„Und plötzlich sind sie groß“Unterhaltsames Lesekonzert in Frohngau

Lesezeit 2 Minuten
Besondere Momente boten Katia Franke und Fedor Volkov bei ihrem Lesekonzert in Frohngau.

Besondere Momente boten Katia Franke und Fedor Volkov bei ihrem Lesekonzert in Frohngau.

Nettersheim-Frohngau – Manche Lesungen haben ihre besonderen Momente. „Jetzt bin ich ein richtiger Mann“, verkündete Katia Franke beim Lesekonzert „Und plötzlich sind sie groß“, das sie mit Fedor Volkov auf dem Hof des Dorftreffs darbot. Rund 30 Zuhörer hatten sich im Schatten des malerischen Ensembles aus Kirche, Pfarrheim und Alter Schule versammelt, um den lauen Augustabend bei guter Unterhaltung zu verbringen.

Natürlich wollte die Radiomoderatorin und -sprecherin Franke keineswegs ihre geschlechtliche Identität in Frage stellen. Denn der Satz stammte nicht von ihr, sondern aus dem Buch von Erich Kästner, „Als ich ein kleiner Junge war“, in dem der Autor über seine Kindheit im Dresden in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg berichtet.

Von Corona gestoppt

Hier beschreibt er, wie er sich zum ersten Mal alleine auf den Schulweg machen darf, seine treusorgende Mutter allerdings in Hut und Mantel hinterherschleicht, um ihn im Auge zu behalten.

Noch nicht viele Menschen haben bisher dieses Programm des Duos Franke und Volkov hören können. Denn erst kurz vor Corona feierte es im Heimbacher Atelier „Treppauf Treppab“ bei Luise Kött-Gärtner Premiere. Sie hatte auch den Anstoß zu der Entwicklung des Programms gegeben. Bisher sei es erst viermal aufgeführt worden, so Franke.

Der Moment des Abschieds

„Es geht um das Abschiednehmen von meinen Lieben“, sagte Franke, die ihre zwei Töchter selbst in die Volljährigkeit und Unabhängigkeit begleitet hat. Sie neige dazu, Trauer vorwegzunehmen, deshalb habe sie sich auch auf den Moment des Abschieds vorbereitet: „Wenn es dann soweit ist, fällt es leichter.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Nicht nur heitere Geschichten las Franke, denn auch Kind sein ist nicht immer leicht. Probleme wie fordernde Eltern, Streit, Pubertät oder der Verlust des geliebten Großvaters kamen in verschiedenen Texten zur Sprache. Auch ihre eigenen Erfahrungen brachte sie in selbstverfassten Stücken ein. Dazu spielte der Mechernicher Gitarrist Volkov immer wieder die passende Musik. Neben den gelesenen Stücken zeigte Franke bei mehreren Liedern, dass sie auch über eine ausgezeichnete Stimme verfügt. Mit viel Applaus dankten die Zuhörer den Akteuren für den gelungenen Abend.

Nachtmodus
Rundschau abonnieren