Gisela Berbuir, Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Kall, wird dieses Jahr 80 Jahre alt. Sie will weiter für den VdK tätig sein, sucht aber Mitstreiter.
Vorstandsmitglieder gesuchtVorsitzende des VdK-Ortsverbands Kall braucht Unterstützung

Gisela Berbuir hat 2009 den Vorsitz beim VdK-Ortsverband Kall übernommen. Sie will auch weitermachen, braucht aber Unterstützung.
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„Ich werde dieses Jahr 80 Jahre alt und kann mich nicht für weitere vier Jahre verpflichten, wenn ich keinen Stellvertreter habe“, erklärt Gisela Berbuir. Die Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Kall ist händeringend auf der Suche nach Unterstützung bei der Vorstandsarbeit. Mit dem Problem sei sie nicht allein, betont Berbuir: „Auch andere Ortsvereine suchen Mitstreiter.“
Berbuir führt seit 2011 den Ortsverband und ist seit 2009 Beisitzerin und seit 2017 Schriftführerin im Kreisverband Euskirchen. „Als ich den Vorsitz 2009 übernommen habe, hatten wir 212 Mitglieder. Jetzt sind es 634“, berichtet die Sötenicherin. In Zeiten wachsender Unsicherheiten und sozialer Umbrüche habe der VdK als Sozialverband neue Aufgaben bekommen und sei Anlaufstelle für immer mehr Menschen. „Mit der Pflege und dem Bürgergeld sind beispielsweise neue Themenbereiche hinzugekommen, um die wir uns auch kümmern“, erzählt Berbuir.
Mitglieder kommen auch aus Schleiden und Hellenthal
Der Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner Deutschlands, Landesverband Nordrhein-Westfalen (VdK), war im Oktober 1948 gegründet worden, um nach dem Zweiten Weltkrieg für eine ausreichende Versorgung der Bedürftigen einzutreten. Am 28. Januar 1950 wurde dann der VdK Deutschland gegründet. Heute steht der Sozialverband mit seinen rund 2,3 Millionen Mitgliedern allen Menschen offen.
Der Kaller Ortsverband ist zum Teil ein Familienunternehmen. Neben Berbuir als Vorsitzende sind ihr Mann Fritz Berbuir (Beisitzer), ihre Schwester Ingrid Henz (Kassenprüferin), ihre Tochter Barbara Wirtz (stellvertretende Kassiererin) und deren Partner Udo Hergarten (Beisitzer) aktiv. „Meine Tochter und ihr Partner wollen aber jetzt aufhören“, sagt Berbuir. Auch andere Vorstandsmitglieder wollten Schluss machen. Die Neuwahlen stehen bei der Jahreshauptversammlung am Samstag, 14. März, im Gasthaus Gier in Kall auf der Tagesordnung.
Tagesfahrt und Herbstfest als Freizeitaktivitäten
„Ich möchte ja noch weitermachen. Aber ich brauche einen kompetenten Vertreter, der fit am Computer ist und sich einarbeitet“, so Berbuir. Schließlich könne es sein, dass sie aus gesundheitlichen Gründen mal nicht mehr die Geschäfte führen könne. Bislang ist der Posten des stellvertretenden Vorsitzenden aber unbesetzt.
Die 634 Mitglieder des Kaller Ortsverbands kommen aus der Gemeinde Kall, aber auch aus Schleiden und Hellenthal. „Ich komme aus Bronsfeld, wo meine Eltern früher eine Gaststätte hatten. Deshalb haben wir auch viele Mitglieder aus Schleiden“, sagt die Vorsitzende.
Für die Mitglieder würden auch Freizeitaktivitäten angeboten. „Einmal im Jahr gibt es eine Tagesfahrt. In diesem Jahr findet sie am 30. Mai statt und geht nach Mettlach im Saarland“, sagt Berbuir. Auch Nichtmitglieder könnten mitfahren. Außerdem gebe es seit einigen Jahren ein Herbstfest: „Die Mitglieder hatten sich gegen eine Weihnachtsfeier ausgesprochen“, erzählt die Vorsitzende. In diesem Jahr finde das Herbstfest am 17. Oktober in Golbach im Spiegelsaal des Bürgerhauses statt.
Schon seit einigen Jahren werden Mitstreiter gesucht
Auch in den vergangenen Jahren sei es schon schwer gewesen, Menschen für die Mitarbeit zu gewinnen: „Deshalb sind aktuell auch so viele Familienmitglieder im Einsatz.“ Eine Rundfrage bei den Mitgliedern habe auch keinen Erfolg gehabt.
Wenn ein Ortsverband keinen Vorstand mehr stellen könne, werde er vorübergehend vom Kreisverband geführt: „Die Umstellung ist ein Riesenaufwand.“ Der Kreisverband müsse dann versuchen, neue Vorstandsmitglieder zu finden.
„Viele der 19 Ortsverbände des VdK im Kreis haben das Problem, dass die Vorstände überaltert sind“, berichtet die Sötenicherin. Überall sei es schwer, neue Ehrenamtler für die Mitarbeit zu finden.
Berbuir hat sich neben ihrem Engagement beim VdK mit ihrem Mann Fritz auch 15 Jahre als Begleiterin bei Reisen für Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen engagiert. „Wir waren da Ansprechpartner und haben die Gruppen auch unterhalten“, erzählt Berbuir. Doch dieses Engagement haben sie und ihr Mann nun beendet. Die letzte Reise im vergangenen Jahr sei nach Bad Salzuflen gegangen: „Da hatten wir 29 Teilnehmer mit einem Altersdurchschnitt von 86 Jahren.“

