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Flut und BaumängelSchäden an Kaller Kita größer als erwartet

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Große Teile des Fundaments des Altbaus wurden freigelegt. Die Sanierungsarbeiten werden noch Monate dauern.

Kall – Das ist für die Gemeinde Kall doppelt bitter: Die Flutschäden am Altbau des Kindergartens an der Kallbachstraße sind größer als erwartet, und bei den Untersuchungen wurden Baumängel entdeckt, die mit dafür gesorgt haben, dass die Schäden so groß sind, wie sie sind. Deshalb muss der Altbau umfassender als geplant saniert werden.

Die rund 40 Kinder der zweigruppigen Einrichtung am Kallbach sind in einem Altbau aus dem Jahr 1997 und einem Anbau von 2018 untergebracht. Während der Flut im Juli 2021 war das Außengelände des Kindergartens vom Kallbach überflutet worden.

Zusätzlich hatte Wasser, das aus Richtung der Aachener Straße gekommen war, vor allem gegen den Altbau gedrückt, war aber nicht in die Räume gelaufen. Deshalb waren die Gemeindeverwaltung und die Kita-Leiterin Anja Joniec davon ausgegangen, dass dieses Gebäude die Flut ohne größere Schäden überstanden hatte.

Das galt aber nur für den Anbau. Am Altbau traten Monate später Feuchtigkeitsschäden auf. Probebohrungen und Untersuchungen von Mitarbeitern eines Fachbüros ergaben, dass die Wände und einige Böden nass waren.

Im Frühjahr hatte Stefan Etten vom Bauamt der Gemeinde Kall noch gehofft, dass der Estrich nicht in allen Räumen erneuert werden muss: „Doch zwischenzeitlich war dann klar, dass der Estrich komplett raus musste, weil darunter alles nass war.“ Zusätzlich habe von den Wänden der Putz bis zu einer Höhe von einem Meter weggestemmt werden müssen.

Baumängel entdeckt

Im Rahmen der Untersuchungen waren zudem Baumängel entdeckt worden. So wurde beispielsweise festgestellt, dass das Betonfundament des Altbaus keine Abdichtung zum Erdreich hin hat. Dadurch konnte Feuchtigkeit in die Trennfugen einziehen.

Warum keine Abdichtung vorgenommen wurde, kann Stefan Etten auch nicht erklären: „Dass Gebäudeteile, die im Erdreich stehen, isoliert werden, war auch schon 1997 Stand der Technik.“ Man habe im Gebäude auch Mauern gefunden, wo der ein oder andere Stein gefehlt habe. „Zu dem Vorhaben gibt es wohl keine Unterlagen mehr. Deshalb können wir nicht nachvollziehen, was damals entschieden und gemacht wurde“, erklärt der stellvertretende Bauamtsleiter Lothar Schatten. Die Akten des Gemeindearchiv waren bei der Flut größtenteils zerstört worden.

Altbau ist ausgeschachtet, Sanierungsarbeiten sind ausgeschrieben

Um nun eine Isolierung anbringen zu können, wurde ein Streifen um den Altbau herum ausgeschachtet. „Die Innen- und Außenputz- sowie die Estricharbeiten sind ausgeschrieben. Es ist momentan aber schwierig, Firmen zu finden“, berichtet Etten. Hinzu kämen zum Teil lange Lieferzeiten: „Die Türen beispielsweise erhalten wir erst in 14 Wochen.“

Die Gasheizung soll in einem Aufwasch durch eine Luftwärmepumpe ersetzt werden. „Wenn wir die Aufträge zügig vergeben können, könnten wir bis Jahresende mit den Arbeiten fertig sein.“ Dann könnten die Kinder endlich wieder zurück in ihre gewohnte Umgebung.