegeben, diesen Wettbewerb zu unterstützen. Wie dieser Wettbewerb im Detail aussehen soll, wurde noch nicht verraten. Aber er soll nicht nur im kleinen Kreis, sondern an den Schulen im „alten“ Regierungsbezirk Aachen ausgelobt werden. Ausgewählte „Mitmachwerke“ würden am Ende prämiert. Und so wolle der Künstler erst nach Deutschland reisen, wenn die Arbeiten der Schüler schon weiter vorangeschritten seien.
Zu Gast im Atelier
Details haben die Verantwortlichen vor Ort mit dem Künstler besprechen können. Eine Delegation der „Kulturinitiative“ hat Fazzino (auf seine persönliche Einladung) in seinem New Yorker Atelier besucht. Dabei hatten Zehnder, Spelthahn und Käthe Rolfink auch eine Landkarte im Gepäck, auf der sie die Attraktionen der Region gekennzeichnet haben. Sie wird Grundlage für das 3D-Pop-Art-Kunstwerk sein, das Fazzino zur Ausstellung fertig haben will. „Er ist ein Weltkünstler zum Anfassen – so charmant und bodenständig, völlig ohne Starallüren“, schwärmte Käthe Rolfink, Vorsitzende der Kulturinitiative.
Hoher Aufwand
Die Ausstellung der Fazzino-Werke nach Heimbach zu holen, sei nur möglich mit finanzieller Unterstützung, darauf wies Spelthahn ausdrücklich hin. Der Künstler komme zwar sozusagen „ehrenamtlich“, so der Schirmherr, „aber wir müssen dennoch Hunderte Werke über den Teich transportieren, wir müssen sie bewachen und vernünftig ausstellen.“ Finanziell unterstützt wird die „Kulturinitiative im Kreis Düren“ dabei durch die Sparkasse Düren sowie die Rurtalbahn, die Dürener Kreisbahn, F&S Solar Euskirchen, die Stadtwerke Düren, den Zweckverband Aachen und die Eifel-Touristik.
