Um den Umstieg auf emissionsfreie Busse voranzutreiben, wurden drei gebrauchte Fahrzeuge angeschafft. Die Kosten sind ein Problem.
ÖPNVRVK nimmt die ersten drei Wasserstoffbusse im Kreis Euskirchen in Betrieb

Die RVK will ab 2030 nur noch Busse mit regenerativen oder emissionsfreien Antrieben einsetzen.
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Mit dem geplanten Aus- und Weiterbildungszentrum für klimaneutrale und digitale Mobilität (AWM) in Mechernich treibt die Regionalverkehr Köln GmbH gemeinsam mit dem Kreis Euskirchen den Umstieg auf emissionsfreie Busse weiter voran. Bereits im Jahr 2020 hatten beide Seiten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist der Aufbau einer modernen Infrastruktur für alternative Antriebe wie Batterieelektrik, Bio-Methan und insbesondere Wasserstoff.
Nach der Aufnahme des Projekts in das Förderprogramm „SofortprogrammPlus“ wurden verschiedene Fördermöglichkeiten geprüft. Die RVK beantragte daraufhin Fördermittel für den Bau einer Wasserstofftankstelle inklusive Elektrolyseur. Diese Anlage soll künftig bis zu 35 Brennstoffzellenbusse versorgen können. Für die Wasserstoff-Infrastruktur wurden nach einer Aufstockung der Förderung im Dezember 2025 inzwischen mehr als elf Millionen Euro bewilligt.
Elf Brennstoffzellen-Busse sollen angeschaft werden
Die ersten drei Wasserstoffbusse wurden bereits angeschafft – als Gebrauchtfahrzeuge. Ihre Inbetriebnahme erfolgte in diesem Monat. Insgesamt sieht die aktuelle Beschaffungsplanung für die Jahre 2026 und 2027 elf Brennstoffzellenbusse vor.
Das AWM gilt als wichtiger Baustein im RVK-Projekt „Null-Emission“. Die Verkehrsgesellschaft verfolgt das Ziel, ab 2030 ausschließlich Fahrzeuge mit regenerativen beziehungsweise emissionsfreien Antrieben anzuschaffen. Je nach Strecke und Einsatzbedingungen sollen dabei Wasserstoff-, Elektro- oder Bio-Methan-Busse eingesetzt werden. Hintergrund sind auch die europäischen Klimaziele.
Wasserstoffbusse sind derzeit noch teurer als klassische Dieselbusse
Nach den Vorgaben des European Green Deal sollen ab 2030 nur noch emissionsfreie Busse im öffentlichen Nahverkehr zugelassen werden. Allerdings steht die RVK derzeit vor einer schwierigen Marktlage. Bio-Methan-Busse sind aktuell kaum noch erhältlich. Gleichzeitig wird bei Dieselbussen ab Mai 2029 die neue Euro-7-Abgasnorm gelten. Nach Angaben der Verwaltung gibt es bislang keine technische Lösung der Hersteller, um diese Vorgaben vollständig zu erfüllen.
Deutlich wird jedoch auch: Wasserstoffbusse sind derzeit noch erheblich teurer als klassische Dieselbusse. Nach Berechnungen der RVK liegen die jährlichen Kosten pro Brennstoffzellenbus im Zeitraum von 2027 bis 2029 jeweils bei rund 89.000 bis 91.000 Euro. Ein vergleichbarer Dieselbus verursacht jährlich Kosten zwischen rund 58.000 und 59.000 Euro. Die Mehrkosten für einen Wasserstoffbus liegen damit aktuell bei etwa 31.000 Euro pro Jahr.
Eigene Werkstattkapazitäten sollen in Mechernich aufgebaut werden
Die höheren Kosten entstehen vor allem durch größere Abschreibungen und höhere Wartungsaufwendungen. Allerdings erwartet die RVK künftig Einsparungen, weil am Standort Mechernich eigene Werkstattkapazitäten aufgebaut werden sollen.
Ein langfristiger Vergleich zwischen Diesel- und Wasserstofftechnik bleibt nach Einschätzung der Verwaltung dennoch schwierig. Grund dafür seien die stark schwankenden Marktbedingungen. So könnten etwa Einnahmen aus sogenannten Treibhausgasminderungsquoten die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoff verbessern. Gleichzeitig könnten steigende CO₂-Abgaben und eine instabile Lage auf dem Ölmarkt die Betriebskosten von Dieselbussen weiter erhöhen.
Die RVK kündigt an, die Beschaffungsstrategie für den Kreis in einer der kommenden Sitzungen des Planungsausschusses oder in einer Sondersitzung zum AWM-Projekt vorzustellen. Dabei sollen aktuelle Entwicklungen bei Anschaffungs-, Wartungs- und Wasserstoffkosten erläutert werden.
