Der Zoch in Wahlen ist zwar klein, aber ehrlich und authentisch. Hunderte Jecke am Wegesrand wurden von Petrus auch mit Sonnenschein verwöhnt.
Wo der Karneval lebtSchöne Gruppen und Motivwagen im Zoch in Kall-Wahlen

Bester Stimmung waren die Stinktiere im Wahlener Karnevalszug.
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Als hätte es man mit Petrus abgesprochen und choreografiert: Punkt 15.11 Uhr, als der Zug in Wahlen sich auf den Weg machte, rissen die Wolken auf, und Sonnenschein flutete über den Zugweg. Viele hundert Zuschauer hatten sich auf den Weg gemacht, um den ersten Karnevalszug der Session in der Gemeinde Kall verfolgen zu können. Eine gute Idee, denn wer sich nur wenige hundert Meter bewegt, kann den Zug gleich dreimal sehen, bevor er sich auflöst (das kann wohl nur der Heckener Zug noch toppen).
Passend dazu hatte Familie Heidkamp aus Euenheim sich „Heiter bis wolkig“-Kostüme gebastelt. Zum ersten Mal war sie nach Wahlen gekommen, um den Zug zu sehen. „Wir gehen immer zu den kleinen Zügen, die sind einfach viel ehrlicher und authentischer“, sagte Mandy Heidkamp. „Das sind die, wo der Karneval lebt“, bestätigte Niko Heidkamp.
Zahlreiche Märchenfiguren ergeben eine stattliche Gruppe im Zoch
Eine beachtliche Zahl von Fußgruppen und Wagen machte sich auf den Weg, um den Start in den Straßenkarneval zu feiern. Den Anfang machte die Tanzabteilung des SV Wahlen mit der Theatergruppe, die zusammen rund 40 Personen stark waren.

Märchenhaft ging es bei dieser stattlichen Gruppe zu, die der SV Wahlen auf die Beine gestellt hatte.
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Gemeinsam hatten sie sich spontan auf das Thema „Märchen“ geeinigt. So zog der Froschkönig mit der Oma und dem bösen Wolf einträchtig durch die Straßen, und alle füllten bereitwillig die bereitgehaltenen Tüten und Taschen des Publikums mit Kamelle.
Eine Freundesgruppe mit vielen kleinen Kindern hatte sich gesagt, es sei gut, den Chaosplaneten zu verlassen, und war als Astronauten nebst Raumschiff unterwegs. Auch Stinktiere, eine Truppe im 80er-Jahre-Look und eine FC-Freundesgruppe aus Krekel waren zu sehen.
Jecke Wahlener Krähe als „Putins letzter Gegner“
Kurzerhand mit einem bemalten Schirm hatten die „Stehtischmusikanten“ ihren Bagagetraktor in einen Motivwagen verwandelt. „Putins letzter Gegner“ war die jecke Krähe der Wahlener, die den russischen Präsidenten Putin besiegte.

Echte Polizisten trafen auf einen nicht so echten Kollegen.
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Gegen Verbote sprachen sich auf ihrem Wagen die Seilbahnjecken aus Bergheim aus. Um den Worten auch Taten folgen zu lassen, gingen sie politisch inkorrekt als Indianer. Mit ihrem Tollitätenwagen waren die drei Mutter-Töchter-Paare, die das Jugend- und das Erwachsenendreigestirn des Kinderkarnevals Sistig bilden, in Wahlen unterwegs. Lautstark feierte der Jugendclub Sistig auf seinem Karnevalswagen. Der Wagen der KG Wahlen beschloss den diesjährigen Karnevalszug.
