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Marien-HospitalEuskirchener Hebamme hat 2000 Eltern glücklich gemacht

3 min

Euskirchen – Fragt man 100 Leute nach der besten Arbeit der Welt, wird man vermutlich 100 unterschiedliche Antworten erhalten. Marzenna Jasiak ist jedoch sicher, mit ihrer Tätigkeit als Hebamme den wahren Traumjob gefunden zu haben. Nachdem sie 1993 ihr Examen abgelegt hatte, ist sie seit mittlerweile 20 Jahren im Euskirchener Marien-Hospital tätig.

„Auch nach zwei Jahrzehnten ist es nach wie vor immer ein unbeschreibliches Gefühl, bei der Geburt neuen Lebens dabei zu sein“, berichtet die 45-Jährige: „In dieser Zeit habe ich etwa 2000 werdenden Müttern bei der Geburt geholfen und 2000 Mal das Glück in den Augen der Eltern sehen dürfen.“ Besonders bei Freunden und guten Bekannten schaffe diese geteilte Erfahrung ein völlig neues Vertrauensverhältnis, das sich über das ganze Leben der Neugeborenen erstrecke.

Doch auch an einige Geschichten mit zuvor wildfremden Menschen erinnert sich Marzenna Jasiak sehr gerne zurück: „Vor ein paar Wochen habe ich eine junge Frau bei der Entbindung unterstützt, deren Mutter mir erstaunlich bekannt vorkam. Sie hat mir dann erzählt, dass ich vor 18 Jahren bereits bei ihrer eigenen Geburt dabei gewesen bin und nun schon die zweite Generation dieser Familie in meiner Begleitung das Licht der Welt erblickt. Das hat mich mit großem Stolz erfüllt, auch wenn ich mich in dem Moment ein wenig alt gefühlt habe“, fügte die gebürtige Polin lachend hinzu.

Anekdoten über Ehemänner

Melanie Geintzer, die seit 2008 ebenfalls am Euskirchener Marien-Hospital als Hebamme arbeitet, kommen beim Nachdenken über lustige Ereignisse der Vergangenheit als erstes die Ehemänner in den Sinn: „Zu sehen, wie eine einfache Blutabnahme bei den Herren der Schöpfung zu Schwindelanfällen oder sogar zur Ohnmacht führt, bringt uns schon manchmal zum Schmunzeln. Glücklicherweise hat sich dabei noch nie jemand mehr als eine kleine Beule eingefangen und während der eigentlichen Geburt sind die Männer dann meist auch sehr um Unterstützung für ihre Frauen bemüht.“

Eine weitere Geschichte, die Marzenna Jasiak wohl nicht so schnell vergessen wird, ereignete sich vor 15 Jahren. „Eine Frau im Alter zwischen 30 und 35 Jahren brachte hier im Krankenhaus ihr Kind zur Welt. Die Geburt selbst verlief eigentlich völlig unspektakulär und wir führten ein wirklich nettes Gespräch. Noch in derselben Nacht mussten wir jedoch feststellen, dass die frischgebackene Mutter spurlos verschwunden ist und bis heute fehlt von ihr jede Spur. Es ist traurig, dass das Kind womöglich nie seine wahren Eltern kennenlernen wird, jedoch komme ich nicht umhin der Mutter insofern Respekt zu zollen, dass sie ihr Kind in dem geborgenen Umfeld unseres Krankenhauses zur Welt brachte und sich vergewissert hat, dass es ihm gut geht.“

Unterschiedliche Geburtsarten

Im Laufe der Tätigkeit hat sich neben dem Erfahrungsschatz der beiden Hebammen auch die Anzahl der unterschiedlichen Geburtsarten, unter denen eine werdende Mutter wählen kann, vergrößert. „Etwa 25 Prozent entscheiden sich heutzutage für eine Unterwassergeburt. Da der Übergang von der Fruchtblase in das Wasserbecken für die Neugeborenen deutlich stressfreier ist als eine gewöhnliche Geburt, und auch die Mütter im Bad wesentlich entspannter sind, hat sich diese Alternative bei vielen jungen Eltern durchgesetzt“, so Jasiak weiter.

Eine weitere Möglichkeit sei die Hockergeburt, bei der der Pressvorgang durch die Körperhaltung begünstigt werde. „Zudem hat der Vater bei dieser Methode nicht nur die Möglichkeit, seiner Frau die Hand zu halten, sondern kann sie ganz in den Arm nehmen, was manchmal den Eindruck erweckt, als würden beide das Kind zur Welt bringen.“