ÖkumeneJugendkreuzweg in der Eifel hat noch nicht den Zulauf wie vor Corona

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Die Teilnehmer sitzen auf Sitzkissen und auf Stühlen. Im Vordergrund steht ein Kreuz.

Im Urfter Hermann-Josef-Haus trafen sich die Jugendlichen im Rahmen des ökumenischen Jugendkreuzwegs.

Rund 80 Teilnehmer kamen zum Abschlussgottesdienst in die Jugendkirche nach Urft.

Wenn die Osterwoche naht, dann ist es auch in der Eifel Zeit für den Ökumenischen Jugendkreuzweg. Nachdem im vergangenen Jahr die Flutkatastrophe von 2021 zum Thema gemacht worden und Gemünd Zentrum des Geschehens war, diente in diesem Jahr wieder die Jugendkirche am Hermann-Josef-Haus in Urft als Zielstation für die Gruppen, die sich auf den Weg gemacht hatten. Rund 80 Teilnehmer kamen zum Abschlussgottesdienst.

Das ist ja an vielen Stellen so, dass wir wieder etwas kleiner anfangen.
Pfarrer Oliver Joswig über die Folgen der Coronazeit

Damit war die Resonanz der Jugendlichen nicht so stark wie in den Jahren vor Corona. „Das ist ja an vielen Stellen so, dass wir wieder etwas kleiner anfangen“, sagte der evangelische Pfarrer Oliver Joswig. Er hatte die Veranstaltung mit Pastoralreferent Georg Schmalen organisiert.

Dabei seien die Vorbereitungen intensiver gewesen als noch vor Corona. „Wir haben uns im Vorfeld dreimal mit einem Vorbereitungsteam aus verschiedenen Orten und Kirchengemeinden getroffen“, so Schmalen. „Wir haben die Chance ergriffen, auch eigene Sachen zu realisieren“, ergänzte Joswig.

Nachdem die lokalen Ereignisse im Vorjahr in den Vordergrund gerückt worden waren, wurde nun wieder das bundesweite Generalthema des Jugendkreuzwegs übernommen: „Dein POV“, so das offizielle Motto, das mit Liedern, einem Textheft und vielen Materialien vorbereitet worden war.

Im vergangen Jahr war die Flutkatastrophe das Thema 

Damit hatten die Organisatoren einen Begriff aus der Jugendsprache in den Titel übernommen: POV ist die Abkürzung für „Point of View“, womit der Blick vom eigenen Standpunkt aus und die persönliche Sichtweise gemeint sind.

Während die bundesweit entwickelten Materialien mit Beamer an die Wand geworfen wurden, hatte das lokale Vorbereitungsteam das Thema „Sterben“ in den Fokus gerückt. Mehrere Kreuze standen in dem achteckigen Innenraum der Jugendkirche, an denen die letzten Worte von berühmten Menschen aus der Weltgeschichte zu lesen waren.

Darunter war das legendäre „Mehr Licht“ von Johann Wolfgang von Goethe genauso wie „Opfer müssen gebracht werden“, das dem Flugpionier Otto Lilienthal zugeschrieben wird. Auch Sätze vom römischen Kaiser Augustus, Reggae-Musiker Bob Marley oder Popstar Freddie Mercury waren zu lesen.

Letzte Worte von Goethe, Bob Marley und Freddie Mercury thematisiert

Mit Aufklebern konnten die Jugendlichen demonstrieren, wie sie diese Sätze fanden. „Wir haben Daumen-hoch-Aufkleber, die auch mit Daumen runter geklebt werden können als analoge Variante vom Digitalen“, sagte Joswig mit einem Augenzwinkern und dem Blick auf die Zustimmung bei Facebook.

Aus Hellenthal, Nettersheim, Marmagen, Mechernich, Kall und Blankenheim/Dahlem waren die Gruppen gekommen. Während die Nettersheimer mit Fackeln durch den Wald nach Urft gezogen waren, hatte die Gruppe aus Blankenheim/Dahlem eine bequemere Variante gewählt und war mit dem Bus angereist.

Gottesdienst wurde von der Gruppe Spirit musikalisch begleitet

Dabei waren von katholischer Seite vor allem Firmlinge. Aus den Gemeinden Schleidener Tal und Roggendorf hatten sich die evangelischen Jugendlichen auf den Weg gemacht. Für die musikalische Gestaltung war die Sacro-Pop-Gruppe Spirit aus der Eifel zuständig. Sie hatte nicht nur die Stücke eingeübt, die das zentrale Organisationsteam entwickelte, sondern spielte auch Songs aus ihrem Repertoire.

Mit dem Auto nach Kall und dann zu Fuß nach Urft seien die Teilnehmer aus Hellenthal gekommen, berichtete Niklas Schumacher. „Ich wollte mal sehen, wie die das hier machen“, sagte er. Etwas weniger Begeisterung zeigte ein Jugendlicher aus der Blankenheim/Dahlemer Gruppe. „Ich gehe in diesem Jahr zur Firmung, da gehört das dazu“, erklärte er. Also sei er nicht so ganz freiwillig da? „Nicht so ganz“, gab er zu.

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