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Neue BlitzerRotlichtsünder werden nicht „geblitzt“

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Wer auf der B 266 am neuen Krewelshof zu schnell in Richtung Euskirchen unterwegs ist, wird seit Kurzem „geblitzt“. Nicht erfasst werden durch die Anlage Rotlichtverstöße und zu schnelles Fahren in die Gegenrichtung. ()

Obergartzem – Was können sie denn nun, die neuen Blitzer im Kreis Euskirchen? Kürzlich installierte der Kreis bei Euskirchen an der Frauenberger Straße (L 264) in Höhe der Mercator-Kaserne und bei Obergartzem an der Kreuzung B 266/Enzener Straße zwei neue Verkehrsmessanlagen. Doch über das, was diese beiden Anlagen können, gibt es zahlreiche Gerüchte. Können sie Geschwindigkeitsverstöße in beide Fahrtrichtungen messen? Oder sogar Rotlichtsünder überführen?

23-Jähriger starb bei Unfall

Mitnichten. Das einzige, was beide Anlagen leisten, sind Geschwindigkeitsmessungen in eine einzige Fahrtrichtung. Das bestätigte Swen Weißer von der Pressestelle des Kreises auf Anfrage. Wer auf der Frauenberger Straße in Fahrtrichtung Frauenberg und auf der B 266 in Richtung Euskirchen zu schnell fährt, muss mit Post von der Straßenverkehrsbehörde rechnen. Enttäuscht über die Art der Anlage ist Konrad Hamacher, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Mechernicher Stadtrat.

Der Obergartzemer hatte im Namen der Fraktion einen Antrag an Landrat Günter Rosenke gestellt, in dem er das Aufstellen von „Starenkästen“ in beide Fahrtrichtungen forderte. Das war am 25. März dieses Jahres – zwei Tage nachdem bei einem schweren Unfall an dieser Kreuzung ein 23-jähriger Mann gestorben war. Eine wichtige Funktion fehlt Konrad Hamacher an der Messanlage: das „Blitzen“ von Rotlichtsündern. Das habe er im Antrag seinerzeit nicht ausdrücklich formuliert, so Hamacher: „Ich wusste da noch nicht, dass so etwas möglich ist.“ Darauf habe ihn Martin Fuchs, ebenfalls Mechernicher CDU-Ratsherr, hingewiesen. Und auch die Unfallkommission des Kreises habe beabsichtigt, mit der Anlage auch Rotlichtsünder zu überführen. Das sei der Presse zu entnehmen gewesen, so Hamacher. Swen Weißer bestätigt, dass dies in der Kommission tatsächlich diskutiert worden sei.

Der Unfallkommission gehören Vertreter des Straßenverkehrsamtes des Kreises, der Straßenverkehrsbehörden der betroffenen Kommunen, der Kreispolizeibehörde, des Regierungspräsidiums, des jeweiligen Straßenbaulastträgers und in der Regel Vertreter der Kommunen an. Doch sie entschied, bis zum Ende des Jahres zu warten und die Ergebnisse der neuen Geschwindigkeitsmessanlage auszuwerten. „Die Anlage steht vor der Ampel. Eine Anlage, die Rotlichtsünder fotografiert, müsste hinter der Ampel errichtet werden. Es müsste also eine zusätzliche Anlage gebaut werden – und das in alle vier Richtungen“, erklärt Weißer den potenziellen Aufwand. Die Verkehrskommission hoffe, dass nicht nur zu schnelles Fahren, sondern auch das Überfahren des Rotlichts durch die Geschwindigkeitsmessanlage nachlässt. Denn schließlich bremsten die Fahrer ja nun eher ab, so Weißer.

Viele Obergartzemer hätten sich ihm gegenüber ebenfalls enttäuscht geäußert, berichtet Konrad Hamacher. „Ich kann aus dem Stegreif 10 bis 15 Leute nennen, mit denen ich gesprochen habe“, erklärt er. Hamacher hatte schon 1990 beantragt, an dieser Stelle „Starenkästen“ aufzustellen, was auch geschah. Für die spätere Demontage der Anlagen hatte er – auch aus Sicht des Löschgruppenführers in Firmenich-Obergartzem, der er damals war – kein Verständnis.