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Retrospektive Wulf Sicher"So hätte er es sicher gewollt"

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Wulf Sicher Ausstellung in Nettersheim

NETTERSHEIM – Großer Andrang herrschte im ehemaligen Kloster, als die Ausstellung "Heute jetzt und ewig gestrig bin ich gelegentlich im Fluss zu finden" eröffnet wurde.

Es ist eine Retrospektive der Arbeiten von Wulf Sicher. Der Künstler war im Frühjahr 2011 im Alter von 48 Jahren verstorben. Er hat vor allem Holzschnitte, Zeichnungen, Ölbilder und Collagen, aber auch Videoinstallationen und Lehmarbeiten hergestellt. Ermöglicht wurde die Ausstellung durch Sichers Kinder und seine Lebensgefährtin Michaela Schmitz, die dem Freundeskreis KuBa, dem Kulturbahnhof Nettersheim, den künstlerischen Nachlass zur Verfügung stellten.

„Rebell" in der Kunstszene

So kann die Ausstellung einen Querschnitt über das künstlerische Schaffen des in der Kunstszene als Rebell bezeichneten Künstlers bieten. Die teils sehr unterschiedlichen Werke werden im Kloster in vielen eher kleinen Räumen in Szene gesetzt. Von dieser Konzeption und der Präsentation der Werke waren die Besucher begeistert. Und auch nahe Angehörige des Künstlers waren mehr als zufrieden. "Die Ausstellung ist wunderbar geworden", sagte seine Mutter Helga Sicher. Dem konnte seine Schwester Dörte nur zustimmen: "So hätte es mein Bruder sicher auch gewollt und gemocht." Die Familie freute sich besonders, dass so viele Menschen gekommen waren. Sowohl Bekannte der Familie als auch interessierte Besucher waren erschienen.

Die Kommentare zu den Werken waren unterschiedlich. Marlies Schulz aus Euskirchen, eine Bekannte der Familie, sagte, sie tue sich schwer, die Bilder zu verstehen. Außerdem empfinde sie die Farbe schwarz, die in den Tusche-Waschungen die Hauptfarbe ist, als schwer und belastend: "Wenn ich mir etwas in die Wohnung hänge, möchte ich lieber Freude daran haben." Einige Bilder, wie etwa "Am Anfang war das Wort" gefielen ihr aber dennoch sehr gut.

Die 24-jährige Luca Koschke hingegen war überrascht von der Vielseitigkeit. Ihre Lieblingsinstallation ist eine Lehmarbeit: Ein Lehmhügel, in den man hineinschauen kann. "Ich finde, es vermittelt ganz viel Schutz und Geborgenheit", so die Kölnerin. Und auch Michaela Schmitz, Sichers Lebensgefährtin, die zusammen mit Agnes Harff-Hilger und Maggie Töpfer die Ausstellung organisiert hatte, war mehr als zufrieden. "Das Konzept, möglichst viel Verschiedenes zu zeigen, ist geglückt." Sie empfindet die schwarz-weißen Tusche-Waschungen übrigens gar nicht als schwer. "Ich mag schwarz und weiß. Und sie sind auf keinen Fall in einer depressiven Stimmung entstanden", erklärt sie.

Ein Besuch der vielseitigen Ausstellung lohnt. Sie ist bis zum 7. Oktober jeden Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr im Kloster Nettersheim zu sehen.