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Steigende NebenkostenCO2 -Steuer trifft viele Bürger im Kreis Euskirchen hart

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Das Aufdrehen der Heizung wird in kommenden Jahren für viele Bürger immer teurer.

Kreis Euskirchen – Die Zeiten, als Nebenkosten noch scherzhaft als zweite Miete bezeichnet wurden, sind vorbei. Vielen Mietern und Eigenheimbesitzern wird künftig beim Betrachten der Nebenkostenabrechnung das Lachen vergehen. „Sie werden die Augenbrauen hochziehen“, sagt Oliver Knuth. Der Punkt, an dem die Nebenkosten die Kaltmiete übersteigen, sei erreicht.

Knuth ist Geschäftsführer der Euskirchener Baugesellschaft (Eugebau) und somit für rund 1500 Wohnungen im Kreis zuständig. Er weiß, was das Brennstoff-Emissionshandelsgesetz (CO2 -Steuer) für Mieter und Hausbesitzer trotz intensivem Nebenkostenmanagement bedeutet. Betroffen sind bei der Eugebau 1250 Mieter, die anderen 250 sind fein raus. Ihre Wohnungen wurden ab 2009 gebaut, werden mit Erdwärme versorgt und sind daher von der neuen Steuer befreit.

Preis steigt in den kommenden Jahren

Die Mehrheit der Mieter wird hingegen zur Kasse gebeten. Denn um das Klima zu schützen, kostet der Ausstoß von Kohlendioxid in diesem Jahr 25 Euro pro Tonne. In den Folgejahren steigt der Preis nach und nach bis auf 50 Euro in 2025.

Der CO2 -Preis soll die Bürger dazu bringen, Energie zu sparen und zur Verbesserung der Energieeffizienz beizutragen. Immobilienbesitzer sollen zum Umstieg auf Erneuerbare Energien ermuntert werden. Die Einnahmen, die in den Bundeshaushalt fließen, werden zum Teil an die Bürger zurückgegeben, etwa durch die Senkung der Umlage zugunsten Erneuerbarer Energien (EEG), heißt es aus Berlin. Auch Klimaschutzmaßnahmen sollen damit finanziert werden.

Auch Benzin wird teurer

Doch erstmal bekommen es viele Mieter und Hausbesitzer, sofern sie (noch) nicht auf Erneuerbare Energien umgesattelt haben, zu spüren – und das Jahr für Jahr immer mehr. Schon 2021 ist „nicht ohne“, wie Knuth durchgerechnet hat (siehe: „Was die Steuern für die Nebenkosten bedeuten“): „Zwischen 2024 und 2025 wird sich der Mehrkostenbetrag verdoppelt haben.“ Knuth rechnet vor: 96 000 Quadratmeter vermietet die Eugebau im Wohnungsbereich.

Beispiele: Was die neue Steuer für die Nebenkosten bedeutet

Eine alleinlebende Rentnerin mit Auto muss 2021 mit 121,30 Euro Mehrkosten rechnen: 30,90 Euro zusätzlich für Kraftstoff und 90,40 Euro fürs Heizen. In drei bis vier Jahren dürfte sich der Zusatzbetrag verdoppelt haben.

Doppelverdienerpaar ohne Kinder, Eigenheim, zwei Autos: 128,40 Euro mehr für Kraftstoff und 94,60 Euro für Heizstoffe ergeben 2021 einen Aufschlag von 223 Euro – Tendenz steigend.

Eine Familie, ein Kind, in der Stadt, ein(e) Verdiener (in), Mieter, kein Auto: 86,60 Euro Mehrkosten fürs Heizen.

Familie, zwei Kinder, in der Stadt, ein(e) Hauptverdiener(in), Miete, ein Auto: 171,30 Euro (75,50 Euro Kraftstoff, 95,80 Euro Heizen).

Familie, drei Kinder, ein(e) Hauptverdiener(in), Berufspendler(in), zwei Autos Mehrkosten: 311,50 Euro (191,70 Euro für Kraftstoff und 119,80 Euro Mehrausgaben für Heizstoff).

Alleinerziehende(r), zwei Kinder, Mieter, ein Auto: Mehrkosten 146,20 Euro (65 Euro Kraftstoff, 81,20 Euro Heizstoffe).

Es wird derzeit diskutiert, ob Vermieter die Mehrkosten zur Hälfte tragen sollen – eine energetische Sanierung sei ja letztlich ihre Entscheidung. (sch)

Die Mehrkosten bei einem Gesamtverbrauch von rund 13 Millionen Kilowattstunden betragen in diesem Jahr 59 164 Euro für Heizen und Warmwasseraufbereitung – also rund 61 Cent pro Quadratmeter, die die Mieter für 2021 mehr zahlen müssen. Bis 2025 werden sich die Mehrkosten für die Eugebau auf 130 162 Euro hochgeschaukelt haben. Für die Mieter bedeutet das dann etwa 1,35 Euro pro Quadratmeter mehr im Vergleich zu 2020 – die sonstige Preisentwicklung noch nicht im Blick.

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2019 zahlten die Eugebau-Mieter im Schnitt 24,90 Euro pro Quadratmeter an Nebenkosten. Die Wohnungen der Eugebau haben eine Größe von 35 bis 250 Quadratmeter, also steigen die Nebenkosten bis 2025 steuerbedingt zwischen 47,25 und 337,50 Euro. Strom und Benzin kommen noch hinzu. Benzin und Diesel wird steuerbedingt um rund zehn Cent je Liter bis 2024 teurer.

Zwar sinkt beim Strom die EEG-Umlage in diesem Jahr auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde (2020: 6,76 Cent) . Zunächst war ein Anstieg auf rund zehn Cent vorgesehen, davon nahm der Gesetzgeber wegen der Belastungen durch die CO2 -Steuer dann doch Abstand. Dennoch, so Oliver Knuth, werde der Strom-Grundpreis wohl steigen.