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Palette Mehl vom BürgermeisterKaller Verwaltungschef unterstützt die Tafel

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Über die Paletten Mehl und Zucker, die Bürgermeister Hermann-Josef Esser (3.v.l.) und Anna Pauly (4.v.l.) und ihr Team gespendet haben, freuen sich Karin Osman (l.) und Kirsten Althoff (2.v.l.). 

Kall – Angesichts weiter steigender Zahlen von Hilfsbedürftigen hat der Kaller Bürgermeister Hermann-Josef Esser dazu aufgerufen, die Kaller Tafel mit Lebensmittelspenden zu unterstützen. „Mit einigen Euro kann man schon sehr vielen Menschen helfen“, betonte der Bürgermeister.

Er selbst ging mit gutem Beispiel voran und spendete eine ganze Palette mit Mehl. Anna Pauly vom Rewe-Center in Kall schloss sich an und stellte eine Palette Zucker zur Verfügung.

Die Zahl der Menschen, die von der Kaller Tafel versorgt werden, ist seit März kontinuierlich gestiegen. „Allein im September wurden 1200 Menschen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln unterstützt“, sagte der Bürgermeister. Nur gut ein Viertel der Bedürftigen, 308 Personen, leben in der Gemeinde Kall. 23,7 Prozent kommen aus der Stadt Schleiden, 21,1 Prozent aus der Gemeinde Hellenthal und gut zehn Prozent aus der Gemeinde Nettersheim. 586 und damit fast die Hälfte der Menschen, die die Kaller Tafel besuchen, stammen aus der Ukraine. 231 davon kommen aus der Gemeinde Hellenthal.

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Rund 300 Tüten für je fünf Euro haben die Kunden des Rewe-Centers in Kall an die Tafel gespendet.

„Hellenthal hat reagiert und der Tafel im Sommer 5000 Euro für den Kauf von Lebensmitteln zukommen lassen“, führte Esser aus. Bis zum 1. September konnten wegen des Ansturms von Flüchtlingen noch Lebensmittel mit Spendengeldern zugekauft werden. „Dann hat der Bundesverband der Tafeln aber entschieden, dass nur noch gerettete Lebensmittel verteilt werden sollen“, berichtet die Vorsitzende der Kaller Tafel, Karin Osman. Deshalb darf nichts mehr gekauft werden. Bereits im Juni hatte die Kaller Tafel den Besuch einschränken müssen. Seitdem darf jeder Kunde nur noch einmal pro Woche kommen. „Sonst könnten wir nicht mehr allen Bedürftigen helfen“, sagt Osman.

Benötigt werden laut der Vorsitzenden und ihrer Mitstreiterin Kirsten Althoff vor allem Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Nudeln, Öl, Salz und Konserven. Das sind alles Produkte, die nicht leicht verderblich sind und deshalb nur selten von den Supermärkten abgegeben werden. Ohnehin, so Althoff, erhalte die Tafel mittlerweile weniger Waren von den Supermärkten. „Wir versuchen nur so viele Waren einzukaufen, dass nicht so viel weggeschmissen werden muss“, betont Anna Pauly. Das sei auch eine Frage der Nachhaltigkeit.

Hilfe vom Land

Für die Tafeln stehen in einem Hilfspaket des Landes Nordrhein Westfalen 1,4 Millionen Euro bereit. Darauf weist der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Voussem aus Euskirchen die Tafeln im Kreis hin. Weitere 600.000 Euro gebe es für die Initiativen, die nicht Mitglied des Landesverbandes seien.

Die Tafeln und andere Lebensmittelverteiler können für die Monate Oktober 2022 bis Februar 2023 jeweils bis zu 1500 Euro zur Finanzierung gestiegener Ausgaben beantragen. Insgesamt stehen demnach pro Einrichtung bis zu 7500 Euro zur Verfügung. Auf den Seiten des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gibt es die Antragsunterlagen. (eb)

Hinzu kämen Lieferschwierigkeiten, weil die Industrie wegen gestörter Lieferketten nicht produzieren könne. Einige Artikel stünden zudem nicht mehr zur Verfügung, weil man sich bei Preisverhandlungen nicht einigen könne. „Und manchmal fehlen wegen Corona und dem Fachkräftemangel auch die Lastwagenfahrer, die die Güter zu den Märkten fahren. Deshalb haben wir beispielsweise am Samstag keine Ware bekommen“, so Pauly.Trotz all der Probleme gehört das Rewe-Center in Kall aber zu den Hauptlieferanten der Kaller Tafel und wird jeden Tag von den Helfern mit einem Transporter außer an Sonntagen angefahren. Aktuell können Kunden in dem Center auch für fünf Euro eine Tüte mit Reis, Nudeln, Plätzchen und anderen Nahrungsmitteln für die Tafel kaufen. „Bislang wurden rund 300 Tüten gespendet“, sagt Pauly.

In der Kaller Tafel werden zurzeit auch Handzettel verteilt, auf denen in deutscher, ukrainischer und russischer Sprache erläutert wird, wie die Einrichtung funktioniert. „Manch einer denkt, es handele sich um eine Einrichtung der Gemeinde. Diese Menschen wissen nicht, dass es sich um ein Angebot von Ehrenamtlern handelt, und dass nur das verteilt werden kann, was vorher gespendet wurde“, so der Bürgermeister. Esser appellierte auch an die Bevölkerung in den Nachbarkommunen, der Kaller Tafel Lebensmittel und andere Dinge zu spenden.

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„Wir suchen auch weiterhin noch Mitstreiter, die uns bei der Arbeit unterstützen“, sagte Althoff. Derzeit gebe es rund 30 Aktive, die die Ware abholen und verteilen. Immer wieder würden aber Helfer wegen Krankheit oder aus anderen wichtigen Gründen ausfallen.