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NachtwanderungRascheln und Rufen im Wald

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Heimbach-Mariawald – Wolkenlos präsentierte sich der Abendhimmel über der Eifel. Mit zustimmendem Nicken quittierte Roland Wollgarten das. „Wenn Sie Taschenlampen haben, dann bleiben die bitte aus“, verkündete der Nationalpark-Ranger den rund 50 Wanderern, die sich unter dem großen Hut auf dem Parkplatz an der Abtei Mariawald versammelt hatten. Denn jeder, der einmal im Dunklen unterwegs gewesen sei, wisse, wie hell es sei, wenn die Augen sich einmal an das wenige Licht gewöhnt hätten. „Wolkenloser Himmel, die Bäume nicht belaubt – da wird es sowieso nicht ganz dunkel“, sagte Wollgarten. Taschenlampen seien nur für Notfälle. Schließlich sollten die Augen auch nicht das meistverwendete Sinnesorgan sein. „Wir hören, was da läuft“, beschrieb Wollgarten sein Programm. Nachts im Wald den Ruf eines Waldkauzes zu orten oder das Rascheln einer emsigen Maus richtig zu deuten, ist ein intensives Erlebnis. Der farbenprächtige Himmel in der Dämmerung verhieß auch beeindruckende Ausblicke auf den Sternenhimmel, der sich in solchen Nächten gern in voller Pracht über dem Nationalpark zeigt.

Für Wollgarten und seinen Ranger-Kollegen Bernd Wiesen war das nicht außergewöhnlich: Nachtwanderungen im Nationalpark gehören zum Besucherprogramm. Nur erfordere die Jahreszeit gewisse Zugeständnisse. „Ich habe nicht den normalen Rangerhut, weil der zu kalt ist“, sagte er über die wärmenden Wollmützen. Das war aber beileibe nicht der einzige Unterschied zu Terminen im Sommer. „Wenn es warm ist, stehen hier auch schon mal an die 200 Leute“, erzählte Wollgarten. Davon seien rund zwei Drittel Kinder. Diese waren nun zur Winterwanderung größtenteils zu Hause geblieben. Angesichts der Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten die Ranger auch die sonst üblichen Stopps nicht in die Route eingearbeitet. Knapp sechs Kilometer war die Strecke durch den dunklen Wald.

Von nah und fern waren die wanderfreudigen Eifelfreunde gekommen. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen und fand es interessant, einmal nachts in den Nationalpark zu gehen“, erzählte Doris Sommer aus Düren. Sie habe bereits mehrere der Touren mitgemacht, die regelmäßig am vierten Samstag des Monats im Nationalpark angeboten werden. „Doch in der Nacht habe ich das noch nicht erlebt“, freute sie sich. Strammen Schrittes zog Wollgarten an der Spitze der Gruppe los. Doch dabei sollte es nicht bleiben.

Denn die Maxime lautete: „Der Langsamste bestimmt das Tempo.“ So musste sich Bernd Wiesen am Ende des Zuges um die kümmern, die bereits beim Anstieg zum Kriegerdenkmal Probleme bekommen hatten und auf seinen Rat hin aus Sicherheitsgründen auf die Wanderung verzichteten.