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Erster von vier ProjektenNeuer  Kunstrasenplatz in Sötenich ist fertiggestellt

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Vor dem Rohbau steht ein großer Baukran.

Der Rohbau von Bürgerhalle und Sportheim ist bereits fertiggestellt.

Auf dem neuen Kunstrasenplatz in Sötenich wurde schon die erste Begegnung gespielt. Der Rohbau von Bürgerhalle und Sportheim ist auch schon fertig.

„Ein erster Meilenstein bei dem Projekt ist erreicht“, sagte Bürgermeister Emmanuel Kunz bei einem Pressetermin zur Fertigstellung des Kunstrasenplatzes in Sötenich. Die Arbeiten am neuen Bürgerhaus und dem Sportheim sowie am Starkregenschutz laufen noch. Insgesamt werden in dem Bereich am Sportplatz gut zwölf Millionen Euro verbaut, die aus verschiedenen Fördertöpfen und mit Mitteln der Gemeinde Kall finanziert werden.

„Der neue Kunstrasenplatz schafft einen echten Mehrwert gerade auch für die Nachwuchsarbeit“, betonte Kunz. Das erste Spiel habe bereits stattgefunden. Der Projektleiter für den Wiederaufbau in der Gemeinde Kall, Manfred Poth, hob hervor, dass der Zeitplan   und der Kostenrahmen beim Bau des Sportplatzes eingehalten werden konnten. Die Anlage stehe auch Schulen und anderen Sportvereinen aus der Gemeinde zur Verfügung. Für die Pflege und Unterhaltung sei der SV Sötenich zuständig.

Vertreter der Gemeinde und der Vereine stehen nebeneinander auf dem Kunstrasenplatz.

Über den Fortgang der Arbeiten in Sötenich informierten Vertreter der Verwaltung und der Ortsvereine.

Das neue Flutlicht sei sternenparkkonform und sorge dafür, dass es keine Lichtverschmutzung und keine Blendwirkung für die Anwohner gebe. Für die Gesamtkosten von 1,75 Millionen Euro für die Platzanlage gebe es eine Landesförderung in Höhe von 750.000 Euro. Den Rest muss die Gemeinde übernehmen. Die Schlussrechnung liege aktuell aber noch nicht vor.

Alte Bürgerhalle war bei der Flut im Juli 2021 zerstört worden

Die alte Bürgerhalle an der Urft war bei der Flut im Juli 2021 zerstört und später abgerissen worden. „Einen Ersatzneubau an anderer Stelle genehmigt zu bekommen, war nicht leicht“, sagte Poth. Für den Neubau der Bürgerhalle hatte der Bürgerverein als Bauherr zunächst einen Bewilligungsbescheid von 1,9 Millionen Euro erhalten. „Die Entwurfsplanung ging dann von Kosten von 4,7 Millionen Euro aus“, so der Projektleiter. Für die Differenz von 2,8 Millionen Euro gab es dann einen weiteren Bewilligungsbescheid des Landes. „Aktuell sieht es so aus, als könnte der Kostenrahmen sogar leicht unterschritten werden.“

Blick auf den Kunstrasenplatz und die Betonwand.

Am Ende des Sportplatzes in Richtung Keldenich wurde eine Betonwand errichtet. Dahinter befindet sich die Fläche für das Rückhaltebecken.

Bislang werde der Zeitplan eingehalten. „Der Rohbau der Bürgerhalle und des Sportheims sind fertiggestellt“, sagte Poth. Die Dachabdichtung sei fertig, der Innenausbau habe Anfang Dezember begonnen. Im Sportheim seien die Fenster eingebaut und die Putzarbeiten abgeschlossen. Im Bürgerhaus seien die Arbeiten im Gange oder sollen im Februar beginnen. Zurzeit würden die Heizung und die Sanitäranlagen eingebaut.

„Ende Januar soll dann mit den Trockenbauarbeiten begonnen werden“, so der Projektleiter für den Wiederaufbau. Ein Großteil der weiteren Arbeiten sei bereits vergeben worden, wobei bei rund 50 Prozent der Gewerke Firmen aus der Region zum Zuge gekommen seien. Die Eröffnung von Bürgerhalle und Sportheim sei für Ende 2026 geplant. Die Kosten für das Sportheim liegen bei etwas mehr als zwei Millionen Euro. Vom Land gibt es eine Förderung von 750.000 Euro.

640 Meter langer Erdwall soll die Anlage und die Anwohner schützen

Derzeit werde die Planung für die neue Zufahrt und die Parkplätze erstellt. „In Richtung des Ortes werden aus Schallschutzgründen überdachte Carports errichtet“, erklärte Poth. Auf dem Dach werde eine PV-Anlage installiert. Die Maßnahme soll 2027 umgesetzt werden. Zum Schutz der Investitionen und der umliegenden Wohnbebauung vor Hangwasser bei Starkregen wird oberhalb der letzten Häuser in Richtung Keldenich ein 640 Meter langer Erdwall angelegt, der eine Höhe zwischen 50 Zentimetern und einem Meter und eine Breite von zwei Metern haben wird. Das gesammelte Wasser soll dann mit Hilfe eines Kanals am Sportplatz vorbei in die Urft abgeleitet werden. „Der Abschnitt vom Einlaufbauwerk bis zur unteren Ecke des Kunstrasenplatzes ist fertig“, so Poth. Dadurch habe man den Bau des Platzes vorziehen können.

In weiteren Bauabschnitten ab 2027 soll der Kanal durch die Straße „An der Haardt“ bis zur Urft weitergeführt werden. Anschließend soll dann der Wall errichtet werden. Am oberen Ende des Sportplatzes entsteht zudem eine Multifunktionsfläche, die bei Starkregen als Rückhaltebecken genutzt werden kann. Das Projekt soll bis Ende 2026 realisiert werden. Die Kosten für die Starkregenschutzmaßnahmen liegen bei rund 3,5 Millionen Euro.

Zehn Millionen Euro für präventiven Starkregenschutz bereitgestellt

„Das Land fördert präventive Maßnahmen aus Wiederaufbaumitteln. Dafür stehen den Kommunen zehn Prozent der im Wiederaufbauplan bewilligten Wiederaufbaumitteln zur Verfügung“, so Poth. Im Fall von Kall seien das zehn Millionen Euro. Die Vorprüfung des Förderantrags ist nach Angaben von Poth abgeschlossen: „Wir warten jetzt nur noch auf den Bewilligungsbescheid.“

Ortsvorsteher Thomas Müller hob hervor, dass mit der Anlage zahlreiche Häuser geschützt würden: „Die Anwohner hatten in der Vergangenheit alle paar Jahre Probleme bei Starkregen.“ Er freue sich schon jetzt auf die Kirmes und den Karneval in der neuen Bürgerhalle. Die Sorgen der Anwohner habe man in Gesprächen zerstreuen können.

Der Vorsitzende des SV Sötenich, Eric Geschwind, und die stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins, Birgit Drewes, dankten der Gemeinde für die Unterstützung. „Das Projekt ist ein Marathon, und aktuell befinden wir uns jetzt auf der letzten Teilstrecke“, erklärte Geschwind.