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Diversität im EhrenamtLöschgruppenführer aus dem Kreis Euskirchen fehlten die Worte

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Auch bei der Feuerwehr spielt Diversität eine Rolle und soll künftig noch mehr gefördert werden.

Kreis Euskirchen – Serife Ucar ist ein Paradebeispiel – ein Paradebeispiel für Integration und Engagement im Ehrenamt. Die Türkin lebt seit drei Jahren in Schleiden. Seit eineinhalb Jahren engagiert sie sich gleich dreifach ehrenamtlich.

Sie hilft anderen Geflüchteten bei der Übersetzung, sie ist „SmiLe-Patin“ und hilft damit Jugendlichen, Deutsch zu lernen, sich in der Schule zu integrieren. Und sie unterstützt das Kreis-Projekt „Rucksack Schule“, bei dem ausländische Eltern mit ihren Kindern an das System Schule herangeführt werden.

Ucar berichtete von ihrem Engagement im Rahmen der Veranstaltung „Vielfalt im Ehrenamt“ im Kreishaus. Die hatten das Kommunale Bildungs- und Integrationszentrum (KoBiz) des Kreises und die Ehrenamtsagentur des Kreises organisiert.

Großer Bedarf

„Wir haben auf der einen Seite einen großen Bedarf an Ehrenamtlern und haben auf der anderen Seite viele Menschen, die sich engagieren möchten“, berichtete Leonie Friedrich vom KoBiz. Diese Menschen wolle man mit Vereinen zusammenzubringen.

Ziel der Informationsveranstaltung sei es, im Ehrenamt unterrepräsentierte Gruppen wie Menschen mit Einwanderungsgeschichte oder Menschen mit Behinderung für das Ehrenamt zu gewinnen und die Vorbehalte der Vereine vor diesen Gruppen abzubauen. „Viele Vereine scheuen sich, Menschen mit Behinderung anzusprechen. Das ist schade, denn es ist eine sehr dankbare Zielgruppe, weil sie dann etwas zurückgeben kann“, sagte Anna Schnau, Referentin für Sozialkommunikation.

Großes Potenzial

Das Aufgabenfeld, das Menschen mit Behinderung in ehrenamtlichen Strukturen abdecken könnten, sei vielfältig. „Beispielsweise können sie die Ausgabe bei Tafeln übernehmen“, so Schnau. Der wichtigste Punkt beim Versuch, Menschen – mit oder ohne Behinderung – fürs Ehrenamt zu gewinnen, sei, dass Ehrenamt attraktiv zu gestalten. Laut Expertin Schnau haben 44 Prozent aller Ehrenamtler in Deutschland keinen Migrationshintergrund.

Löschgruppenführer suchte nach Worten

Boris Brandhoff ist beim Deutschen Roten Kreuz für Migration und Integration zuständig. Gleichzeitig engagiert er sich ehrenamtlich in der Feuerwehr. Als vor 15 Jahren eine Trans-Frau in die Löschgruppe gekommen sei, habe das die Gruppe zunächst überfordert.

„Der Löschgruppenführer hat nach Worten gesucht, um uns die Situation zu erklären“, erinnerte sich Brandhoff. Nach dem ersten Kontakt sei der Umgang aber völlig unkompliziert gewesen. „Wir müssen uns von Vorbehalten lösen“, so der DRK-Mitarbeiter.

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Das KoBiz plant eine Fortsetzung der Veranstaltung. „Das Format ist noch nicht klar, aber wir werden einen zweiten Teil anbieten“, sagte Nermeen Franke, die ebenfalls für das KoBiz arbeitet. Denkbar sei, dass an diesem Tag interessierte Ehrenamtler mit Vereinen direkt in Kontakt kommen.